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Fußball
Früher Doppelschlag bringt Lok-Sieg

Umkämpfte Duelle: Christopher Winter von Lok Frankfurt am Ball vor den Eisenhüttenstädtern Bernhard Fiedler, Kevin Gretschel und Lucas Gazda (von links)
Umkämpfte Duelle: Christopher Winter von Lok Frankfurt am Ball vor den Eisenhüttenstädtern Bernhard Fiedler, Kevin Gretschel und Lucas Gazda (von links) © Foto: michael benk
Thomas Sabin / 28.11.2018, 09:46 Uhr
Frankfurt (MOZ) Der FC Lokomotive Frankfurt hat im Spitzenspiel der Kreisliga Süd den FC Eisenhüttenstadt III mit 2:1 (2:0) besiegt. In einem Spiel auf Augenhöhe entschieden die Gastgeber das Derby mit einem frühen Doppelschlag für sich.

Wenn der Vierte der Tabelle den Dritten empfängt und beide Mannschaften nur zwei Punkte von einander trennen, lässt das Fußballfans aufhorchen, denn es könnte ein gutes Spiel werden. Und das wurde es. Über 90 Minuten sahen die knapp 50 Zuschauer einen Spielverlauf, der Höhen und Tiefen hatte wie eine Sinuskurve. Der erste positive Ausschlag auf der Skala gehört den Gastgebern vom FC Lokomotive Frankfurt, die bereits in der zwölften Spielminute zuschlugen.

Es war ein eigentlich harmloser Freistoß für Lok aus dem Halbfeld. Die FCE-Defensive stand fein säuberlich am eigenen Strafraum aufgereiht, um den Ball mit Hilfe ihres Größenvorteils herauszuköpfen. Doch die Flanke wurde immer länger und länger. Die Gäste unterschätzten den Ball und übersahen den völlig freistehenden David Bänsch. Der Lok-Sechser ließ sich nicht zweimal bitten und schoss den Ball mit Macht ins lange Eck zur 1:0-Führung.

Die Eisenhüttenstädter waren überrumpelt und versuchten den frühen Gegentreffer abzuschütteln. Im besten Fall sollte gleich auf der anderen Seite der Ausgleich fallen, doch stattdessen verloren die Gäste nur drei Minuten nach dem Tor von Bänsch den Ball nach einem Freistoß am Lok-Strafraum und die Hausherren liefen einen sehr sehenswerten Konter.

Über die rechte Seite ging es schnell. Mit einem Doppelpass und viel Übersicht landete der Ball auf der linken Seite beim mitgelaufenen Mirko Lindner. Die FCE-Abwehr konnte dem Tempo nichts entgegensetzen und kam einen Schritt zu spät. Linder überlegte nicht lange und drückte den Ball flach ins linke Eck. FCE-Keeper Marcus Paschke war machtlos.

Doch der amtierende Meister steckte nicht auf. Das Spiel wurde robust geführt, viele Fouls unterbrachen den Spielfluss. Bei den folgerichtigen Freistößen waren beide Teams stets gefährlich. Vor allem der FCE verpasste die in den Lok-Strafraum fliegenden Bälle nach Flanke  immer wieder nur um Haaresbreite. Mit mehr Spielanteilen für die Gäste, aber zwei Gegentoren auf dem Konto, ging es in die Kabinen.

Nach dem Wiederanpfiff folgte die Talfahrt der Partie. Tiefpunkt dieser Flaute war die Spielunterbrechung, weil einer der Schiedsrichterassistenten eine Kontaktlinse verloren hatte. Nach knapp fünf Minuten ging es weiter. Den Gästen schien diese Pause gut bekommen zu sein.

In der 72. Minute knackten die Eisenhüttenstädter die kompakt stehende Lok-Defensive und machten das Spiel nochmal richtig spannend: Wieder ging ein Foul dem Tor voraus. Nur knapp 20 Meter vor dem Lok-Tor legte sich FCE-Stürmer Nico Anders den Ball zurecht und bewies feines Füßchen: Fast schon problemlos legte er den Ball ins linke Eck. Auch dieser Ball: unhaltbar.

Was folgte war eine Abnutzungsschlacht. Die Gastgeber standen weiter tief und kompakt. Der FCE drängte auf den Ausgleich. Doch die Punkte blieben in Frankfurt. Das freute vor allem den Lok-Trainer Alexander Mikulin. „Ich habe noch nie gegen Eisenhüttenstadt gewonnen und heute war es soweit. Das ist für mich ein kleiner Meilenstein, für mich sind die Eisenhüttenstädter in der Liga das Nonplusultra mit einem hervorragenden Trainer. Und da kann ich immer gut gucken, wie weit meine Mannschaft ist“, sagte Mikulin, der besonders stolz darauf war, dass seine Mannschaft wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat.

„Unsere Marschroute war es, kompakt zu stehen und bei Balleroberung schnell nach vorne zu spielen und in der Offensive eine Lösung zu suchen. Das ist uns sehr gut gelungen. Wir haben einen roten Faden gefunden“, sagt der Lok-Coach.

Gäste-Trainer Ronny Eichner war nach dem Spiel sichtbar unzufrieden. „Wir haben heute einfach zu viele individuelle Fehler gemacht und der Platz hat noch sein Übriges dazu beigetragen. Dazu kam ein falsches Stellungsspiel. Das alles hat zu den Gegentoren geführt“, sagte er. Warum sein Team erst in der zweiten Halbzeit Lösungen gefunden hat, erklärt der Coach so: „Ich habe nach der Halbzeitpause ein bisschen umgestellt. Wir haben dann offensiver gespielt. Und so entstanden  die Impulse nach vorne, was auch gut war. Doch am Ende hat es eben nicht gereicht.“

Mit dem Sieg zog Lok an den Eisenhüttenstädtern vorbei und steht nun auf dem zweiten Rang. Der FCE rutscht auf den vierten Platz.  Das ist aber laut Eichner nicht weiter schlimm. „Wir sind der amtierende Meister und sicherlich willst du dann auch oben mitspielen. Aber wir haben jetzt nicht das Ziel Titelverteidigung ausgerufen. Das liegt auch daran, dass wir personelle Probleme haben. Am Ende wollen wir unter den ersten Drei  landen. Das ist auch der Anspruch dieser Truppe.“

Bei Lok möchte man soweit vorerst nicht gucken. „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Heute bin ich zufrieden aber dafür morgen auch heiser“, sagt Mikulin, der seine Truppe lautstark über 90 Minuten zum Sieg coachen konnte.

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