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Restaurant
Syrische Spezialitäten aus Neuberesinchen

Existenzgründer: Mohamed Abdulraouf (2.v.r.) und seine Familie eröffnen im Juli ein syrisches Restaurant in der Johann-Eichhorn-Straße in Neuberesinchen.
Existenzgründer: Mohamed Abdulraouf (2.v.r.) und seine Familie eröffnen im Juli ein syrisches Restaurant in der Johann-Eichhorn-Straße in Neuberesinchen. © Foto: Sonja Jenning
Sonja Jenning / 23.06.2018, 07:15 Uhr - Aktualisiert 25.06.2018, 07:33
Frankfurt (Oder) (MOZ) Syrische Spezialitäten soll es ab 10. Juli in der Johann-Eichhorn-Straße/Ecke Spartakusring geben. Mit dem Restaurant „Suria“ wagt eine Großfamilie den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die Messinglampen mit filigranem Muster und bunten Glasscheiben verbreiten orientalisches Flair, im Gegensatz zum Wandteller aus Bronze mit röhrendem Hirsch. „Wir möchten, dass sich auch deutsche Gäste bei uns wohlfühlen“, sagt Mohamed Abdulraouf und lächelt spitzbübisch. Agnieszka Bollmann schüttelt den Kopf: „Da erwartet man eher Jägerschnitzel und Roulade als Falafel und Tabouleh.“ Die gebürtige Polin, die in Frankfurt eine Unternehmensberatung betreibt und auch Zuwanderer als Coach des Programms „Lotsendienst für Migranten“ bei der Existenzgründung unterstützt.

Seit August 2017 berät sie Mohamed Abdulraouf und seine Angehörigen. Der Familienvater floh vor drei Jahren aus Damaskus und lebt seitdem in Frankfurt. „Als junger Mann war ich von 1986 bis 88 in Brandenburg an der Havel, habe dort meine Ausbildung zum Dreher gemacht“, erzählt er. Deutschland war ihm in guter Erinnerung geblieben und wurde daher sein Ziel, als der Bürgerkrieg ihn aus seiner Heimat vertrieb. Dort hatte er einen Elektroladen, inzwischen arbeitet er als Maschinenbauer in einer Markendorfer Firma. Seinen Job will Mohamed Abdulraouf behalten, das Restaurant in Neuberesinchen soll Existenzgrundlage für seine Angehörigen werden. „Mein Neffe Abdul war Koch in Aleppo, meine Frau Buschra kocht sowieso wunderbar, mein Sohn Hossam kümmert sich um die Buchhaltung“, sagt er. „Wir wollen auf eigenen Füßen stehen und nicht vom Jobcenter leben.“

Schon im Februar waren fast alle Unterlagen für den Mikrokredit der ILB fertig, erzählt Agnieszka Bollmann. Doch dann platzte der Mietvertrag für die Räume in der Innenstadt. Mohamed Abdulraouf entdeckte die leerstehende, ehemalige Shisha-Bar in der Johann-Eichhorn-Straße, macht den Vermieter ausfindig und kam mit ihm ins Geschäft. Der neue Standort habe Entwicklungspotential, sagt Agnieszka Bollmann: „Es gibt eine separate Küche, eine Terrasse und kostenlose Parkplätze vor der Tür.“ Doch aufgrund des Zeitverlustes wurde der erhoffte Mikrokredit wieder abgesagt. Seit Anfang Juni hat die Familie dennoch ihr Erspartes sowie Zeit und Kraft investiert, um die heruntergewirtschafteten Räume auf Vordermann zu bringen.

Am 10. Juli soll das „Suria“ eröffnen. Auf der Karte stehen werden traditionelle syrische Gerichte mit Lamm, Hühnchen, Fisch und Gemüse, darunter Shawarma, Falafel, gefüllte Teigtaschen und das traditionelle Brot, für dessen Zubereitung ein besonderer Ofen angeschafft wurde. Im abgetrennten Nebenraum kann man, der arabischen Tradition folgend, zum Essen auch eine Shisha (Wasserpfeife) bestellen.

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Mona Wahl 23.06.2018 - 09:36:37

auf das es BUNTER wird...

mal etwas POSITIVES in Sachen Flüchtlngspolitik.....nicht nur nehmen sondern etwas zurückgeben...möge diese Familie den Start schaffen -----

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