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CDU-Parteitag
Kramp-Karrenbauer! Oder doch Merz?

Doris Steinkraus, Thomas Gutke, Frank Groneberg / 06.12.2018, 06:15 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Auf dem Bundesparteitag in Hamburg endet morgen die Ära von Angela Merkel als Parteivorsitzende. Auch in den Kreisverbänden in Frankfurt und den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree wird über den Wechsel an der CDU-Spitze viel diskutiert.

Die Letschinerin Kristy Augustin ist eine von 17 Brandenburger Delegierten, die in Hamburg mit darüber entscheiden, wer die CDU in den nächsten zwei Jahren führt. „Auch wenn wir bei 1001 Delegierten insgesamt nicht den entscheidenden Teil beim Bundesparteitag ausmachen, macht es mich stolz, dabei sein zu können“, sagt die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Märkisch-Oderland.

Sie freue sich über die jetzt gestartete lebendige Debatte, die bis in die Ortsverbände zu spüren ist. Eine Umfrage oder Abstimmung auf dem Kreisparteitag habe es nicht gegeben, wohl aber Hinweise und Wünsche. „Es gab viele Voten für Annegret Kramp-Karrenbauer, aber auch Friedrich Merz sehen viele Christdemokraten aus Märkisch-Oderland als  Hoffnungsträger, einige favorisieren Jens Spahn“, berichtet sie.

„Alle Wünsche eint, dass wir die CDU zu einem klaren Profil bringen müssen, das wieder mehr Akzeptanz beim Wähler erreicht.“ Sie persönlich favorisiere Annegret Kramp-Karrenbauer. „Ihr traue ich zu, die Themen und Positionen der CDU engagiert nach außen zu tragen und die Mitglieder hinter sich zu vereinen. Was sie vermag, hat sie auch als Ministerpräsidentin im Saarland bewiesen. Egal, wer gewählt wird, kann aber auf meine Unterstützung als CDU-Kreisvorsitzende in Märkisch-Oderland bauen.“

Das versichert ebenso der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz. Aus seiner Sicht werde es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz geben. „Die Vorbereitung mit den acht Regionalkonferenzen, auf denen sich die drei Bewerber vorgestellt haben, ist der richtige Schritt gewesen“, sagt der Friedersdorfer. Die Konferenzen hätten viele Informationen vermittelt.

Er persönlich schätze Kramp-Karrenbauer, die eine fleißige und kontinuierliche Arbeit leiste. „Und keinesfalls der Kanzlerin ergeben ist, sondern starke eigene Akzente setzt“, sagt von der Marwitz. Aber auch Friedrich März könne er sich als neuen Parteivorsitzenden vorstellen. Er sei dankbar für den Aufbruch. Das spüre er in der Bundestagsfraktion, für die der neue Vorsitzende Ralf Brinkhaus ein Gewinn sei. Er fordere schon in seiner kurzen Amtszeit mehr die Verantwortung aller in der Fraktion.

Michael Möckel – Vorsitzender des Frankfurter CDU-Stadtverbandes und Landtagskandidat – setzt klar auf Annegret Kramp-Karrenbauer. „Sie kann vereinen, ist kompromissfähig und bodenständig“, meint der 39-Jährige. Zwar könne er den wirtschaftsliberalen Positionen von Friedrich Merz durchaus einiges abgewinnen. „Aber sich als Millionär hinzustellen, und zu erklären, er gehöre zur oberen Mittelschicht, das finde ich problematisch.“ Darüber hinaus mache Merz ihm zu wenig Aussagen über die gesamtgesellschaftliche Situation.

„In den letzten zehn Jahren ist in Deutschland unheimlich viel passiert. Annegret Kramp-Karrenbauer hat in dieser Zeit viele wichtige Themen mit begleitet, von der Flüchtlingskrise bis zur Digitalisierung. Friedrich Merz nicht“, sagt Michael Möckel. Erst Ende Juni lernte Michael Möckel und mit ihm viele andere CDU-Mitglieder aus der Region Annegret Kramp-Karrenbauer persönlich kennen.

Im Rahmen ihrer Zuhör-Tour zum Grundsatzprogramm machte sie für einen Abend Station im Frankfurter Bolfrashaus. „Das war eine sehr sympathische Begegnung, jeden einzelnen der 60 Gäste hat sie damals persönlich begrüßt.“ Grundsätzlich freue er sich darüber, „dass wir drei sehr gute Kandidaten haben. Darauf kann die CDU doch stolz sein.“

Das findet auch Karin Lehmann, Kreisvorsitzende der CDU in Oder-Spree und blickt dabei auch noch einmal dankbar auf die lange Amtszeit von Angela Merkel zurück. „Wir leben hier sicher und es geht uns gut. Viele Menschen beneiden uns darum, in Deutschland zu leben“, sagt die Fürstenwalderin. Vor ihrer Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, habe sie Respekt.

Zum Bundesparteitag sieht sie „zwei klare Favoriten für den Parteivorsitz und ich glaube, es wird sich zwischen Frau Kramp-Karrenbauer und Herrn Merz entscheiden“. Die Mehrheit der CDU-Mitglieder, mit denen sie gesprochen habe, wünsche sich eine Veränderung in der Parteiführung. „Und diese Veränderung sehen sie mehrheitlich in Herrn Merz. So auch ich – aber gewählt wird am 7. Dezember.“

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