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Ruhestätte
Waldbestattung bald in Lossow

Alter Friedhof wird reaktiviert: Lossows Ortsvorsteher Uwe Korsing am alten Friedhof des Dorfes. Im seinem hinteren Teil soll in diesem Jahr Frankfurts erste Waldbestattungsanlage entstehen.
Alter Friedhof wird reaktiviert: Lossows Ortsvorsteher Uwe Korsing am alten Friedhof des Dorfes. Im seinem hinteren Teil soll in diesem Jahr Frankfurts erste Waldbestattungsanlage entstehen. © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 22.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.01.2019, 08:09
Frankfurt/Lossow (MOZ) Die Nachfrage nach pflegearmen alternativen Bestattungsformen ist auch in Frankfurt groß. Auf dem alten Lossower Friedhof soll in diesem Jahr die erste Waldbestattungsanlage geschaffen werden. Bewohner des Ortsteils wollen sich mit dafür engagieren.

Die Waldbestattungsanlage sei Lossows wichtigstes Vorhaben in diesem Jahr, sagt Ortsvorsteher Uwe Korsing. Er ist froh, dass das Projekt, das auf die Initiative einer Lossower Familie zurückgeht, jetzt umgesetzt wird. Die Initiatoren, deren Kinder in den Altbundesländern leben, hätten sich mit der Bitte um Schaffung einer Möglichkeit zur Waldbestattung einst schon an OB Martin Wilke gewandt. Nun habe sich Jens Dörschmann, der neue Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, der Sache angenommen, so Korsing dankbar.

Die Weichen für die Anlage, die in der Verwaltung unter dem Arbeitstitel „Lossower Waldbestattung“ läuft, sind gestellt, die ersten Arbeiten erfolgt. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadt, des Lossower Heimat- und Sportvereins sowie der Ortsfeuerwehr wurde der Platz festgelegt, auf dem sie entstehen soll – im hinteren Bereich des alten Friedhofs, rechts neben der Leichenhalle.

Auf dem Friedhofsteil ist seit den 20-er Jahren nicht mehr bestattet worden, weiß der Ortsvorsteher. Seitdem hat die Natur das Areal zurück erobert. Bäume sind gewachsen,  um die sich Efeu rankt. Zwischen dem Wildwuchs am Boden sind noch etliche alte Grabsteine zu entdecken. Sie sollen gesichert und als historische Zeugnisse erhalten bleiben, meint Uwe Korsing, der auch Vorsitzender des Lossower Heimat- und Sportvereins ist.

Die Stadtverwaltung hat eine Baumschau und in der Folge das Fällen mehrerer nicht mehr standsicherer Bäume auf dem Areal veranlasst. Dafür sollen einige junge Bäume auf die künftige Waldbestattungsanlage gepflanzt werden, sagt Jens Dörschmann.

Der Leiter der Friedhofsverwaltung ist dankbar für die Initiative der Lossower, denn er weiß: „Die Nachfrage nach pflegearmen Grabstätten ist groß.“ Die Idee, Baumbestattungen in Frankfurt zu ermöglichen, sei nicht neu. Die habe es auch für den Stadtwald schon gegeben. Doch auf einem Friedhof lasse sich die Bestattungsform leichter realisieren. „Dafür braucht es keine Sondergenehmigung“, erklärt Dörschmann.

Er wollte die Waldbestattung ursprünglich zuerst auf dem Hauptfriedhof möglich machen. Aber die Lossower seien ihm zuvor gekommen. Wenn die neue Bestattungsform gut angenommen werde, soll sie auch auf dem Hauptfriedhof angeboten werden, stellt der Chef der Friedhofsverwaltung in Aussicht.

Während in den namentlich geschützten Ruhe- oder Friedwäldern in der Regel nur die Urnenbestattung möglich ist, will Jens Dörschmann in Lossow auch Erdbestattungen ermöglichen. „In den Dörfern bevorzugen viele diese Bestattungsform“, weiß er. Durch einen speziellen Wurzelschutz für die Bäume soll der einzuhaltende Abstand für die Bestattungen nicht zu groß werden.

Auf die Frage, ob für die neue Bestattungsform die städtische Friedhofssatzung angepasst werden muss, sagt Dörschmann: Nein, denn es handele sich um spezielle Formen von Urnen- bzw. Erdbestattungs-Gemeinschaftsanlagen.

Für den Leiter des Friedhofsamtes ist das Lossower Projekt „ein Feldversuch“, dem weitere folgen sollen. Das im vorigen Jahr vom Landtag beschlossene neue Bestattungsgesetz lasse jetzt zum Beispiel auch Asche-Streuwiesen auf Friedhöfen zu, so Jens Dörschmann.

Auf das Mitmach-Angebot der Lossower will er gern zurück kommen: Bis Ende Februar muss der Wildwuchs im Bereich der geplanten Waldbestattungsanlage beseitigt sein.

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