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Fußball
Der 1. FC Frankfurt zum Einkleben

Thomas Sabin / 05.01.2019, 06:00 Uhr
Frankfurt (MOZ) Mit einer ganz besonderen Idee möchte der 1. FC Frankfurt seinen Mitgliedern eine Freude bereiten und nebenbei das Gemeinschaftsgefühl  der verschiedenen Mannschaften stärken. Teammanager Matti Roeck organisiert ein vereinseigenes Klebeheft ähnlich wie jene von Panini.

Blättert man durch die verstaubten Panini-Hefte von Opa, kommt man nicht ums Schmunzeln herum. Von grotesk bis kurios ist alles dabei. Die Stars von gestern sind von ihrer besten, nicht selten auch von ihrer schlechtesten Seite abgelichtet und eingeklebt – auf ewig.

Zwar nicht ganz wie das Original von Panini, aber so ähnlich soll das vereinseigene Heft des 1.FC Frankfurt werden, erklärt Matti Roeck, der seit 2017 als Teammanager der 1. Fußball-Männermannschaft im Verein tätig ist. Die Idee kam ihm Mitte des letzten Jahres. „Ich habe nach einer neuen Aktion für unseren Verein gesucht, die nicht nur etwas Geld in die Vereinskasse spült, sondern auch den Zusammenhalt im Verein stärkt. Dann bin ich auf ‚Stickerstars´ gestoßen und war sofort überzeugt“, sagt der 26-Jährige.

Die Idee hinter „Stickerstars“ selbst könnte einfacher nicht sein. Michael Janek, ein waschechter Franke und Aike Fiedler, ein echtes Nordsee-Inselkind aus Juist – so stellen sich die beiden Gründer auf ihrer Website vor – wollen mit ihren Heften dafür sorgen, dass auch Amateursportler sich wie große Stars fühlen können. Auf ihrer Seite schreiben sie: „Jeder Sportler und jeder Sport ist groß…“. Und so erschufen sie vor fünf Jahren eine neue Kategorie: Sammelalben für lokale Stars. Das Start-Up Stickerstars war geboren.

Als Matti Roeck über das noch junge Unternehmen stolperte, sah er mehr als nur ein Heft, mit dem man sich wie ein Star fühlen kann. „Das Sticker-Projekt soll die Kommunikation, den Teamgeist und die Identifikation innerhalb unseres Vereins nachhaltig stärken“, sagt er.

Als Projektleiter kam nach der Idee jede Menge Arbeit auf den ehemaligen Kicker zu. Alle Mannschaften des Vereins mussten nun abgelichtet werden. Dabei werden nicht nur die 18 Fußballmannschaften fotografiert: Auch das Gymnastikteam des FCF, der Vorstand und das Stadion-Team bekommen einen Platz im Heft.

„Das macht mindestens 250 Sportler, die wir fotografieren müssen. Unterstützt werde ich dabei von Fotograf Paul Brokowski und Frank Schömann, der sich vielseitig im Verein engagiert. Beide bekommen den ganzen Verein vor die Linse. Auch mit den Trainern der jeweiligen Teams arbeite ich zusammen“, erklärt Roeck den Aufwand der fortan zu betreiben war. Jeder, der etwas mit dem Verein zu tun hat, erhält im Album einen Sticker – mit Namen und Position oder Funktion. Auf jeder Seite wird später eine Mannschaft abgebildet. Die Sticker wird es dann in kleinen Paketen im Rewe zu erwerben geben. Rico Adolph, Chef des Rewe im Südring, fungiert bei diesem Projekt als Partner für den Club und wird die Päckchen in seinem Laden verkaufen.

Gerade für die jungen Fußballer aus dem Nachwuchs sei es ein riesengroßes Erlebnis, in einem Stickeralbum zu sein, glaubt Roeck. „Ich freue mich auf die Reaktion der jüngeren Spieler“, sagt er. Doch bis alle Bilder im Kasten sind, dauert es. Der 1.FCF erteilt dann die Freigabe an Stickerstars und die Sticker gehen in den Druck. „Dafür hat die Firma eine sehr nutzerfreundliche Projektzentrale online erschaffen“, erklärt Roeck. „Dort tragen wir alles ein und dann heißt es: warten. Momentan sind wir in der zweiten Kontrollphase, Ende Februar rechne ich mit dem Druck.“

Mit über 200 umgesetzten Alben können die Macher von Stickerstars bald ein weiteres dazu zählen. Und vielleicht ist das Heft des 1. FCF später einmal so viel Wert, wie einige legendäre Panini-Hefte, die gespickt mit Stars in manchen Pappkartons schlummern. Bei Ebay, dem weltweit größten Online-Marktplatz, kratzen Sammlungen von Panini-Heften und einzelnen Stickern an der 10 000-Euro-Marke. Für ein vollständiges Heft von der WM 2018 in Russland müssen bis zu 500 Euro hingelegt werden.

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