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Ehrenamt
Heldenmacher gründen Stiftung

Thomas Gutke / 13.09.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 13.09.2018, 07:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Juli hat sich mit Sitz in Frankfurt die Pépinière-Stiftung gegründet. Die beiden angehenden Mediziner und nunmehr Stiftungsvorsitzenden Philipp Humbsch und Konrad Bohm engagieren sich bereits seit geraumer Zeit im gleichnamigen Verein für das Thema Erste Hilfe.

Für Philipp Humbsch geht es seit vielen Jahren um nichts weniger als um Leben und Tod. „Es sterben einfach zu viele Menschen, weil niemand nicht wenigstens einen Notruf absetzt“, sagt er. „Bei Notfällen haben die Leute oft Angst vor der eigenen Courage, einige halten auch mit dem Handy drauf. Das ist eine Entwicklung, die wir stoppen wollen und müssen. Durch Aufklärung und Bildung.“

Mit seinen Kommilitonen von der Charité gründete der Medizinstudent aus Frankfurt dafür zunächst eine Arbeitsgemeinschaft, später den Verein Pépinière. Das große Ziel ihres Projektes: Erste-Hilfe-Kenntnisse insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bekannter machen, die dafür oft noch empfänglicher sind, als Heranwachsende bei Pflichtveranstaltungen im Rahmen des Führerschein-Erwerbs. Mehr als 3000 Grundschülern in Brandenburg haben sie in jeweils dreitägigen Kursen gezeigt, wie die stabile Seitenlage, Reanimation oder das Anlegen von Verbänden funktioniert. Das Motto der Kurse, die bei den Kindern super ankommen: Jeder kann ein Held sein. Der Verein erhielt für das Heldenmacher-Projekt inzwischen viele Preise. Philipp Humbsch selbst wurde Anfang des Jahres vom Deutschem Hochschulverband und Deutschem Studentenwerk als Student des Jahres ausgezeichnet worden. Das Preisgeld von 5000 Euro floss nun in die Stiftung mit ein.

Zweck der Stiftung sind die „Förderung  von  Wissenschaft  und  Forschung,  insbesondere  auf den  Gebieten  der  Medizin  und  Pharmazie,  die  Förderung  der  Rettung aus  Lebensgefahr und die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege“, heißt es im aktuellen Stiftungsverzeichnis des Innenministeriums. Wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich Erste Hilfe seien rar gesät, aber für Verbesserungen in der Notfallrettung dringend notwendig, meint  Humbsch. Eine bereits laufende Studie, die von der Stiftung unterstützt wird, befasst sich beispielsweise mit der Nachhaltigkeit und dem Lerneffekt von den Kursen für Kinder im Grundschulalter. „Mit über 3000 Kindern ist das die größte Studie weltweit zu dem Thema“, sagt Philipp Humbsch. Ziel sei es, Doktoranden über die Stiftung zu beschäftigen, und perspektivisch ein Institut aufzubauen, das die Forschung betreibt.

Darüber hinaus sei eine Stiftung für Spender und Unterstützer der Projektarbeit des Pépinière-Vereins finanziell attraktiver weil steuerbegünstigender als ein gemeinnütziger Verein, erklärt Humbsch. Die Stiftung wolle neben den vielfältigen Aktivitäten des Pépinière-Vereins ebenso die Arbeit ähnlicher Arbeitsgemeinschaften, Initiativen und Vereine in dem Bereich in ganz Deutschland unterstützen. Ihm schwebt dafür beispielsweise der Aufbau eines Materialpools vor.

Das Stiftungsvermögen beträgt 26 000 Euro, zusammengetragen aus Preisgeldern und Privatvermögen. Das Kapital soll in den nächsten Monaten sukzessive aufgebaut werden.

Aktuell gibt es neun eingetragene Stiftungen mit Sitz in Frankfurt. Dazu gehören die Stiftung der Sparkasse Oder-Spree, die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung und die Luther-Stiftung. Auch zwei Familienstiftungen gehören dazu.

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