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36-jähriger Pole nach Ladendiebstahl im HEP zu Freiheitsstrafe verurteilt

Prozess
Gestohlen und um sich geschlagen

Sonja Jenning / 13.06.2018, 06:22 Uhr
Frankfurt (MOZ) 18 Monate Gefängnis: Zu dieser Strafe wurde ein 36-jähriger Pole verurteilt, der sich wegen räuberischen Diebstahls vor dem Frankfurter Amtsgericht verantworten musste. Staatsanwalt Christopher Schüler legte ihm zur Last, am 17. März vergangenen Jahres in einer Drogerie im HEP in Frankfurt-Neuberesinchen neun Wimperntuschen im Wert von 92 Euro gestohlen zu haben.

Als der Ladendetektiv, der später noch als Zeuge gehört wurde, ihn am Verlassen des Geschäftes hindern wollte, habe der Angeklagte um sich geschlagen und versucht zu fliehen. Mit Unterstützung eines Kunden aus der gegenüberliegenden Bäckerei sei es dem Detektiv gelungen, den Dieb zu überwältigen und in sein Büro zu bringen.

Marcin M. versuchte gar nicht erst zu leugnen. „Ja, ich war im Rossmann und habe die Mascara eingesteckt“, räumte er ein. „Warum Mascara“, will der vorsitzende Richter Peter Wolf wissen. „Das hat sich so ergeben“, lautete die Antwort, „es war gerade niemand in der Nähe und ich konnte sie schnell in die Jackentasche stecken.“ Die Kosmetik sollte ein Bekannter auf dem kleinen Basar in Slubice zum halben Preis verkaufen.  Mit dem Erlös wollte Marcin M. seine Drogensucht finanzieren. Abhängig ist er schon sein halbes Leben. Mit 18 nahm er das erste Mal Marihuana, es folgten Amphetamine, Ecstasy und schließlich Heroin. Anfangs habe er die Drogen von seinem Gehalt als Saisonarbeiter in der Blumenzucht bezahlt, irgendwann begann er damit, sich durch Diebstähle Geld zu beschaffen. 2007 verlor er seinen Job, seitdem hält er sich mit Gelegenheitstätigkeiten über Wasser. 2008 wurde festgestellt, dass er sich mit Hepatitis C infiziert hat.

Strafrechtlich ist der Angeklagte weder in Deutschland noch in Polen ein unbeschriebenes Blatt. Seine Registerauszüge weisen insgesamt fast 40 Einträge auf, vor allem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Einbruchs und Diebstahls. Er selbst schätzt, dass er rund zehn Jahre in polnischen Gefängnissen verbracht hat. Seinen bislang letzten Ladendiebstahl beging am 14. April diesen Jahres im Südringcenter, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. „Wenn Sie jetzt die Kurve nicht kriegen, ist Ihr Weg nach ganz unten vorgezeichnet“, warnte ihn der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. „Wie stellen Sie sich Ihren weiteren Lebensweg vor“, fragte Richter Peter Wolf. „Ich hoffe, dass ich von den Drogen wegkomme“, sagte der Angeklagte.

Dazu hat er jetzt 18 Monate Zeit. Das Urteil ist rechtskräftig, da sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten.

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