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Wiederherstellung der Glocken durch Förderung der Sparkassenstiftung / Auch mechanisches Uhrwerk geplant

Restaurierung
St. Marien erhält Uhrschlaggeläut zurück

Glocken-Fans: Übergabe des Fördermittelbescheids an (v.l.) Ulrich-Christian Dinse (Vorstandsmitglied des Fördervereins St. Marien), Reinhard Richter (Vorsitzender des Fördervereins St. Marien) und Veit Kalinke (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Oder-Spree)
Glocken-Fans: Übergabe des Fördermittelbescheids an (v.l.) Ulrich-Christian Dinse (Vorstandsmitglied des Fördervereins St. Marien), Reinhard Richter (Vorsitzender des Fördervereins St. Marien) und Veit Kalinke (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Oder-Spree) © Foto: Winfried Mausolf
Jan-Henrik Hnida / 08.11.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 08.11.2018, 14:43
Frankfurt (MOZ) Die Frankfurter bekommen ihr Uhrschlaggeläut zurück. Feierlich überreichte Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree, an Reinhard Richter, Vorsitzender des Fördervereins St. Marienkirche Frankfurt (Oder), am Dienstag die schriftliche Förderzusage.

Nach 69 Stein- und mehreren Dutzend Holzstufen haben es Besucher und Offizielle geschafft: Leicht außer Atem stehen sie im zweiten Geschoss der Glockenstühle der Marienkirche. „Jetzt setzen wir unserem städtischen Wahrzeichen die klangliche Krone auf“, sagt Reinhard Richter stolz. Schon im Voraus hatte er die schriftliche Zusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung für die neuerliche Förderung erhalten. In über 15 Jahren ermöglichte die Stiftung die Restaurierung der historischen Bleiglasfenster, die Wiederherstellung des großen Geläutes und ihrer Glockenstühle und die Restaurierung diverser Epitaphen. 

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Ein „großartiges Ereignis“ nannte Oberbürgermeister René Wilke den langsam wieder hergestellten „Dreiklang“ von Marienkirche, Rathaus und Alten Kino. Ebenso lobte Wilke das bürgerschaftliche Engagement der Frankfurter – sowie die Spendenaktion „Aus 1 mach 3 – Eine Stimme für St. Marien“, wodurch 360 000 Euro für das Historische Geläut im Jahr 2014 zusammen kamen.  Nun soll also in ungefähr zwei Jahren auch das Uhrschlaggeläut im dritten Turmgeschoss wieder erklingen.

Ein geistliches Wort gab die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus, Gabriele Neumann, den Anwesenden mit auf den Weg. „Ich will den rauschenden Klang der Glocke hören“, dichtete bereits Martin Luther vor 500 Jahren. Ohne solch schöne Dinge sei die Welt eine traurigere.

Dem konnte sich Ulrich-Christian Dinse, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde von Frankfurt (Oder), nur anschließen. In seinem geschichtlichen Rückblick betonte er die frühere Anzahl von sechs Marien-Glocken – „im 13. Jahrhundert hatte Frankfurt das Geläut gehabt“. Zu dem großen historischen Glockengeläut – das in Innsbruck gegossen wurde und seit vier Jahren wieder in Frankfurt erklingt – sowie dem Uhrschlaggeläut seien noch zwei Kleinglocken geplant, verriet Dinse. Somit sollen die Frankfurter einerseits mit dem Uhrläuten im Viertelstundentakt echte Töne hören – nicht wie bisher aus der Konserve. Andererseits könnten die kleinen Kleinglocken mit den historischen Schwergewichten „Osanna“ (5,2 Tonnen) und „Maria“ (4,1 Tonnen) ein stadtweites Konzert zu besonderen Anlässen geben.

Eine „süße Komposition“ gab es von der Bäcker- und Konditorei „Baumgärtel & Café Diana“. Meisterin Diana Baumgärtel schnitt die Prachtwerke in Glockenform an und verteilte sie an die Besucher.

Bei Marzipantorte und Glühwein gab Dinse weitere Zukunftspläne preis: Ein mechanisches Uhrwerk, dass St. Marien-Gäste besuchen können sollen – ähnlich der Prager Rathausuhr.

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