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Boxen
Ein Knockout und Gäste aus Weißrussland

Gibt seine Premiere im Ring: Theodor Huste (rechts), Sohn von Falk Huste, bei seinem Kampf gegen Ismael Altemirov vom VFL Spremberg
Gibt seine Premiere im Ring: Theodor Huste (rechts), Sohn von Falk Huste, bei seinem Kampf gegen Ismael Altemirov vom VFL Spremberg © Foto: Michael Benk
Thomas Sabin / 19.12.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 19.12.2018, 09:57
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt.Die 3. Offene internationale Stadtmeisterschaft im Boxen ist Geschichte und wird lange in Erinnerung bleiben. Die Nachwuchs-Boxer und Anfänger der U 19 duellierten sich im Frankfurter Sportzentrum vor etwa 250 Zuschauern an zwei Ringen. Über den Besuch aus Weißrussland freute man sich besonders.

Piff, paff! Piff, paff! Es ist das typische Geräusch eines Boxkampfes. So hört es sich an, wenn sich die Athleten im Ring duellieren. Piff! Piff, paff! Dazu kommt ein Zischen. Die Boxer ziehen Luft durch die Zähne, vorbei am Mundschutz und pressen sie wieder heraus. So wird Kraft gebündelt. Vom Rand brüllen die Trainer. Schlagworte fliegen in den Ring. Die Augen der Übungsleiter sind weit aufgerissen, so als stünden sie selbst im Ring. Falk Huste, Vizeweltmeister und Weltcupsieger, stand bei der 3. Offenen internationale Stadtmeisterschaft im Boxen als einer dieser Trainer am Ring. Er coachte unter anderem seinen Sohn Theodor (10), der bei seinem ersten Kampf mit einem Unentschieden glänzen konnte.

„Im Moment des Kampfes blende ich aus, dass er mein Sohn ist. Da ist er mein Sportler. Ansonsten ist man emotional zu sehr beteiligt. Da muss ich professionell bleiben“, sagt Huste. Für den Vizepräsident des Brandenburger Boxverbandes bedeutet die Stadtmeisterschaft Doppelbelastung. Neben der Trainertätigkeit fungierte er zeitgleich als Mitorganisator. „Es ist stressig, aber das gehört dazu, wenn man so was macht. Wir hatten aber auch viele gute Helfer.“ Dass die Veranstaltung mit rund 30 Kämpfern auf zwei Ringen so ausgetragen werden konnte, verdanken die Athleten und ihre Trainer zum einen der erstmaligen Zusammenarbeit der vier Frankfurter Vereine Boxclub, Preußen, Eintracht und Eisenbahner-Sportverein. Und: „Durch die Kooperation mit dem Stadtsportbund und durch die Hilfe der Stadtwerke konnten wir das so groß organisieren. Ohne die finanzielle und die organisatorische Hilfe wäre das so nicht möglich gewesen“, erklärt Huste.

Mit ständigem Blick in einen der beiden Ringe, in denen die Stadtmeisterschaft ausgetragen wird, zeigt sich Erik Zörner, Landesstützpunktleiter, besonders begeistert von den Nachwuchskämpfern des Boxrings Eintracht Frankfurt, die von Falk Huste trainiert werden. „Luis Köber, Brian Künzer, Theo Lück, Theodor Huste und Said Magomadov haben sich echt tapfer geschlagen“, resümiert er. Der Boxring Eintracht Frankfurt hat seit gut einem Jahr den Landesnachwuchsstützpunkt in Frankfurt übernommen und war zum ersten Mal mit einem Team dabei.

Beim Duell Frau gegen Frau zeigt Sportschülerin Fenja Sturzenbecher gegen Uliana Solovjoka, die für die extra angereiste Box-Delegation aus Witebsk antritt, ihr Talent. Die amtierende Deutsche Meisterin kommt ursprünglich vom Boxclub Fürstenwalde und weist die erfahrene Weißrussin mit dominantem Stil in die Schranken. Mit sieben Siegen und drei Niederlagen ist Solovjoka keinesfalls ein unbeschriebenes Blatt.

„Fenja hat einen guten Kampf gezeigt. Ihre sportliche Entwicklung ist toll“, sagt Zörner, der den spektakulärsten der knapp 30 Kämpfe jedoch am Ende des Tages einordnet. Im letzten Männer-Kampf kommt es zum einzigen Niederschlag. Marshal Marefat, von der SG Aufbau Eisenhüttenstadt, trifft auf John Kyalo vom Boxclub Fürstenwalde. Beide haben bei den Landesmeisterschaften schon einmal gegeneinander gekämpft. Damals war es ein knapper Vergleich. „Dieses Mal“, sagt Zörner, „ging der Kampf zugunsten von Marshal Marefat aus.  In der ersten Runde landete er so einen starken Treffer, dass Kyalo zu Boden ging, angezählt wurde und der Kampf abgebrochen wurde. Kyalo war kampfunfähig.“

Für Stefan Körber, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, war der Besuch aus Fernost das absolute Highlight der Stadtmeisterschaft. Daran konnte auch der Besuch der Ex-Profiboxer Axel Schulz und Danilo Häußler nichts ändern, über den sich der Nachwuchs jedoch besonders freute.

Die weißrussische Boxer-Delegation wurde in Frankfurt bereits fünf Tage vor der Stadtmeisterschaft ins Training eingebunden. Auf die Witebsker wartete ein straffer Terminplan. Unter anderem besuchten sie Oberbürgermeister René Wilke. „Das war eine schöne Sache. Es ist toll, dass der Arbeitskreis Witebsk in Frankfurt auf diese Art gewürdigt wurde“, sagt Köber.

Der Arbeitskreis Witebsk befasst sich seit Jahren mit den Beziehungen zu den Weißrussen. „Wir wollen das weiter vorantrieben. Wir sehen uns bei der Entwicklung der internationalen Beziehungen in der Pflicht“, erklärt Köber, der sicher ist, dass weitere Einladungen folgen. „Nicht nur Boxer sollen nach Frankfurt kommen, auch Athleten anderer Sportarten. Mit den Boxern jedenfalls, hat das schon mal sehr gut funktioniert.“

Auch die Sprachbarriere konnte problemlos überwunden werden. Alexander Pavlowski, Sportchef der Box-Delegation, war zu DDR-Zeiten das erste Mal mit einer Radsport-Delegation in Frankfurt. „Er kommt immer wieder gerne her. Das freut uns natürlich“, sagt Köber.Sergej Galuzo, Inhaber des weißrussischen Reiseunternehmens Sputnik, begleitet die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Witebsk schon seit Jahren und organisiert die Reisen. Er und Klaus Baldauf vom Arbeitskreis fungierten die Tage als Dolmetscher. „Hagen Weinberg, auch im Arbeitskreis tätig, und Galuzo führen seit über 35 Jahren eine Brieffreundschaft. Diese konnte mit der Städtepartnerschaft wieder neu aufflammen“, zeigt sich Köber erfreut. Gefördert wurde das Austauschprogramm von der Stadt Frankfurt und dem Jugendfond der Partnerschaft für Demokratie in Frankfurt im Bundesprogramm „Demokratie Leben!“. „All dieser Austausch und rege Kontakt trägt nun Früchte. Für die Sportler beider Städte werden wir auch in Zukunft an dieser Partnerschaft festhalten“, sagt Köber, der sich schon jetzt darauf freut, Frankfurter Boxer nach Witebsk zu schicken.

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