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Mediation
Wenn Algorithmen Konflikte bewältigen

Professorin für Mediation: Ulla Gläßer
Professorin für Mediation: Ulla Gläßer © Foto: Viadrina
Frauke Adesiyan / 30.09.2018, 09:00 Uhr
Frankfurt (MOZ) Frankfurt. Was Mediation bewirken kann – vom Brandenburgischen Staatsanwalt bis zum globalen Unternehmen – das will am 6. Oktober eine internationale Konferenz an der Viadrina ausloten. Experten kommen unter anderem aus Singapur, USA und Dänemark.

Wie vielfältig Methoden der Mediation eingesetzt werden, wie diese die Arbeitswelt beeinflussen und unter welchen politischen Bedingungen Mediatoren arbeiten, das sind einige der Themen, die in der Konferenz „Mediation moves“, also „Mediation bewegt“ besprochen werden.

Organisiert hat sie die Mediations-Professorin Ulla Gläßer an der Viadrina. Alle 24 Experten, die sie eingeladen hat, haben zugesagt. „Sie kommen unter anderem aus den USA und Singapur und sind alles erfahrene Kollegen an der Schnittstelle von Praxis und Forschung“, umschreibt Ulla Gläßer ihr Konzept. Einen Tag lang soll es intensiv um vier verschiedene Themenbereiche gehen. So steht unter anderem die politische Regulierung von Mediation auf dem Programm. Griechische Mediatoren werden davon berichten, wie sie die Zwangsmediation umsetzen, die griechische Gerichte entlasten soll. „In Deutschland werden hingegen Werte wie Selbstbestimmung und Privatautonomie groß geschrieben. Da werden wir versuchen, wertfrei mögliche Effekte zu diskutieren“, so Gläßer.

In einer weiteren Runde werden sich die Teilnehmer mit den Möglichkeiten von Online-Streitbeilegung befassen. „Es geht um die Frage, wie viel Wirkung die körperliche Präsenz im Konfliktmanagement hat“, erläutert die Professorin eine der Fragestellungen. Aber auch Algorithmen, die Konflikte zwischen Nutzern verschiedener Online-Plattformen – etwa Uber oder Airb’n’b – vorbeugen sind Thema.

Zu der Frage, welchen Einfluss eine Mediationsausbildung haben kann, gibt es regionale Erfahrungen. So wird Professor Lars Kirchhoff, Leiter des Instituts für Konfliktmanagement, vom gemeinsam mit den Justizbehörden konzipierten Ausbildungsangebot  in kommunikativen und mediativen Basiskompetenzen berichten, das allen Brandenburger und Berliner Richtern und Staatsanwälten offensteht.

Ulla Gläßer freut sich über die produktive Verknüpfung von internationalen und regionalen Erfahrungen. Zur Verankerung vor Ort gehört auch, dass der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt ein Grußwort spricht. Er hatte sich als Oberbürgermeister für die Einrichtung der Mediationsstelle eingesetzt.

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