Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Frankfurter Kreisverband nominiert Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung als Direktkandidaten für die Wahlen am 1. September

Wahlen
Wolfgang Neumann will für Frankfurter Linke in den Landtag

Wahlkampf eröffnet: Jan Augustyniak (r.), Kreisvorsitzender der Linken, gratuliert Wolfgang Neumann zur Kandidatenkür für die Landtagswahlen im nächsten Jahr.
Wahlkampf eröffnet: Jan Augustyniak (r.), Kreisvorsitzender der Linken, gratuliert Wolfgang Neumann zur Kandidatenkür für die Landtagswahlen im nächsten Jahr. © Foto: Die Linke FFO
Thomas Gutke / 27.11.2018, 08:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bei der Landtagswahl am 1. September 2019 läuft es in Frankfurt auf eine politische Auseinandersetzung zwischen langjährigen Stadtverordneten hinaus. Am Sonnabend wählten die Mitglieder des Linken-Stadtverbandes Wolfgang Neumann zum Direktkandidaten. Darüber informierte die Partei in einer Pressemitteilung. Der 69-jährige Obstbauer gehört der Stadtverordnetenversammlung bereits seit dem Jahr 2000 an. Seit 2014 ist er deren Vorsitzender. Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte die SPD ihren Fraktionsvorsitzenden Dietrich Hanschel in das Rennen im Wahlkreis 35 geschickt.

Bei den Frankfurter Linken bewarb sich neben Wolfgang Neumann auch Gewerkschafter Frank Hühner als Kandidat. Doch das Votum für Neumann fiel mit 89 Prozent sehr deutlich aus.

In seiner Bewerbungsrede sprach er sich zuvor für eine konsequente Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und gegen weitere Experimente mit Kommunalreformen aus – in der Debatte um die (am Ende abgesagte) Kreisgebietsreform war er ein entschiedener Gegner der Pläne des Landes. Einsetzen wolle er sich für die vollständige Ausfinanzierung von Aufgaben, die von Bund und Land auf die Kommunen übertragen wurden und werden. Auch die weitere positive Entwicklung der Wirtschaft in Stadt und Land seien ihm wichtig. So sehe er sich als möglicher Landtagsabgeordneter eng an der Seite des Linken-Oberbürgermeisters René Wilke. Dessen Arbeit wolle er von Landesebene aus unterstützen.

„Wir müssen uns für alle einsetzen, die keine oder eine schwache Lobby haben“, bekannte Neumann. Als einstiger Obstbauer wolle er sich dabei auch aktiv für die Interessen seiner Kollegen in der Land- und Agrarwirtschaft stark machen: „Landwirtschafts- und Umweltpolitik dürfen nicht weiter gegeneinander ausgespielt werden.“ Zur aktuellen Debatte um die Straßenausbaubeiträge erklärte er, „diese dürfen nicht zur Last einzelner Anlieger werden. Straßen sind ein Gemeingut und gehören solidarisch finanziert.“

Der Kreisvorsitzende der Linken Jan Augustyniak betonte, das Direktmandat verteidigen und für ein soziales und gerechtes Brandenburg kämpfen zu wollen. 2014 hatte sich René Wilke mit 31,0 Prozent gegen Michael Möckel (CDU/20,0) und Wolfgang Pohl (SPD/18,8) durchgesetzt. Nach der Wahl zum OB im Frühjahr 2018 gab er sein Mandat ab. Im Sommer gelang Pohl als Nachrücker auf der Parteiliste noch der Sprung ins Parlament.

Wolfgang Neumann ist der vierte Bewerber um das Direktmandat im Frankfurter Wahlkreis. Neben ihm und Dietrich Hanschel kandidieren Jens Dörschmann (FDP) und Rudolf Haas (Frankfurter Bürgerinitiative). Die CDU will am Dienstagabend ihren Kandidaten nominieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es sich um Michael Möckel handeln – ebenfalls Stadtverordneter. Die AfD entscheidet im Januar, wen sie ins Rennen schickt. Die Grünen haben sich bislang nicht erklärt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG