Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Brechdurchfall
44 Ferienkinder aus Ostbrandenburg erkrankt

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: dpa
Thomas Gutke / 12.07.2018, 17:00 Uhr - Aktualisiert 12.07.2018, 17:28
Frankfurt (Oder) (MOZ) In einem Ferienzentrum im thüringischen Rauenstein mussten am Donnerstag 44 Kinder und Jugendliche aus Ostbrandenburg wegen einer Brechdurchfallerkrankung medizinisch behandelt werden.

Auch zwei Betreuer zeigten Symptome. Die Betroffenen sind Teil einer vom Evangelischen Kirchenkreis Oderland-Spree organisierten Jugendfreizeit mit mehr als 190 Teilnehmern; die 13 bis 16-Jährigen kommen unter anderem aus Frankfurt, Fürstenwalde, Beeskow, Storkow, Bad Saarow (Oder-Spree), Müncheberg und Wriezen (Märkisch Oderland).

„Am Abend haben sich die ersten Kinder übergeben. Als es in der Nacht immer mehr wurden, haben wir um 5 Uhr morgens Hilfe geholt“, sagte Christoph Ritter, der als Kreisbeauftragter für Jugendarbeit bei dem Konfirmandencamp mit vor Ort ist. Die Notfallmeldung löste in der Region im Süden von Thüringen Großalarm aus. Zahlreiche Rettungskräfte rückten an und versorgten die Betroffenen. Die Kinder befänden sich den Umständen entsprechend in einem stabilen gesundheitlichen Zustand, so Christoph Ritter. Zwei von ihnen seien vorsorglich aufgrund von Vorerkrankungen ins Krankenhaus gefahren worden. „Wir fahren seit elf Jahren in das Feriencamp, es gab noch nie Probleme“, berichtete er.

Eine Erklärung für die Symptome gab es bis Donnerstagabend noch nicht. Ein Suhler Labor untersuchte vier Stuhlproben. Viren (Norovirus, Rotavirus, Adenovirus, Astrovirus) konnten dabei nicht nachgewiesen werden. Darüber informierte der Landeskreis Sonneberg. Für den Bereich des Ferienzentrums sei vorsorglich der Quarantänefall ausgesprochen worden. „Das heißt konkret, dass das Gelände nur noch von autorisierten Personen betreten und verlassen werden darf. Die Personen, die sich gegenwärtig auf dem Gelände befinden, werden betreut und mit Essen und Trinken versorgt“, so Michael Volk, Sprecher des Landkreises. Erkrankte und gesunde Personen wurden räumlich voneinander getrennt.

Ursprünglich sollten die Kinder bis zum 18. Juli auf der Anlage bleiben. Am Donnerstagnachmittag wurde dann aufgrund der anhaltenden Infektionsgefahr entschieden, die Ferienfreizeit abzubrechen. Die Heimreise mit Bussen werde voraussichtlich am Freitagvormittag erfolgen, erklärte Michael Volk.

Bereits am 28. Juni 2018 war es im Ferienzentrum Rauenstein zu einem ähnlichen Fall gekommen. Damals hatten sich 45 Gäste aus Berlin und Frankfurt am Main mit dem Norovirus infiziert, wie im Nachgang nachgewiesen werden konnte. Das Ferienlager wurde vom Gesundheitsamt geschlossen. Der Betreiber erhielt einen Auflagenbescheid, der insbesondere eine umfassende und fachgerechte Desinfektion der Anlage durch eine Spezialfirma beinhaltete. Nach Erfüllung der Auflagen gaben die Behörden die Anlage am vorigen Wochenende wieder für den Betrieb frei und die Ostbrandenburger Jugendgruppe reiste an.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG