Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Verkehrsregeln
Wie man die Straße in Slubice richtig überquert

Krzysztof Krawczyk (links) von der Frankfurter Polizei und Ewa Murmylo von der Polizei in Słubice erklären Unterschiede im Straßenverkehr in den Nachbarländern.
Krzysztof Krawczyk (links) von der Frankfurter Polizei und Ewa Murmylo von der Polizei in Słubice erklären Unterschiede im Straßenverkehr in den Nachbarländern. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 16.08.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 16.08.2018, 17:44
Frankfurt (Freier Autor) Einige Erkenntnisse waren durchaus neu und das obwohl die Grenze auf der Oderbrücke seit Jahren komplett durchlässig ist. Welche wichtigen Verkehrsregeln gibt es für jeweils deutsche und polnische Verkehrsteilnehmer im Nachbarland? Dieser Frage gingen Krzysztof Krawczyk von der Frankfurter Polizei und Ewa Murmylo von der Slubicer Polizei auf den Grund.

„Vor einigen Monaten hatten wir eine ähnliche Veranstaltung schon einmal in Słubice organisiert“, erzählt Natalia Szulc vom Verein Miteinander Wohnen der Arle gGmbH. „Damals war das Interesse so groß, dass wir uns entschlossen haben, sie ein zweites Mal in Frankfurt anzubieten“, betont sie. Der Zuspruch war auch auch diesmal groß. Auch einige Słubicer waren bei der Veranstaltung wieder dabei. „Damals gab es die meisten Diskussionen darüber, wie man die Straße in Słubice richtig überquert“, erinnert sich Natalia Szulc. Die Antwort auf diese Frage wurde auch am Dienstag erörtert. „Man darf die Straße auf dem Zebrastreifen überqueren und dann wieder frühestens einhundert Meter daneben“, betont Krzysztof Krawczyk. Straßen mit zwei Fahrstreifen pro Richtung, wie in Słubice etwa die Aleja Mlodziezy Polskiej, dürfen ohne Zebrastreifen oder Ampel zu Fuß gar nicht überquert werden, stellt er klar.

Zu Unklarheiten in Deutschland kann es kommen, wenn man sich nach dem Reißverschlussprinzip einordnen soll. „Das ist in Deutschland Vorschrift und klappt auch gut“, berichtet der Polizeioberkommissar. „In Polen ist das Reißverschlussprinzip lediglich eine Empfehlung. Viele Polen, die oft in Deutschland fahren, haben das schon verinnerlicht“, erzählt er. Einige jedoch nicht und so kann es an engen Stellen in Deutschland dazu kommen, dass ein polnischer Fahrer denkt, man wolle sich vor drängeln.

Krzysztof Krawczyk weist auch darauf hin, dass Autofahrer eine Vollmacht benötigt, wenn man in Polen mit einem Auto fährt, das auf jemand anderen zugelassen ist. Fährt die Ehefrau damit, ist das kein Problem, wenn das Auto auf den Mann zugelassen ist, soweit der Nachname und die Adresse gleich sind. Bei Firmenwagen sieht das anders aus. „Die Słubicer Kollegen sehen das zumeist nicht ganz so streng. Allerdings kann es auch nicht schaden, eine Vollmacht dabei zu haben“, findet er.

Ärger kann es mit Strafzetteln geben. „Zur Identifizierung wird man nach dem Vornamen des Vaters oder der Mutter gefragt“, erklärt der Frankfurter Polizist. Das ist für die polnischen Polizisten so vorgegeben. Außerdem muss der Strafzettel vom Verkehrsteilnehmer unterschrieben werden. Weigert man sich zu unterschreiben, muss die Sache ein Richter klären und man wird mit zur Wache genommen. Wenn der Richter erst am nächsten Tag Zeit hat, sitzt man eine Nacht in der Zelle. Deswegen ist es besser zu unterschreiben und zu bezahlen. Wenn man sich falsch behandelt fühlt, kann man innerhalb von sieben Tagen Einspruch beim zuständigen Gericht einlegen. Außerdem ist das Fahren unter Alkohol in Polen schon ab 0,2 Promille eine Ordnungswidrigkeit.

„Beim Grünen Abbiegepfeil muss man im Nachbarland immer an der Haltelinie anhalten und auch in der Stadt gilt das Rechtsfahrgebot bei mehrspurigen Fahrbahnen“, erklärt Krzysztof Krawczyk. Wird man auf deutschen Autobahnen von einem Polen rechts überholt, muss das nicht unbedingt böser Wille sein. Im Nachbarland ist zumindest bei dreispurigen Richtungsfahrbahnen rechts Überholen erlaubt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG