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Tag der offenen Tür
Attraktiv fürs ganze Umland

Janet Neiser / 22.01.2019, 09:00 Uhr
Müllrose (MOZ) Bis zur letzten Minute haben Besucher am Wochenende die Chance genutzt, sich die Grund- und Oberschule in Müllrose anzusehen. Die hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen und weihte auch gleich das neue Ergänzungsgebäude für die Grundschule und den Hort ein.

Der Chemieraum der Müllroser Schule ist bei jedem Tag der offenen Tür ein echter Magnet. Dort qualmt und zischt es nicht nur, sondern dort herrscht auch meist richtig gute Stimmung. Was wohl nicht zuletzt an Christian Loges liegt, dem etwas anderen Fachlehrer, der genau weiß, was vor allem jüngere Kinderaugen magisch anzieht. Diesmal war es Harri, das böse Gummibärchen, das in einem Reagenzglas in Flammen aufging. Aber auch Kerzen konnten hergestellt und wunderschöne Steine begutachtet werden. Lehrer, Eltern mit ihren Kindern und sogar ehemalige Schüler wollten sich das Loges-Spektakel nicht entgehen lassen.

Wesentlich ruhiger, aber mindestens genauso spannend ging es im Biologieraum zu. Während manch einer etwas angewidert wegschaute, nutzte Sabrina die Chance, ein Wandelndes Blatt auf die Hand zu nehmen. Das Insekt, das normalerweise vor allem in Asien lebt, haben Müllroser Schüler selbst gezüchtet, fünf Monate alt ist der Tarnungskünstler, der zur Ordnung der Gespenstschrecken gehört. Angst war der Zwölfjährigen aus Jacobsdorf nicht anzumerken, eher schon Neugier. Sie möchte ab dem nächsten Schuljahr auf jeden Fall an die Müllroser Grund- und Oberschule wechseln. „Ich war letztes Jahr schon beim Tag der offenen Tür hier. Und da hat es mir auch schon gefallen“, sagt das Mädchen, das derzeit noch die Grundschule in Briesen besucht. Eine Frankfurter Schule komme nicht in Frage, betonen die Eltern. Und dass mit dem Schulbus nach Müllrose werde schon klappen.

Auch eine Mutter aus Eisenhüttenstadt ist mit ihrem Sohn vor Ort. Zunächst haben sich die beiden die Gesamtschule 3 angesehen, dann ging es weiter nach Müllrose. „Die Schule hat auch was“, sagt sie. Ganz ausschließen wolle sie nicht, dass die Wahl auf Müllrose fällt.

Die Schule an der Jahnstraße ist ein Sammelpunkt für Schüler aus dem ganzen Umland. Teilweise kommen die sogar aus Neuzelle oder Frankfurt, erzählt Schulleiterin Katja Fritzke. Sie schreibt das dem Konzept „Schule im Aufbruch“ zu, das individuelleres Lernen in Lernbüros und Laboren ermöglicht. „Außerdem spricht viele an, dass wir im Vergleich zu anderen eine kleine Schule sind“, sagt sie. Mit dem Tag der offenen Tür ist die Schulleiterin richtig zufrieden. Besucher kamen in Scharen – wohl auch wegen der Einweihung des Ergänzungsgebäudes. In dem modernen Haus, das notwendig geworden war, „weil wir aus allen Nähten geplatzt sind“, wie Katja Fritzke meinte, wird übrigens für die Erst- und Zweitklässler sowie die Hortkinder eine Hausschuhpflicht eingeführt.

Jannik wird davon nicht viel mitbekommen, besucht er doch schon die vierte Klasse. Ihm gefalle die Schule richtig gut, erzählt der Junge aus Dammendorf, der gern mit Lego baut und im Robotic Club seine Freizeit verbringt. Zweimal in der Woche treffen sich dort vor allem Jungen, berichtet Lehrerin Angela Verhoeven, die mächtig stolz auf ihre jungen Tüftler ist. „Das hat was mit Technik zu tun und man kann kreativ sein“, sagt Marcel, der versucht, einen Lego-Roboter in Bewegung zu versetzen.

Vier Fragen an Matthias Vogel

Mit dem Schul- und Hortergänzungsbau auf dem Müllroser Schulgelände wurden Plätze für 120 Kinder geschaffen. Es gibt vier knapp 70 Quadratmeter große Klassenräume für die Erst- und Zweitklässler sowie zwei Bereiche für den Hort. Die förderfähigen Kosten für das barrierefreie Gebäude belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Janet Neiser sprach mit Amtsdirektor Matthias Vogel.

Herr Vogel, was bedeutet das Millionenprojekt für Müllrose?

Das bedeutet nicht nur für die Schule viel, sondern auch für den Hort, der dadurch eine große Entlastung erfährt. Durch die neuen Schulräume und die Horträume bietet wir optimale Bedingungen für die Förderung und die Beschäftigung der Kinder. Für die Schule ist das eine Verbesserung der Rahmenbedingungen: Es sind attraktive und modern ausgestattete Räumlichkeiten. Außerdem befindet sich im Obergeschoss ein extra Inklusionsraum, der als Rückzugsort und zu physiotherapeutischen Behandlungen genutzt werden kann. Das Gebäude ist komplett barrierefrei. Es gibt einen Aufzug, ein Behinderten-WC und alle Aufenthaltsräume haben rollstuhlgerechte Türbreiten. Damit setzen wir Maßstäbe für künftige Bauten. Und das macht mich wirklich glücklich.

Ist diese Investition auch als Signal zu verstehen, dass Müllrose auf die junge Generation baut?

Auf jeden Fall. Die Kinder sind unsere Zukunft und von daher finde ich es gut, dass die Stadtverordneten damals den Beschluss gefasst haben, diese Investition gemeinsam mit dem Land zu tätigen. Kinder sind das Wichtigste, was wir haben, insofern muss man für die Kinder auch das Optimale bereitstellen.

Was planen Sie denn noch in diese Richtung?

Da gibt es tatsächlich schon in diesem Jahr ganz konkrete Projekte: Zum einen ist da der kleine Erweiterungsbau für den Sanitärbereich, den wir im April fertigstellen wollen. Da sieht man jetzt schon etwas. Und bis zum Jahresende soll der  Anbau für die Kindertagesstätte mit 30 neuen Plätzen fertig werden.

Wissen Sie, ab wann das Ergänzungsgebäude an der Jahnstraße von den Kindern erobert wird?

Die Nutzung soll im Februar beginnen, also pünktlich zum neuen Schulhalbjahr. Das sind die Informationen, die ich bekommen habe.

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