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Aufgrund des neuen gesetzlichen Mindestlohns steigen die Preise beim Unternehmen Top Catering

Mindestlohn
Schulessen ab 1. Januar teurer

Preiserhöhung: Das Essen an den Frankfurter Schulen, die die Firma Top Catering beliefert, wird ab  1. Januar teurer. Grund ist der erhöhte gesetzliche Mindestlohn.
Preiserhöhung: Das Essen an den Frankfurter Schulen, die die Firma Top Catering beliefert, wird ab 1. Januar teurer. Grund ist der erhöhte gesetzliche Mindestlohn. © Foto: Heinz Köhler
Lisa Mahlke / 01.01.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 02.01.2019, 08:48
Frankfurt (MOZ) Das Mittagsessen, mit dem die Firma Top Catering zwölf Frankfurter Schulen beliefert, wird zum 1. Januar teurer. Grund ist der Mindestlohn, der von bisher 8,84 Euro auf 9,19 Euro steigt. Das letzte Mal hatte das Unternehmen die Essenspreise 2017 erhöht.

Neun Cent mehr kostet das Mittagessen in den meisten Frankfurter Grundschulen ab dem neuen Jahr. Statt wie bisher 3 Euro zahlen Eltern dann 3,09 Euro. An den Oberschulen kostet das Mittag künftig 3,25 Euro statt 3,16 Euro. Die Firma Top Catering, die in Frankfurt zwölf Schulen beliefert, sah sich aufgrund des neues Mindestlohns „gezwungen, die Preise für unsere Leistungen entsprechend anzupassen“, wie es in der Mitteilung an die Eltern vom November heißt.

Bislang lag der gesetzliche Mindestlohn bei 8,84 Euro. Im Mindestlohngesetz ist vorgeschrieben, dass er alle zwei Jahre neu festgelegt werden soll. Er wird nun in zwei Schritten erhöht: Ab 1. Januar liegt er bei 9,19 Euro, ein Jahr später steigt er noch einmal um 16 Cent.

Top-Catering Geschäftsführer  Marcus Brings erklärt auf Nachfrage, dass es bislang nur wenige Reaktionen vonseiten der Kunden gab, „da die Begründung eindeutig und nachvollziehbar ist“. Einzelne Eltern hätten dennoch kein Verständnis. „Hier versuchen wir, unsere Begründung der Preiserhöhung detaillierter auszuführen und hoffen dann auf Verständnis“, beschreibt er.

In der Top-Catering-Produktionsküche sind über 15 Mitarbeiter für die Versorgung der Frankfurter Schulen beschäftigt, darunter Köche, Küchenhilfen und Fahrer. Hinzu kommen in jeder Schule die Mitarbieter in der Ausgabe, die jeweils allein, zu zweit oder zu dritt tätig sind. Einige Frankfurter Schulen werden zum Teil bereits seit über 20 Jahren von der Firma beliefert.

Gekocht wird bei Top Catering nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Demnach sollen die Schüler gesund und ausgewogen essen. Süßspeisen gibt es nur zweimal im Monat und Vollkornbrot wird Brötchen vorgezogen. „Das Problem, das sich daraus ergibt, ist, dass diese Richtlinien der DGE nicht in Schulen oder im Elternhaus gelehrt werden“, erklärt Brings. Bietet Top Catering beispielsweise Bulgur oder Soja an, werde das oft abgelehnt.

An den Grundschulen und in der 7. Klasse nehmen noch viele Schüler das Kantinenessen wahr. „Spätestens ab der 8. Klasse nimmt der Anteil der Esser dann rapide ab“, berichtet Brings. Das sei nicht nur in Frankfurt, sondern auch in anderen Städten und Gemeinden so. Schulessen passe nicht mehr ins Bild, wenn aus Kindern junge Erwachsene werden. „Das Problem der geringen Esserzahlen ist, dass Schulessen ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr ‚cool’ ist“, sagt er. Aus Erfahrung weiß er, dass die älteren Schüler lieber zum Bäcker gehen und ungestört mit ihren Freunden sein wollen, als mit den Jüngeren in der Kantine zu sitzen.

Nicht nur die Anzahl der Esser ist einer der Unterschiede zwischen Grund- und weiterführenden Schulen. Auch die Portionsgrößen unterschieden sich. Top Catering richtet sich bei der Menüfolge und bei den Größen der Portionen je Altersgruppe ebenfalls nach der DGE. „Da die Portionsgrößen bzw. die Mengen der einzelnen Komponenten bei Oberschulen größer zu kalkulieren sind, ergibt sich demnach ein höherer Essenpreis“, so Brings.

Lehrer zahlen den der Schulform entsprechen Preis plus 70 Cent Aufschlag. „Die Mehrkosten von 0,70 € für Lehrpersonal ist eine Vorgabe der Stadt Frankfurt (Oder) und so auch in der aktuellen Ausschreibung festgesetzt“, erklärt er. Dementsprechend zahlen Lehrer an Grundschulen weniger als an Oberschulen.

Top Catering gehörte früher zum Berliner Cateringunternehmen GVL GmbH und spaltete sich vor fünf Jahren von diesem ab. Danach wurde die Firma, die sich als ortsansässiges Frankfurter Unternehmen versteht, umstrukturiert. Es gab Gespräche mit Eltern, Schülern und der Stadt. „Die jetzige Führung nimmt die Probleme und Anregungen der Kunden sehr ernst und begann sofort mit Maßnahmen“, sagt Brings. Top Catering setzt jetzt zum Beispiel mehr auf Regionalität als früher.

Im Schuljahr 2019/2020 wird es eine Neuausschreibung für das Essen an den Frankfurter Schulen geben. Auch Top Catering will sich wieder bewerben.

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