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Bernhardinum
Für Schulbanker dauert ein Geschäftsjahr zwei Wochen

Banker auf Zeit: Dominic Ohl und Ludwig Major (v.l.) vom Bernhardinum nehmen an einem Planspiel teil.
Banker auf Zeit: Dominic Ohl und Ludwig Major (v.l.) vom Bernhardinum nehmen an einem Planspiel teil. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 12.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 13.02.2019, 08:00
Fürstenwalde (MOZ) „Ich würde die Spareinlage gerne senken“, sagt Dominic Ohl. „Die Zinssätze müssen wir leicht erhöhen“, erwidert Ludwig Major. Die beiden sind Banker – zumindest auf Zeit. Im Rahmen des Seminarkurses „Wirtschaft im Alltag“ am Katholischen Gymnasium Bernhardinum nehmen sie in kleinen Gruppen am bundesweiten Planspiel „Schulbanker“ des Bundesverbandes deutscher Banken teil.

„MOP“ heißt die Bank, die Dominic Ohl, Ludwig Major und Laura Patzwall  dafür gegründet haben. Die Buchstaben stehen für den jeweils ersten ihrer Nachnamen. „Wir befinden uns jetzt im fünften Geschäftsjahr“, erklärt der 16-jährige Dominic. Das geht, weil ein Geschäftsjahr in der simulierten Bankenwelt jeweils nur zwei Wochen umfasst. Im Oktober vergangenen Jahres ging es los; mit 671 Millionen Euro Startkapital galt es für Laura und ihre Mitstreiter, eine Bank für Privatkunden aufzubauen, die das von der Bundesbank geliehene Geld in Form von Krediten ebenfalls verleiht und dafür Zinsen einnimmt.

„Dabei gilt es, unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage als Bank attraktiv zu sein“, erklärt Seminarkursleiterin Kerstin Ahrens. Denn: Jedes Geschäftsjahr hat eine bestimmte konjunkturelle Lage, die es bei Entscheidungen über Zinsanpassung und Co. zu berücksichtigen gilt. „Beim letzten Mal haben wir uns anscheinend für die falschen Aktien entschieden und die Zinssätze nicht clever gewählt“, sagt Ludwig Major. Ergebnis: Der Kassenbestand der MOP-Bank ist deutlich gesunken, von 10 auf 9 Millionen Euro. Und das Team ist im bundesweiten Vergleich innerhalb ihres Marktes von Platz 8 auf 21 von insgesamt 25 abgerutscht.

20 verschiedene Märkte, in denen auch elf Brandenburger Schulen aktiv sind, gibt es; wenn die MOP-Bank Entscheidungen im laufenden Geschäftsjahr trifft, gibt sie diese auf einer Internetseite bekannt, dort erhalten die Schulbanker auch Auskunft über die jeweilige Konjunkturlage. „Zum Beispiel haben wir den Tipp bekommen, dass die Lufthansa im Winter nicht so hoch im Kurs steht, weil mehr Menschen im Sommer in den Urlaub fliegen“, erklärt Ludwig das Prinzip.

Noch drei Wochen, dann endet das Planspiel im sechsten Geschäftsjahr und die jeweiligen Markt-Sieger werden gekürt. Sie treten Ende März im Finale in Berlin gegeneinander an. Sollten es die MOP-Bank und auch keines der drei anderen simulierten Geldinstitute in den elften Klassen am Bernhardinum ins Finale schaffen, sei das kein Rückschlag: „Zu Beginn haben wir gar keine Ahnung gehabt und mit vielen Begriffen überhaupt nichts anfangen können“, sagt Dominic. „Jetzt“, ergänzt Ludwig, „haben wir ein allgemeines Verständnis von Bank.“  (amd)

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