Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Waldorfschüler diskutieren mit Annalena Baerbock, Thomas Nord und Michael Möckel über Politik und Privates

Politiker an Schulen
Zwischen Diäten und Spaghetti

Wurden von den Zehnt- und Elftklässlern befragt: Michael Möckel, Annalena Baerbock und Thomas Nord besuchten am Freitag die Freie Waldorfschule.
Wurden von den Zehnt- und Elftklässlern befragt: Michael Möckel, Annalena Baerbock und Thomas Nord besuchten am Freitag die Freie Waldorfschule. © Foto: Caroline Ritter
Lisa Mahlke / 27.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 27.01.2019, 12:11
Frankfurt (Oder) (MOZ) Was meinte Patzelt mit der Aussage zur AfD? Wie sieht es bei Politikern mit Nebeneinkünften aus? Und welches Auto fahren die eigentlich? Die Waldorfschüler hatten viele Fragen beim Besuch von Annalena Baerbock, Thomas Nord und Michael Möckel.

Ums Reden ging es am Freitag anderthalb Stunden lang. Nicht nur, weil Zehnt- und Elftklässler der Waldorfschule den Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende B 90/Die Grünen, und Thomas Nord (Linke) sowie dem CDU-Kreisvorsitzenden Michael Möckel so lange Fragen stellen konnten. Sondern auch, weil diese den Schülern das Miteinander Sprechen ans Herz legten. So ging es im Gespräch mit Thomas Nord etwa darum, dass zunächst niemand mit der PiS-Partei in Polen sprechen wollte, als sie an die Macht kam. Dann jedoch seien Parlamentarier nach Warschau gefahren, denn „Sprachlosigkeit in solchen Situationen ist am schlimmsten“, so der 61-Jährige.

Auch im Gespräch mit Michael Möckel ging es darum, dass es nicht der richtige Weg sei, nur mit Menschen zu reden, mit denen man einer Meinung ist. Möckel war in Vertretung des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Patzelt erschienen, mit dem die Schüler eigentlich geplant hatten, über seine AfD-Aussage zu diskutieren. Patzelt hatte gesagt, er würde auch mit der AfD reden, wenn keine andere Regierung zustande käme. Schüler Marius Scherer sagte: „Es ist unbefriedigend, dass Patzelt nicht da war. Ich hatte mich vor allem darauf vorbereitet.“ Der 16-Jährige und die anderen Schüler bekamen von Möckel trotzdem eine Erklärung zum Thema. Er sei zwar „nicht ganz seiner Meinung“, beschrieb Patzelts Aussage aber so: Auch wenn es schwerfalle, müsse man sich überwinden, mit der AfD zu reden, für die es sonst ein leichtes sei, sich in die Opferrolle zu begeben.

Thomas Nord betonte, dass Miteinander reden auch Widerspruch bedeuten könne. Er erzählte den Schülern offen: „Fast 10 000 Euro an Diäten bekommt ein Bundestagsabgeordneter pro Monat“ und forderte mehr Transparenz beim Thema Nebeneinkünfte, das die Schüler sehr interessierte. Die Politiker zeigten demgegenüber eine kritische Einstellung. „Ich lehne das generell ab“, so Annalena Baerbock.

Sie gab den Jugendlichen, vor allem den Schülerinnen, mit auf den Weg, selbstbewusst zu sein. Bei ihrer ersten Kandidatur, als Anfang 30-jährige Mutter, sei sie oft gefragt worden, ob sie überhaupt Bundestagsabgeordnete werden könne. Aber: Man solle sich nicht abschrecken lassen.

Zehntklässler Erik Gabel, dessen Klasse Baerbock bereits vor zwei Jahren im Bundestag besucht hatte, wollte wissen, ob sie sich mittlerweile ein E-Auto zugelegt habe. Sie sagte, sie steige nach wie vor erst um, wenn ihr altes Auto verschrottet ist. „Sind Sie auch für Umweltschutz?“, fragte Erik Gabel Thomas Nord und wollte auch von ihm die Autofrage beantwortet haben. Er fahre einen kleinen Mittelklassewagen, erzählte Nord. VW-Fahrer Möckel sagte, er könne sich ein E-Auto nicht leisten und dass man lieber alte Autos statt ständig Neuwagen fahren sollte.

Die neugierigen Schüler erfuhren weiteres Privates von den Politikern. So wollte Michael Möcker früher Förster werden, die Lieblingsfarbe von Thomas Nord ist Rot und Annalena Baerbock isst gerne Spaghetti Bolognese.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Kurt Cr. 27.01.2019 - 17:53:42

Politiker an Schulen

Erhalten an dieser Schule oder auch anderen Schulen der Stadt eigentlich auch Politiker des restlichen politischen Spektrums die Möglichkeit sich darzustellen, Fagen zu beantworten und Ratschläge zu geben oder ist das auf die Vertreter dieser drei Parteien beschränkt`? Wen dem so wäre hielte ich das doch für sehr bedenklich.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG