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Nach Angriff auf Frosch-Club
Zugriff in der Salvador-Allende-Höhe

Der Club Le Frosch: Am Sonntag vor zwei Wochen wurden hier Partygäste mit Steinen, Stangen und Messern attackiert.
Der Club Le Frosch: Am Sonntag vor zwei Wochen wurden hier Partygäste mit Steinen, Stangen und Messern attackiert. © Foto: René Matschkowiak
Thomas Gutke / 07.09.2018, 19:52 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt. Fahndungserfolg der Polizei: Nach dem brutalen Angriff auf den Frosch-Club vor zwei Wochen sitzt nun auch der zweite mutmaßliche Haupttäter in Untersuchungshaft. Der Vorwurf gegen den 22-jährigen Flüchtling aus Syrien lautet auf versuchten Totschlag.

Der Zugriff erfolgte in den Häuserschluchten der Dr.-Salvador-Allende-Höhe. Gegen 18 Uhr am Donnerstagabend nahmen operative Fahndungskräfte der Polizeidirektion Ost den gesuchten Tatverdächtigen fest. Unterstützt wurden sie dabei von Frankfurter Bereitschaftspolizisten. „Die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte waren in Zivil unterwegs. Sie erkannten den Mann im Stadtgebiet, folgten ihm und griffen taktisch klug im richtigen Moment zu“, berichtet Polizeisprecher Ingo Heese. Und nicht nur das: In unmittelbarer Nähe des Syrers stellten die Beamten auch einen 44-jährigen Mann aus Kenia. Er hielt sich zum Zeitpunkt der Festnahme demnach zufällig ebenfalls in dem Wohngebiet auf. Wie sich herausstellte, wurde europaweit nach ihm wegen Körperverletzung und Drogendelikten, begangen in Polen, gesucht. Auch er wurde abgeführt.

Tagelang war nach dem zweiten mutmaßlichen Haupttäter der Attacke auf den Frosch-Club gefahndet worden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt beim Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den Syrer erwirkt. „Wir haben schnell reagiert. Der zweite Täter wurde zügig gefasst. Der Rechtsstaat funktioniert“, sagt der leitende Oberstaatsanwalt Helmut Lange. Noch am Freitag sollte der Gefasste einem Haftrichter vorgeführt werden.

Viele Fragen sind weiterhin offen. Allerdings hat sich die Frankfurter Staatsanwaltschaft mithilfe der Aussagen von Zeugen und der Sichtung weiterer Beweismaterialien inzwischen ein klareres Bild von der Tatnacht verschaffen können. Demnach geht die Strafverfolgungsbehörde davon aus, dass der zweite gefasste Syrer mit einem Messer auf Clubbesucher losging. Deshalb wird gegen ihn auch wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Ausgangspunkt für die gewalttätige Eskalation war nach bisherigen Erkenntnissen ein Streit der beiden mutmaßlichen Haupttäter mit einem deutschen Clubbesucher. Anlass dafür könnte Eifersucht gewesen sein, so Ulrich Scherding, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Einer der Betreiber des Clubs – Dirk Schöbe – habe versucht, zu deeskalieren und den Konflikt nach draußen zu verlagern. Doch die Situation spitzte sich weiter zu. Die beiden Syrer stießen Drohungen aus und riefen telefonisch Verstärkung. Kurz vor 3 Uhr versuchten dann 10 bis 15 Personen – die genaue Zahl ist noch unklar – den Club zu stürmen. Laut Scherding fielen dabei auch Sätze wie: „Wir töten Deutsche“, „Ich bin Araber“, „Wir stechen Euch ab“ und „Allahu Akba“ (Allah ist groß). „Wir gehen derzeit trotzdem nicht von einem islamistischen Hintergrund aus“, so Scherding. Offenbar wollten die Angreifer die Gäste mit dem Ausspruch vor allem Angst machen.

Scherding berichtet von Panik, die unter den Betroffenen ausgebrochen sei. Einige Gäste verbarrikadierten sich in den Räumen der Diskothek, andere versteckten sich unter Autos. „Es flogen Steine. Eisenstangen und Messer kamen zum Einsatz“, so der Sprecher. Der zweite Hauptverdächtige habe demnach versucht, die Eingangstür aufzubrechen. Dabei soll er die Scheibe eingeschlagen und mit einem langen Messer ins Innere gestochen haben. Insgesamt habe es in der Nacht drei bislang bestätigte Verletzte gegeben, so Scherding.

Der Notruf ging um 2.59 Uhr ein. Neun Minuten später war die Polizei vor Ort. Die Angreifer waren da bereits geflüchtet. Tags darauf wurden die beiden Hauptverdächtigen in der Heilbronner Straße festgenommen. Gegen den 20-jährigen Syrer lag bereits ein Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung vor – er gehörte zu einer Gruppe von Angreifern, die am 7. August auf dem Kaufland-Vorplatz auf einen 38-Jährigen mit einer Latte einschlugen. Der zweite Mann aus Syrien musste zunächst wieder freigelassen werden. Die genauen Tatumstände waren da noch weitestgehend unklar.

Beide gehören zu einer Gruppe von 10 bis 15 jungen, größtenteils syrischen Flüchtlingen, die seit mehreren Monaten im Stadtzentrum für eine Vielzahl von Gewalt- und anderer Straftaten verantwortlich sein sollen. Nach der Festnahme am Donnerstag sind nunmehr drei aus der Gruppe in Haft. Bereits Mitte Juni war ein 18-Jähriger am Lennépark festgenommen worden. Gegen weitere wird mit Hochdruck ermittelt. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt kümmern sich zwei Sonderdezernenten um die Intensivtäter – zehn Klagen liegen bereits bei Gericht, weitere sind in Vorbereitung.

Oberbürgermeister René Wilke (Linke) – derzeit deutschlandweit in den Schlagzeilen wegen seines Abschiebe-Vorstoßes – begrüßte die Festnahme. „Mein Dank gilt der guten Arbeit  von Polizei und der Staatsanwaltschaft. Auch der Informationsfluss mit der Verwaltung hat hier hervorragend funktioniert.“

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Kurt Crampmeyer 08.09.2018 - 11:07:22

Angesichts dessen, dass

10-12 der Angreifer vom Frosch-Überfall auch 2 Wochen danach noch unbehelligt im Lenné-Park und vorm Kaufland herumlungernd den Tag verbringen, obwohl sie lt. Bericht zu den "größtenteils syrischen Flüchtlingen, die seit mehreren Monaten im Stadtzentrum für eine Vielzahl von Gewalt- und anderer Straftaten verantwortlich sein sollen" gehören, ist der Bohei den die Medien um die Ankündigung des OB machen, mehr als lächerlich.

Ralf Cornelius 08.09.2018 - 10:49:43

Wo bleibt der Aufschrei

Begreift eigentlich jemand die Dimension, mit der wir es hier zu tun haben? Während sich die ganze Republik und halb Europa darüber echauffiert, dass in Chemnitz vermeintliche oder tatsächliche Hetzjadten auf Ausländer stattgefunden haben, der Verfassungsschutzpräsident beweisen soll, dass ein von Linksextremisten in Umlauf gebrachtes Video unecht ist, terrorisieren kriminelle Asaylbewerber die Bevölkerung einer Kleinstadt. Einziges Aufmerksamkeitspotential hat dabei, dass der linke Bürgermeister im Gegensatz zur Parteilinie abschieben will. Wo bleibt, angesichts der dramatischen Ereignissse, die nur in homäopatischen Dosen der Öffentlichkeit preisgegeben werden, der mediale Aufschrei, der hätte schon nach der ersten Zusammenrottung gegen die Polizei vor dem Kaufland erfolgen müssen. Exemplarischer als jetzt ist kaum zu beweisen, dass, wenn zwei das gleiche tun es in den Augen der Medien und Regierenden noch lange nicht dasselbe ist.

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