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Mit dem Einbau neuer Fenster in der Aula ist der Umbau des Schulstandortes in der Gubener Straße abgeschlossen

Grundschule Mitte
Abschluss eines Jahrzehntprojekts

Betrachten die neuen Fenster in der Aula der Grundschule Mitte: Wiebke Tetzlaff (v.l.), Birgit Förster, Christian-Ulrich Dinse und Jörg Gleisenstein.
Betrachten die neuen Fenster in der Aula der Grundschule Mitte: Wiebke Tetzlaff (v.l.), Birgit Förster, Christian-Ulrich Dinse und Jörg Gleisenstein. © Foto: Thomas Gutke
Thomas Gutke / 10.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 08:18
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor gut neun Jahren begann der Umbau des Friedrichsgymnasiums, dem ältesten noch genutzten Schulbau der Stadt, zur Grundschule Mitte. Mit dem Einbau neuer, repräsentativer Fenster in der Aula ist die komplexe Sanierung vorerst abgeschlossen.

Der Anfang des wohl langwierigsten Bauprojektes der Stadt reicht sogar bis in das Jahr 1993 zurück, berichtete Ulrich-Christian Dinse, Leiter der Abteilung Denkmalschutz, am Mittwoch beim Vor-Ort-Termin. Damals sei ein erstes Konzept zur umfassenden Sanierung des historischen Gebäudes erarbeitet worden. „Die Schule war noch vom Krieg gezeichnet, im Februar 1944 hatten einige abgeworfene Bomben das Gebäude beschädigt“, erzählte er. Noch in den 1990er Jahren fanden daher im früheren Friedrichsgymnasium Sanierungsarbeiten an der Fassade und am Dach statt.

„Es wurde von Anfang an und kontinuierlich an dem Gesamtziel gearbeitet, der Bildung in diesem Haus wieder einen würdigen Rahmen zu geben“, erklärte Ulrich-Christian Dinse.

2010 begann der Umbau des 1880 errichteten Gebäudes zu einer Grundschule. Der Standortentscheidung war eine lange politische Kontroverse vorausgegangen. Tatsächlich wurde der angedachte Kostenrahmen dann – wie von vielen Stadtverordneten befürchtet – deutlich überschritten. Hinzu kamen Bauverzögerungen und Baupannen. Bis zum Umzug 2012 summierten sich die größtenteils geförderten Kosten bereits auf 4,2 Millionen Euro. Von dem Geld wurden die Innenräume des Haupt- und Erweiterungsgebäudes neu gestaltet, die Akustik verbessert, das ehemalige Direktorenhaus zum Hort umfunktioniert, die Sporthalle aufgestockt und der Schulhof erneuert. Einige Maßnahmen mussten seinerzeit aus Kostengründen noch warten. Der letzte Baustein war die Fassadensanierung am Erweiterungsbau sowie die Erneuerung von 161 Fenstern von 2017 bis Oktober 2018. Auch hier stiegen die Kosten von zunächst geplanten 630 000 Euro auf am Ende 950 000 Euro, vor allem wegen der Baukonjunktur. „In den vergangenen acht Jahren wurden damit rund 5,8 Millionen Euro in den Standort investiert“, zog Baudezernent Jörg Gleisenstein Bilanz.

Der letzte Bauabschnitt fand nunmehr mit der Erneuerung der Fenster in der Aula, dem „Herzstück der Schule“, so Gleisenstein, seinen erfolgreichen Abschluss. Bereits 1880 besaß der repräsentative Saal kunstvoll gestaltete Bleiverglasungen; sie gingen 1944 zu Bruch. Abbildungen, die eine originalgetreue Rekonstruktion ermöglicht hätten, ließen sich nicht ermitteln, weshalb die Stadt einen Wettbewerb initiierte. Hier setzte sich ein Entwurf des Berliner Künstlers Andreas Wolff mit verschiedenen Farbtönen und Fabeltieren durch. Betreut wurden die Arbeiten vom Architekturbüro Jenner & Schulz aus Frankfurt. Die Glaswerkstatt Andreas Walter in Berlin fertigte die neuen Bleiverglasungen in aufwendiger Handarbeit, die – um den Anforderungen des Wärmeschutzes zu entsprechen – in Isolierglasscheiben eingebettet sind. Als besondere Schwierigkeit habe sich erwiesen, ein geeignetes Profilsystem für den Einbau der Fenster zu finden, berichtete Birgit Förster, Leiterin des Zentralen Immobilienmanagements.

Schulleiterin Wiebke Tetzlaff zeigte sich erleichtert  darüber, dass das Projekt nunmehr zum Abschluss gekommen ist. Über die schöne Aula freut sie sich besonders. „Das sieht wirklich toll aus, es gab auch schon viel positives Feedback von Eltern und Kindern.“ Überhaupt hätten die Schüler das Gebäude gut angenommen. Auch wenn das ehemalige Domizil in der Bischofstraße mitunter baulich funktionaler gewesen sei, findet Wiebke Tetzlaff: „Wir haben eine sehr schöne Schule bekommen“.

Ulrich-Christian Dinse freute sich über das Lob. Schließlich hat er mehr als 25 Jahre lang unermüdlich mit an der denkmalgerechten Sanierung gearbeitet. Vor allem die Aula gebe mit ihrer Farbgebung und den künstlerisch gestalteten Fenstern an der Hofseite nun wieder ein Gesamtbild ab, „das vorzeigbar ist“, sagt er, und: „Kunst am Bau kommt beim Bau neuer Schulgebäude heutzutage oft viel zu kurz. Dabei ist doch auch das wichtig für den Bildungsauftrag.“

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