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Rund 80 Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erlebten ihr Jahrestreffen in Frankfurt und Umgebung

Historie
Verblüfft von Luthers Kritzeleien

Staunen über die Marienbibliothek: Ralf Parkner (links) und Ralph Aepler am Freitag in der Gertraudkirche.
Staunen über die Marienbibliothek: Ralf Parkner (links) und Ralph Aepler am Freitag in der Gertraudkirche. © Foto: Michael Benk
Frauke Adesiyan / 03.09.2018, 06:13 Uhr - Aktualisiert 03.09.2018, 08:55
Frankfurt (MOZ) Von

Sammler und andere Verrückte – so nennen sich die Mitglieder der Pirckheimer Gesellschaft in ihrem Slogan. Ihr Frankfurter Mitglied Ralf Parkner hatte die Liebhaber von Büchern und Illustrationen für das Wochenende zum Jahrestreffen nach Frankfurt eingeladen. Rund 80 folgten der Einladung und kamen unter anderem aus Stralsund, Mannheim, Augsburg und Dresden. Mit einem dichten Kulturprogramm erntete Parkner erstaunte Bewunderung für die Stadt.

„Ich bin total überrascht, wie wunderschön die Stadt ist und welche beeindruckende Kulturgeschichte sich hier verbirgt“, zog Ralph Aepler, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft kurz vor der Abreise am Sonntag sein persönliches Fazit. Wenn man von der Autobahn kommend die unschönen Neubaublöcke sehe, könne man schnell seine Vorurteile bestätigen. „Aber das ist nicht Frankfurt“, betont der aus Mannheim angereiste Aepler.

Dafür, dass er das andere Frankfurt und Sehenswertes in der Region entdecken konnte, hatte Ralf Parkner gesorgt, das einzige verbliebene Mitglied in Frankfurt. Parkner hatte schon 1982 eine Bezirksgruppe der Gesellschaft in Frankfurt mitgegründet. Er ist ein derart passionierter Sammler, dass er sich Pirckheimers Konterfei auf den Oberarm tätowieren ließ. „Das ist ein Lebensinhalt geworden“, sagt er.

Mit großem Elan hat er demnach auch das Programm organisiert. Die Sammler besichtigten die Marienbibliothek in St. Gertraud, das Kleist-Museum, das Kunstarchiv in Beeskow, Neuzelle und Eisenhüttenstadt. „Mit den größten Eindruck hat die Marienbibliothek hinterlassen“, betonte Ralf Wege, Sprecher der Gesellschaft. Auch wenn die wenigsten Sammler auf Bibeln spezialisiert sind, lasse eine Ausgabe mit handschriftlichen Bemerkungen von Luther niemanden kalt. Die Mitglieder hoben auch den Vortrag von Jürgen Rehfeld hervor, der aufgezeigt habe, welch große Kulturgeschichte Frankfurt aufweist.

Ein interner wichtiger Termin ist beim Jahrestreffen zudem stets die Auktion – in diesem Jahr zugunsten der Vereinskasse und des Projekts „Bücherkinder Brandenburg“. Dabei werden – mitunter für dreistellige Beträge – mitgebrachte Bücher und Grafiken von Mitgliedern versteigert. Auch Parkner habe wieder manch eine Rarität für seine eigene Sammlung entdeckt. „Langsam wird es eng“, sagt er über den Zustand seiner Wohnung. „Bis auf Küche und Bad ist bei uns alles voll.“

Enttäuscht zeigten sich Parkner und der Vorstand davon, dass es weder der Oberbürgermeister noch ein anderer Vertreter der Stadtspitze geschafft hatte, für ein Grußwort zu dem Treffen der Bücherfreunde zu kommen. Auch an der Serviceorientierung in der Stadt könne man noch arbeiten, meinte Aepler. So habe man die Abendveranstaltung aufgrund von Anwohnerbeschwerden schon 22.30 Uhr enden lassen müssen.

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