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Mehrere großformatige Werke sind über die Wochen entstanden

Galerie B
Gregor Wiest stellt Plastiken angsteinflößender Frauen aus

Frau in Schwarz: Diese Plastik hat Gregor Wiest aus Teerpappe geformt.
Frau in Schwarz: Diese Plastik hat Gregor Wiest aus Teerpappe geformt. © Foto: MOZ/Stephanie Lubasch
Stephanie Lubasch / 12.02.2019, 06:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ein wenig angsteinflößend wirkt sie schon, die große schwarze Frauenfigur, die Gregor Wiest im Moment noch auf dem Hof der Frankfurter Galerie B unter einer Plane verborgen hat.

Die Füße – viel zu groß für den gedrungenen Leib und den verhältnismäßig kleinen Kopf. Ob das eine Frankfurterin sein könnte? Der Bildhauer und Grafiker lächelt. In seinen Arbeiten, sagt er, zeige er die Menschen so, wie sie ihm auf der Straße erscheinen. Nicht immer sei das „dem griechischen Ideal“ verpflichtet.

Noch bis zum Donnerstag ist Wiest, Jahrgang 1970, in der Reihe „Regenerativverfahren“ zugange. Die Frauenplastik will er zur Finissage mit zwei anderen, mitgebrachten Figuren kombinieren. Gefertigt sind sie aus Teer und Teerpappe – ein Material, auf das der in Boitzenburg (Uckermark) lebende Künstler, der in Portugal, Spanien und an der Hochschule der Künste in Berlin studiert hat, gern zurückgreift, wenn er im städtischen Raum arbeitet, wo ihm der Platz fehlt zum Gießen und zur Arbeit am Stein. Auch zu einem anderen Material ist er aus praktischen Überlegungen gekommen: Für eine Schau in den USA fertigte er Plastiken aus Plastikabfall, die sich leicht transportieren ließen. Eine Arbeit aus dieser Reihe kann man nun in Frankfurt sehen, eine Porträtbüste mit einer Haut wie ein Flickenteppich. Am Finger lässt sich noch ein Legostein erahnen.

In seiner Zeit in der Galerie B hat sich Wiest zudem mit einer für ihn neuen Technik befasst – der Monotypie. Die Kunst, Farbe auf eine Glasplatte und von dort erst aufs Blatt zu bringen, habe ihn schon lange interessiert. „Das ist eine ganz andere Struktur als bei der Arbeit mit Öl oder Acryl“, sagt er.

Mehrere großformatige Werke sind so über die Wochen entstanden, bevorzugt nachts, der liebsten Arbeitszeit von Wiest. „Malen und zeichnen – das kann ich nur nachts“, sagt er. Nur dann sei es möglich, „die weltlichen Dinge loszulassen“.

Meist dreht er dazu laut die Musik auf – „Maler-Disco“ nennt er das. Seit Kurzem versucht Wiest sich auch selbst am Musik machen; vor drei Jahren hat er mit einem befreundeten Bildhauer eine kleine Band gegründet. Blues spielen sie und Hardcore; Wiest steuert den „Vokalbeitrag“ bei. Zur Finissage am Donnerstag soll es eine Kostprobe geben.(lub)

Ausstellung geöffnet Di/Mi, 14–18 Uhr, Finissage am 14.2., 19.30 Uhr, Galerie B, Lindenstr. 4, Frankfurt (Oder)

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