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Reaktion auf Gewaltausbruch
Parteien verurteilen Angriff auf Frosch-Club

Videoüberwachung am Club Frosch
Videoüberwachung am Club Frosch © Foto: Frauke Adesiyan
Thomas Gutke / 28.08.2018, 19:37 Uhr - Aktualisiert 29.08.2018, 11:31
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Angriff auf den Frosch-Club am Sonntagmorgen schlägt weiter hohe Wellen. Zahlreiche Frankfurter Parteienvertreter fordern eine zügige, gerichtliche Aufarbeitung der Vorkommnisse, warnen jedoch davor, alle Flüchtlinge in Mithaftung zu nehmen. Die Diskothek in der Ziegelstraße war am Sonntag gegen 3 Uhr von einer größeren Gruppe mit Messern und Stangen attackiert.

Ausgegangen war die Eskalation offenbar von zwei Gästen syrischer Herkunft im Alter von 20 und 22 Jahren, denen zuvor wegen aggressiven Verhaltens der Zutritt zu dem Club verwehrt worden war. Die beiden Männer gerieten dann am Sonntag an der Heilbronner Straße erneut mit mehreren Deutschen in Streit und bedrohten diese u.a. mit Messern. Daraufhin nahm die Polizei sie vorläufig fest. Laut Staatsanwaltschaft ist einer der beiden Tatverdächtigen inzwischen wieder auf freiem Fuß, und nicht, wie zunächst berichtet, beide. Der zweite Syrer befindet sich im Moment in der Justizvollzugsanstalt Wriezen in Haft. Gegen beide werde weiter mit Hochdruck ermittelt.

„Körperliche Gewalt ist inakzeptabel und entsprechende Gewalttaten müssen vom Rechtsstaat verfolgt werden“, erklärt Jan Augustyniak, Kreisvorsitzender der Linken. Die Aufklärung obliege den Gerichten. „Hierbei ist irrelevant, welcher Nationalität die mutmaßlichen Straftäter angehören. Wichtig ist allein die Straftat und ihre Umstände“, so Augustyniak. Flüchtlinge und Gewalttäter dürften nicht über einen Kamm geschoren werden. „Allgemeine Gewaltbereitschaft ist kein Merkmal von Geflüchteten oder Menschen einer bestimmten Nationalität, sondern einzig ein Merkmal von Straftätern“. Der Chef der mitgliederstärksten Partei der Stadt forderte, die gesellschaftliche Integration voranzutreiben. „Ebenso ist der ein Ausbau der Sozialarbeit dringend notwendig.“ Kritik übte Jan Augustyniak auch an der Polizei. Eine Wartezeit von 15 Minuten in der Telefonwarteschlange sei „dringend aufklärungswürdig“.

Ähnlich äußerte sich auch Michael Möckel von der CDU. Der Kreisvorsitzende forderte die „Einführung einer Hilfsfrist für die Polizei. Also eine feste Frist, in der Polizeikräfte nach Eingang eines Notrufs am Einsatzort sein müssen. Ähnliche Fristen gibt es für den Rettungsdienst und die Feuerwehr“, so Möckel. Darüber hinaus aber hält er ebenso mehr Polizeipräsenz in der Stadt für nötig. „Es darf nicht sein, dass aggressive Gruppen Klubs wie den Frosch attackieren und Opfer und Betreiber vergeblich versuchen, die Polizei zu alarmieren.“

Die Frankfurter FDP verurteilte den Gewaltausbruch „auf das Schärfste“ und forderte ein schnelle Aufklärung. Der Kreisvorsitzende der Liberalen, Wolfgang Mücke kritisierte in dem Zuge die „Fehlentwicklungen der Brandenburger Polizeireform“. Der Umstand, dass vom Notruf bis zum Eintreffen der Polizei so viel Zeit vergangen sei, zeige die Diskrepanzen in Bezug auf die tatsächliche Sicherheitslage vor Ort auf. „Es kann nicht sein, dass dann auch noch Polizeikräfte und Mitarbeitende des Ordnungsamtes ausschließlich an einem Ort der Stadt präsent sind und Ressourcen binden“, so Mücke. Darüber hinaus müsse die Sozialarbeit in der Stadt anders aufgestellt werden. „Die Sozialarbeiter der dezentralen Unterbringung müssen sich mehr und vor allem in den Abendstunden auf die jugendlichen Geflüchteten konzentrieren“. Jens Dörschmann, Mitglied im FDP-Kreisvorstand, sieht die Herausforderungen auch als Folge des anhaltenden Zuzugs anerkannter Flüchtlinge aus den umliegenden Brandenburger Gemeinden. „Die Landesregierung hat es verpasst, rechtzeitig per Verordnung eine Wohnsitzauflage zu erlassen.“ Diese falle den kreisfreien Städten nun auf die Füße.(thg)

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Norbert Wesenberg 29.08.2018 - 06:29:48

Das künstliche Echauvieren von Politik und Medien...

...die, so lange sie in das gleiche Horn blasen, so lange wird sich an den Zuständen auch nichts ändern. Man tut so, als ob man an diesen Zuständen etwas ändern wollte, doch letztlich bleibt alles beim alten. Und so wundert man sich auch nicht, dass die beiden Täter sich bereits wieder auf freiem Fuß befinden und den "deutschen Rechtsstaat" für völlig bescheuert halten. Wer gilt eigentlich wann als "Gefährder" und welchen "Schutz" durch die deutsche Regierung und deren Justiz, bedürfen diese? Niemand dürfte ein Interesse daran haben, das in Frankfurt (Oder) Verhältnisse wie in Cottbus oder Chemnitz herrschen. Nur irgendwann ist das Fass voll und läuft über. Es ist nur die Frage, in welche Richtung.

Karl Napp 28.08.2018 - 23:47:50

Hm, hinsichtlich der Wahrnehmung in den Medien

fällt mir nur wieder Christian Morgenstern ein. "Und er kommt zu dem Ergebnis: Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf."

Kurt Crampmeyer 28.08.2018 - 22:37:47

Medienecho?

In der rbb-TV-Radio und rbb-App-Berichterstattung kommt das Ereignis bisher nicht einmal ansatzweise vor. Vermutlich ist es zu lokal und unbedeutend.

harald woitke 28.08.2018 - 20:29:35

Werter Herr Gutke

"Der Angriff auf den Froschclub ...", " Die Discothek ... mit Messer und Stangen attackiert". Warum verhöhnen Sie die Opfer. Es wurde kein Gebäude, keine Discothek attackiert. Es wurde Leib und Leben von Menschen bedroht und gefährdet. Wenn ein ekliger Nazi ein Stein wirft, mit Stangen und Messern Menschen attackiert ,wird sofort Mordabsicht und Menschenjagd festgestellt. Hier diese Bagatellisierungen. Es ist diese Art der Berichterstattung, welche für die Glaubwürdigkeitskrise der Presse und insbesondere der MOZ verantwortlich ist.

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