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Bücher
Essen und Krimis sind die Renner

Jan-Henrik Hnida / 10.01.2019, 11:32 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 12:42
Frankfurt (MOZ) Buchhandlungen und Bibliotheken haben es gegen Konkurrenten wie Netflix-Serien oder Amazon nicht einfach. Doch leihen und kaufen sich junge und ältere Frankfurter nach wie vor Bücher in gedruckter Form. Am besten laufen Romane und Kochbücher, aber auch Klassiker.

„Die geheime Macht der Düfte“, „Post von Karlheinz“ und „Der Schattenkrieg“ gehörten 2018 zu den Top 10 der Bestseller, die bei der Stadtbibliothek am Marktplatz am meisten ausgeliehen wurden. Aber auch Klassiker wie „Das blaue Buch“ von Erich Kästner oder die Fortsetzungsreihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ wurden von den Lesern stark nachgefragt, wie Bibliothekarin Anke Grund erklärt. „Natürlich gehen Krimis, Thriller und Alltagsliteratur immer“, sagt sie. Gerade die Romane des deutschen Autors Sebastian Fitzeck gingen oft über das Ausleih-Scangerät. Bei der Sachliteratur liehen sich die insgesamt 4039 Nutzer Gedrucktes über Diäten aus.

Kamen Kunden früher mit einer Tüte voller ausgeliehener Schmöker aus der Stadtbibliothek, so seien es heute im Schnitt zwei bis drei Bücher. „Der Trend geht zurück“, stellt Anke Grund fest. Laufen im Haus 2, in der Collegienstraße, DVDs noch gut, sieht die Bibliothekarin auch für Filme und Serien wenig Besserung gegen Konzerne wie Netflix und Amazon. Trotzdem gibt es bei einigen Romanen so eine große Nachfrage, dass sie nachgekauft werden müssen. In der Hutten-Buchhandlung sind derzeit Vertreter verschiedener Verlage zu Besuch, um ihre „Frühjahrsreise“ zu absolvieren, wie Leiter Jan Micklich erläutert. „Jeder unserer Mitarbeiter hat ein Fachgebiet, wie Reisen oder Belletristik“, sagt er. Diese besprechen dann mit den Verlags-Vertretern, was aus den Katalogen für das Frühjahr bestellt wird – oder welche Ladenhüter wieder zurück gehen.

„Viele Kunden scheinen auf der Suche nach Gesundheit und Nachhaltigkeit zu sein“, vermutet Jan Micklich. Deshalb musste er den Bestseller „Der Ernährungs-Kompass“ mehrmals nachbestellen.

Ist der Absatz von E-Books in dem Geschäft im Oderturm „verschwindend gering“, so wurden gehäuft Familien-, Nachkriegs- und Fluchtgeschichten nachgefragt. Zum diesjährigen Fontane-Jahr wird Micklich so einige Publikationen des Schriftstellers ordern, wie über seine Wanderwege.

Auf regionale Lesekost können sich Leser ab Mitte März freuen. Dann stellt der Brandenburger Autor Bernd Hesse seinen neuen Krimi „Durch die Hölle“ vor.

Bücher über Kreuzfahrten waren im Bereich „Reisen“ nachgefragt. Eine Rückbesinnung aufs Vorlesen nimmt Micklich bezüglich Kinder- und Jugendbüchern wahr. „Helden sind immer noch wichtig. Aber andere als früher.“ Titel wie „Greg’s Tagebuch“ oder die Harry-Potter-Bände gehen ganzjährig gut weg.

Ein Verkaufsschlager war in der Lukas Buchhandlung Michelle Obamas Autobiografie. „‚Becoming’ lief super – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch“, sagt Michael Möckel. Auch harte Kost wie „Die große Illusion“ über das Ende des Ersten Weltkriegs oder den Bestseller-Dauerbrenner „Darm mit Charme“ der Wissenschaftlerin Giulia Enders lasen Frankfurter.

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