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Syrer hat Museumstexte übersetzt / Sonnabend erste Führung in der Sprache

Audioguide
Stadtgeschichte auf Arabisch

Geschichte auf Arabisch: Mohammad Bilal hat die Ausstellungstexte des Museums für dessen Audioguides übersetzt.
Geschichte auf Arabisch: Mohammad Bilal hat die Ausstellungstexte des Museums für dessen Audioguides übersetzt. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 14.12.2018, 07:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Viele Wörter hatte Mohammad Bilal selbst nicht parat; in Wörterbüchern, im Internet, sogar innerhalb seiner Familie musste er nachforschen, um herauszufinden was bestimmte Begriffe in seiner Muttersprache bedeuten. Bilal hat die Ausstellungstexte des Museums auf Arabisch übersetzt; ein halbes Jahr lang hat er sich neben seiner Arbeit bei den Johannitern mit Fürstenwaldes Geschichte befasst. „Ich interessiere mich dafür, leider wissen andere Zugewanderte nicht, dass es überhaupt ein Museum in Fürstenwalde gibt“, sagt der 29-Jährige.

Bilal kommt aus Syrien und lebt seit vier Jahren in der Stadt, hat hier eine Ausbildung und ein Zertifikat als Dolmetscher für Geflüchtete gemacht. Um ihnen, aber auch Touristen aus aller Welt die Möglichkeit zu geben, sich über die Geschichte Fürstenwaldes zu informieren, entstand die Idee für das Übersetzungsprojekt, das mit Mitteln des Bundesprogramms Demokratie leben gefördert wird.

Bisher, sagt Museumsleiter Guido Strohfeldt, gebe es Audioguides in den Sprachen Deutsch, Englisch und Polnisch. „Arabisch ist eine sinnvolle Ergänzung.“ Die Texte, die Bilal übersetzt hat, müssen für den Audioguide allerdings noch eingesprochen werden. Anfang nächsten Jahres soll das passieren. Bis dahin begleitet Bilal Besucher persönlich auf ihrem Weg durch das Museum – an der Seite von Christian Köckeritz, dem Bereichsleiter von Museum und Galerie der Kulturfabrik. Als dessen Übersetzer führt der Syrer am Sonnabend zwei Gruppen durch die Ausstellung. „Vergangenes Wochenende haben wir das geübt“, erklärt der 29-Jährige.

Er selbst interessiert sich vor allem für die wechselvolle Geschichte Fürstenwalder Unternehmen von deren Gründung, über die Produktion während des Krieges, bis zur Entwicklung nach der Wende. Auch die Geschiebesammlung im Keller des Museums hat es ihm angetan – wegen der ansprechenden Gestaltung, sagt er. Es sei wichtig für das Verständnis einer Stadt und ihrer Menschen, meint Mohammad Bilal, deren Geschichte zu kennen.

Führungen auf Arabisch auf Anfrage (Telefon: 03361 2130). Das Museum bleibt am 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen; vom 26. bis 30. Dezember öffnet es zu den gewohnten Zeiten, von 13 bis 16 Uhr.

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