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Ideenforum
Von Smart-City bis Bürgerbudget

Austausch: In der Arbeitsgruppe „Infrastruktur und Dienstleistungen“ wurde die Idee einer Bürgerkarte entwickelt.
Austausch: In der Arbeitsgruppe „Infrastruktur und Dienstleistungen“ wurde die Idee einer Bürgerkarte entwickelt. © Foto: Jan-Henrik Hnida/MOZ
Jan-Henrik Hnida / 06.12.2018, 20:05 Uhr - Aktualisiert 07.12.2018, 08:06
Slubice/Frankfurt (MOZ) Beim Ideenforum für die Doppelstadt entwickelten am Dienstag und Mittwoch Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Collegium Polonicum neue Ziele bis 2030.

Die Tagung beginnt am Dienstag mit einer Sicht von außen auf Frankfurt und Slubice. Mit „Herzlich Willkommen“ und „Serdecznie Witamy“ begrüßen Oberbürgermeister René Wilke und sein polnischer Amtskollege Mariusz Olejniczak in der Aula des Collegium Polonicums  die Referenten aus anderen europäischen Doppelstädten und Grenzregionen. Dann führt Sören Bollmann vom Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrum in die Impulsreferate ein. In „Kommunale Infrastruktur“ berichtet Pablo Rivera über grenzüberschreitendes Marketing zwischen Portugal und Spanien. Und Birgitta Tamminen spricht über „Wirtschaftliche Kooperation“ zwischen Finnland und Schweden.

Nachdem bereits am Dienstagnachmittag die vier Themenschwerpunkte Bildung, Infrastruktur und Dienstleistungen, Investitionen und Ansiedlungen sowie Beteiligung und Kommunikation festgelegt wurden, geht es am Mittwochmorgen in die jeweiligen Arbeitsgruppen (AG) dazu. Jede der AG besteht aus Experten und wird von Moderatoren geleitet. So sitzen beispielsweise in der AG „Infrastruktur“ polnische IT-ler, der Slubicer Bürgermeister, der Leiter des  Kulturhauses Smok, Tomasz Pilarski oder der Frankfurter Dezernent für Stadtentwicklung, Jörg Gleisenstein. In zweieinhalb Stunden soll die Gruppe aus gut 20 Personen Ziele und Maßnahmen für die Doppelstadt entwickeln. In allen Seminarräumen übersetzen Dolmetscher ins Polnische oder Deutsche. „Ich sehe, wir können uns auf eine Art Bürgerkarte einigen“, fasst Moderator Marcin Krzymuski das Brainstorming zusammen. Dafür solle die Chip-Karte für alle Bürger an der Oder zugänglich sein, sie soll als Ausweis für kulturelle Einrichtungen gelten oder als Busfahrkarte dienen – zukünftig auch in Form einer Handy-App, die Doppelstadt als  „Smart-City“.

Zu einer App für attraktive Spielplätze meint Helmut Otto: „Darauf können die Kinder doch nicht spielen.“ Der Frankfurter Amtsleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen wünscht sich reale Schaukeln und Rutschen – für eine „kinderfreundliche Doppelstadt“. Auch schwebt die Idee eines gemeinsamen ökologischen Stadtzentrums im Raum – oder ein übergreifender Krankentransport, bei dem nicht mehr das Frankfurter Klinikum auf den Behandlungskosten sitzen bleibt, wenn polnische Patienten eingeliefert werden. Während Dezernent Gleisenstein den Ideenprozess als spannend ansieht, meint der Stadtverordnete Josef Lenden: „Es ist alles noch sehr theoretisch. Ich hätte es gerne schon konkreter.“

Am Ende einigt sich die AG auf die Entwicklung einer Bürgerkarte für Frankfurt und Slubice, die bis 2030 von 30 Prozent der Einwohner genutzt werden soll. In der Abschlussrunde werden außerdem ein Bürgerbudget – Stichwort „Direkte Demokratie“ –, grenzüberschreitende Logistikzentren und das deutsch-polnische Kinder-Projekt „Ich zeige dir meine Stadt“ als Ergebnisse vorgestellt. „Das ist aber erst der Anfang“, schließt Wilke die Tagung mit Blick nach vorne ab. Nun sollen einzelne Projektgruppen die Ideen konkretisieren. Die nächste Zielmarke ist der  Europatag am 9. Mai, wo eine gemeinsame Stadtverordnetenversammlung geplant ist, die den Handlungsplan für die nächsten zehn Jahre beschließen wird.

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