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Martin Wilke feierlich verabschiedet / Große Bürgerbeteiligung bei Festakt

Amtseinführung
OB René Wilke: Unsere Stadt, das sind wir

Heinz Kannenberg / 07.05.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 07.05.2018, 14:24
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nach acht Jahren Amtszeit wurde am Sonntag in der Marienkirche Martin Wilke (parteilos) als Oberbürgermeister verabschiedet. Unter großer Bürgerbeteiligung wurde René Wilke (Linke) ins Amt eingeführt. Er leistete den Amtseid mit den Worten „So wahr mir Gott helfe“.

Peter Fritsch (SPD), der vor acht Jahren als Stadtverordnetenvorsitzender Martin Wilke die Amtskette im Rathaussitzungssaal übergab, würdigte ihn als Oberbürgermeister der „erstaunliches“ geleistet habe. Unter anderem sei die Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Slubice erheblich intensiviert worden. Und Martin Wilke habe erheblichen Anteil am Erhalt der Kreisfreiheit. „Wer Erfolge kleinredet, verschließt die Augen vor Realitäten“, mahnte Fritsch rückblickend auch auf den Wahlkampf. Er drückte unter Beifall der Anwesenden seine Hoffnung aus, dass Martin Wilke auch künftig seine Erfahrungen und Netzwerke an gegebener Stelle zum Wohle der Stadt einsetzen wird. Der scheidende Oberbürgermeister dankte allen, die ohne Wenn und Aber ihn und die gesamte Verwaltungsspitze beim Erhalt der Kreisfreiheit unterstützt haben. Er verwies darauf, dass er als OB seinem Amtsnachfolger erstmals wieder nach 16 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt, ohne dafür Vermögen veräußert zu haben, hinterlässt. Mit herzlichen Worten bedankte sich Slubices parteiloser Bürgermeister Tomasz Ciszewicz vor etwa 500 Anwesenden bei Martin Wilke. René Wilke lud er zu einem Ausflug nach Slubice und in den Landkreis ein, um gemeinsam noch viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit kennenzulernen.

Unter den Anwesenden in der Marienkirche waren Landräte, Bundestagsabgeordnete, der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jacobs und zahlreiche Linken-Politiker. Sozialministerin Diana Golze (Linke) würdigte René Wilke als Menschen, der für einen anderen Politikstil stehe, der Hoffnung mache. Frankfurt habe jetzt mit René Wilke die Chance, dass es auch anders geht. In einer sehr grundsätzlichen politischen Rede warb die Landeschefin der Linken, sich gegen Armut, insbesondere Kinderarmut, stark zu machen. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen und nicht der Gewinn, betonte sie. Im Anschluss hängte der Stadtverordnetenvorsitzende Wolfgang Neumann René Wilke unter lang anhaltendem Beifall die Amtskette um. Viele Bürger erhoben sich von ihren Sitzen. René Wilke leistete den Amtseid mit den Worten „So wahr mir Gott helfe“.

In einer mehrfach von Beifall unterbrochenen Rede betonte René Wilke, dass er als OB vor allem die Bürgergesellschaft weiter voranbringen wolle: „Kümmern wir uns um unsere Stadt so, als wäre es unser Zuhause. Es ist unser Zuhause. Unsere Stadt, das sind wir.“ Er warb um einfache Freundlichkeit, überall wo sich Menschen begegnen und miteinander zu tun haben. Das schließe Kritik nicht aus. Er wolle ein OB sein, der allen Frankfurtern gleichermaßen zuhört.

Nach der Stichwahl habe er sich bereits intensiv auf die Amtsübernahme vorbereitet. So wolle er zügig eine neue, erweiterte Verwaltungsspitze, die die politischen Verhältnisse in der Stadt breit abbilde, zusammenstellen. In seiner letzten Landtagswoche hatte Wilke sich in Potsdam vernehmen lassen, dass dieser dann zwei Parteilose und vier Vertreter von Parteien angehören werden. In der Marienkirche betonte Wilke, dass er vor allem mit der CDU und der SPD gesprochen habe. Wie aus SPD-Kreisen zu vernehmen ist, soll der neuen Verwaltungsspitze auch künftig Jens-Marcel Ullrich angehören. Heute am ersten Arbeitstag im Rathaus, so hatte er es mindestens geplant, will René Wilke erste Ausschreibungen auf den Weg bringen.

