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Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Uwe Hoppe sieht in Neuansiedlungen Stärkung der bestehenden Betriebe

Wirtschaft
„Frankfurt braucht neue Industrien“

Heinz Kannenberg / 21.01.2019, 07:00 Uhr
Frankfurt (MOZ) Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostbrandenburg Uwe Hoppe sieht in Neuansiedlungen im Industriebereich auch eine Chance für das Handwerk. Der Beigeordnete für Wirtschaft Claus Junghanns (CDU) hatte in der vergangenen Woche erklärt, Frankfurt ist „kein klassischer Industriestandort“.

Hoppe unterstützt Junghanns Position, die aktive und vorausschauende Bestandspflege etab-lierter und neuer Frankfurter Firmen und Unternehmen voranzubringen. Da  Junghanns nicht den Industriestandort sondern den klassischen Industriestandort in Frage stelle, wie seiner Meinung in der Überschrift des MOZ-Beitrages tendenziös ausgedrückt, fragt Hoppe: „Was meint er mit klassischer Industrie – Schwerindustrie, Automobilbau, Chemie?“. Diese Bereiche wandelten sich, würden smarter, kompakter, kleinteiliger und benötigen Zulieferer, wie sie erfolgreich in Eisenhüttenstadt, Bernau, Fürstenwalde, Eberswalde und Schwedt existierten. „Das soll in Frankfurt nicht mehr möglich sein? Das glaube ich nicht“, stellt Hoppe fest. Beispielsweise die Solarindustrie sei auch keine klassische Industrie.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostbrandenburg fordert: „Genau um  neue Industrien und Produktionsstätten müssen sich der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Junghanns und das Investor Center Ostbrandenburg (ICOB) weiter kümmern.“  Wenn das nicht gewollt sei, müsse der junge Mann das deutlich und klar sagen. Ansonsten könnte man das ICOB auch liquidieren und den Regionalen Wachstumskern Frankfurt/Eisenhüttenstadt „eindampfen“. Uwe Hoppe sieht jedoch aufgrund der vielen und großen freien Ansiedlungsflächen in Frankfurt Chancen für Ansiedlungen in der Region. Denn andernorts seien Gewerbeflächen knapp oder schon nicht mehr vorhanden. „Handwerk selbst profitiert eindeutig von größeren Produktionsfirmen/-einheiten. Nicht nur bei der Errichtung von Gebäuden und Anlagen sind Handwerksbetriebe gefragte Partner. Moderne, gewerblich-technische und produktive Handwerksbetriebe aus der Region sind Innovationstreiber“, sagt Hoppe.

Somit profitierten industrielle Auftraggeber auch vom Know how des Handwerks. Als Dienstleister und Partner für Reparatur, Wartung und Instandhaltung siedelten regionale Handwerker gern in der Nähe und im Umfeld von Industriestandorten. Gut verdienende Industrie- und Forschungsbeschäftigte zählten als Kunden für Autowerkstätten, Bäcker, Fleischer, Optiker und Tischler, Schneider und Fahrradwerkstätten wie „Gold“, betont Uwe Hoppe weiter. Insofern würden Neuansiedlungen jeglicher Art in barer Münze zahlen – im Handwerk, im Handel und durch Gewerbesteuern auch ins Stadtsäckel.

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