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Gemüsegenossenschaft
Ein Herz für Grünzeug

Visionäre: Judith Ruland und Frederik Henn haben die bio-vegane solidarische Landwirtschaft plantAge in Markendorf ins Leben gerufen. Wo sonst vor allem Äpfel wachsen, soll schon bald auch Gemüse geerntet werden.
Visionäre: Judith Ruland und Frederik Henn haben die bio-vegane solidarische Landwirtschaft plantAge in Markendorf ins Leben gerufen. Wo sonst vor allem Äpfel wachsen, soll schon bald auch Gemüse geerntet werden. © Foto: Plantage
Lisa Mahlke / 19.02.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 19.02.2019, 08:22
Frankfurt (Oder) (MOZ) Einmal in der Woche soll es ab Juli eine Gemüsekiste direkt aus Markendorf geben. Judith Ruland und Frederik Henn sind die Gründer der Gemüse-Genossenschaft plantAge. Am Herzen liegt den beiden auch der Naturschutz.

Frederik Henn hat Betriebswirtschaft studiert. Doch eigentlich schlägt sein Herz, wie er sagt, „fürs Draußen-Sein und für Gemüse.“ Gemeinsam mit seiner Partnerin hat der 27-Jährige die Gemüsegenossenschaft plantAge eG i.G. gegründet. In Markendorf wollen die beiden Gemüse und Obst anbauen. Jeder kann Genosse werden, zahlt mindestens 150 Euro Einlage, einen Mitgliedsbeitrag von 25 Euro pro Jahr und bekommt für 79 Euro im Monat einmal in der Woche eine Gemüsekiste. In Frankfurt soll diese in den Biomarkt Naturalia in der Magistrale geliefert werden.

„Wir wollen nicht nur die Erntekiste sein“, sagt Judith Ruland bei der Vorstellung von plantAge im Blok O. Es gehe auch darum, Naturschutz zu betreiben. So gehört die Genossenschaft, ebenso wie die Nabu-Ortsgruppe und die Markendorf Obst e.G., zu einem Projekt, in dem drei Jahre lang konventionelle und  Bioanbausysteme verglichen werden. „Wir versuchen, verschiedene Initiativen, die auch andere Wege gehen wollen, anzusiedeln“, sagt der Markendorfer Obstbauer Thomas Bröcker. PlantAge etwa setzt auf bio-vegane Landwirtschaft. Das heißt, es werden keine tierischen Dünger wie Mist, Gülle oder Schlachtabfälle eingesetzt.

Die Genossenschaft steht noch ganz am Anfang. Bislang gibt es an die 90 Genossen, ein Viertel von ihnen hat sich bislang dazu entschlossen, Ernteabnehmer zu werden und einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. 100 braucht es, um zu funktionieren, „möglichst bis März“, sagt Judith Ruland. Sie und Frederik Henn hoffen auf weitere Abnehmer in Frankfurt, denn bislang kommen die meisten aus Berlin, wo es zehn Abholstationen geben wird. Nun könne man meinen, „hier wird wieder etwas für Berlin hergestellt“, sagt Ruland. „Aber wir machen das direkt mit euch in Frankfurt (Oder)“, betont die 23-jährige Studentin. Perspektivisch können sie und ihr Freund sich vorstellen, in die Gegend zu ziehen – noch leben sie in Berlin. „Aber wir gehören aufs Land“, erzählt sie grinsend und beschreibt das Glücksgefühl, das sie überkommt, wenn die beiden Richtung Frankfurt fahren.

40 Kräuter- und Gemüsesorten wollen sie auf zwei Hektar in Markendorf anbauen. Insgesamt haben sie sechs gepachtet. Ins Blok O haben sie einen Beispiel-Ernteplan mitgebracht: Kartoffeln, Kohl, Rote Bete, Saftiges wie Tomaten und Salat. Und im Winter? Sollen zum Beispiel Möhren, Kürbis oder Wintersalat in der Gemüsekiste landen, von der die erste ab Juli gepackt wird.

Über Crowdfunding kamen 13 000 Euro zusammen, rund 38 000 Euro Genossenschaftseinlagen bestehen außerdem. Das höre sich viel an, sagt Henn. Aber schon ein Folientunnel koste neu 25 000 Euro. Deshalb leihen sie vieles aus, zum Beispiel Technik von Markendorf Obst. Zwei Gärtner betreuen die Fläche, in der Hochsaison werden Hilfskräfte angestellt. Die beiden Gründer bekommen in den kommenden Jahren kein Gehalt für ihr Herzensprojekt. „Wir machen das aus intrinsischen Gründen, wir haben unglaublich Bock drauf.“

Kontakt: info@plantage.farm, plantage.farm, Tel. 015127575373

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