René Wilke stellte in den Mittelpunkt seiner 30-minütigen Rede die Herausforderung, dass sich in den Städten Europas die Zukunft der Europäischen Union entscheide. Dort wo das Leben konkret und die Folgen spürbar seien. Frankfurt und Slubice bezeichnete er als „Leuchtfeuer der Hoffnung für die europäische Idee“. „Ich möchte, dass wir ein Ort der europäischen Debatte – ja unbedingt auch der kritischen – werden“, betonte er (siehe Seite 15).

Als erste Amtshandlung nahm René Wilke dann die Eintragung seines Vorgängers in das Goldene Buch der Stadt vor. Darin heißt es: „Die Stadt Frankfurt (Oder) dankt Martin Wilke und würdigt seine Verdienste für die Stadtentwicklung, insbesondere seinen Erfolg beim Erhalt der Kreisfreiheit unserer Kleist-Stadt, sein großes Engagement für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Ostdeutschland und seinen Einsatz für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements.“

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Wilko Möller 07.05.2018 - 16:30:25

Die Krönung von Renè Wilke - "So wahr mit Gott helfe!"

Wir als AfD bleiben dabei. Es war eine Kaiserkrönung - eine große Selbstinszenierung. Völlig abgehoben und abseits jeder Tradition, die in Frankfurt immer bei der Ernennung eines Oberbürgermeisters galt. Nicht umsonst wählten die LINKEN diesen Ort, denn die Vorgänger der LINKEN wollten die damalige Kirchenruine ganz entfernen, weil dieses in Ihrer Ideologie als störend empfunden wurde. Aber da kam ja der Fritz Krause, der letzte DDR-OB. Er tat das, was gesunder Menschenverstand unisono getan hätte: Er konnte die SED-Clique vom Totalabriss abbringen. Genau dieser Ort wurde aus diesem Grund ausgewählt in Anknüpfung großartiger Leistungen eine SED-Oberbürgermeisters. Wenn dieser neue OB schon meint, er wolle die Bürger beteiligen, dann fragen wir uns: Er hätte doch die ganz große Bühne auf dem Marktplatz vor dem Rathaus wählen können. Aber er nahm natürlich die Frankfurter St.-Marien-Kirche – das Wahrzeichen unserer Stadt. Im Größenwahn mit 600 geladenen Gästen. Etwa 700 sollen es gewesen sein. Somit kamen doch nicht so viele Bürger hinzu. Aber dafür reichlich linke Parteiprominenz. Die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie – die sog. „Sozialministerin“ Diana Golze (Linke) der Brandenburgischen Landesregierung sowie der LINKE Ziehvater Thomas Nord, MdB. Die Antrittsrede war wohl überlegt und offenbarte typisch linke gut verpackte Abartigkeiten, die genau zu den weltberühmten Bleikristallfenstern im Hintergrund des Rednerpults passten, die u.a. die Antichristlegende darstellen. Uns erschließt sich nicht, wieso er über Weltpolitik spricht, Trump verteufelt, gesunden Menschenverstand in der konservativen Bürgerschaft in Abrede stellt und sonst wenig Konkretes sagt. Er beschwört minutenlang Europa, die Europafahne vor dem Rathaus hing immer noch falsch herum. Er beschwört Werte. Er fordert Respekt und Mitmenschlichkeit. Aber er schwärzte mit einer weiteren Landtagsabgeordneten den Vorsitzenden der AfD bei dessen Arbeitgeber an (Dagegen wird jetzt Klage eingereicht). Er beschäftigt LINKE-Mitarbeiter, die mit undemokratischen Mitteln politische Mitbewerber bekämpfen. Er redet eine Welt herbei, die von Nationalismus geprägt sei. Er übertreibt, denn nicht Nationalismus ist das Problem, sondern Politiker auf allen Ebenen, die nicht mehr den Nerv der Bürger treffen. Er will Kinderarmut mit einem Arbeitskreis bekämpfen. Somit also für noch mehr Umverteilung sorgen. Die Frankfurter, die Familie und Beruf in Einklang bringen müssen, viel Steuern zahlen, die sog. Mittelschicht kam in seiner Rede nicht vor. Diese sind wohl auch nicht wählen gegangen. Er und seine Sozialministerin unter dem Deckmantel der LINKEN stellen bereits neun Jahre die Regierung. Da ist sehr wenig für die Bürgerschaft der Mittelschicht passiert. Im Gegenteil: Massiv wurde nur die Klientel in Potsdam über alle Maße bedient. Dazu passt diese abgehobene Selbstinzenierung. Er denkt zuerst an sich!

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