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Tennis
Kampfgeist und Ballgefühl

Jubilar: Manfred "Manni" Aust auf dem Platz
Jubilar: Manfred "Manni" Aust auf dem Platz © Foto: Folke Stabe
Folke Stabe / 23.03.2019, 02:45 Uhr
Frankfurt ([]) Der Tennisclub Frankfurt kann einen besonderen Jubilar in seinen Reihen beglückwünschen. Manfred Aust, den alle Vereinsmitglieder nur "Manni" nennen, feiert am Montag seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar blickt auf die wohl außergewöhnlichste Tennis-Karriere in der Vereinsgeschichte zurück.

Als Manfred Aust am 25. März 1939 auf die Welt kam, war an den Tennissport in der Oderstadt noch nicht zu denken. Im Kindesalter faszinierte ihn zunächst das Fußballspielen. Er spielte bei Dynamo Frankfurt in der B- und A-Jugend und später bei den Herren. Aufgrund von Knieproblemen musste er im Alter von 25 Jahren jedoch das Fußballspielen aufgeben und begab sich auf die Suche nach sportlichen Alternativen. "Mannis" jüngerer Bruder spielte bereits seit einiger Zeit im damals neu gegründeten Tennisverein der Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Frankfurt am Stadion. Er nahm ihn mit und der ehrgeizige Sportler entdeckte sofort seine Liebe zum Weißen Sport. Trainer gab es damals nicht – aber dafür immer einen freien Platz, wo Manfred Aust seine Schläge ausprobieren und verbessern konnte.

Sein unbändiger Kampfgeist, sein Spielwitz sowie ein fast schon übernatürliches Ballgefühl ließen ihn schnell nicht nur zu einem der besten Tennisspieler der Region mit unzähligen Kreismeister- und Bezirksmeistertiteln im Einzel und Doppel aufsteigen, sondern verhalfen ihm auch zu vielen überregionalen Turniersiegen. So gewann er allein das renommierte DDR-Lokturnier zehnmal. Als bisher einzigem Spieler gelangen ihm sowohl vor der Wende (1984–1986) als auch danach (2009–2011) zwei Hattricks beim Lokturnier.

"In Mannis Tenniswelt ist ein Spiel erst dann verloren, wenn der letzte Punkt gespielt ist", erinnert sich mit Eberhard Geske (ESV Berlin-Schöneweide) einer seiner Hauptkontrahenten an viele harte, emotionsgeladene aber immer faire Duelle in den vergangenen 40 Jahren. Im Jahr 1989 dann der nächste Coup: Mit 50 Jahren wurde Manfred Aust als eigentlicher Senior Vereinsmeister bei den aktiven Herren und beeindruckte die damalige Frankfurter "Tennisjugend" mit seiner Erfahrung und seiner stets außergewöhnlichen Einstellung zum Turniersport.

Mit der Wende veränderte sich in Bezug auf Tennis für Manfred Aust so einiges, denn durch den Zusammenschluss der Tennisverbände Berlin und Brandenburg wartete neue sehr starke Konkurrenz aus (West-)Berlin auf den mittlerweile 50-Jährigen. Bereits in seiner ersten Herren U-55-Saison gelang jedoch seiner Mannschaft als erstem Frankfurter Team überhaupt der Aufstieg von der Brandenburger Bezirks-Oberliga in die Verbandsliga des gemeinsamen Tennisverbandes Berlin-Brandenburg.

Besonders stolz als Teamkapitän machte ihn der gleich anschließende Aufstieg in die noch höhere Verbandsoberliga. Ziel blieb aber der Aufstieg in die Meisterklasse, der höchsten Spielklasse des Tennisverbandes. Nach vielen Anläufen, welche nur knapp scheiterten, gelang Manfred Aust mit bereits 69 Jahren gemeinsam mit seinem damaligen Team der Herren U 65 im Jahr 2008 dann aber das bis dahin unmöglich Scheinende, der Aufstieg in die Meisterklasse. Der Teamplayer Manfred Aust war auf seinem persönlichen Tennis-Olymp angekommen und sein Team sorgte in den folgenden Jahren mit tollem Tennis für eine überregionale Beachtung des Frankfurter Tennissports.

Wer nun denkt, um den Träger der Ehrennadel des Verbandes Deutscher Eisenbahner-Sportvereine in Gold ist es ruhig geworden, der irrt. Noch immer steht Manfred Aust mehrmals in der Woche auf dem Tennisplatz. Sein linkes Knie bereitet ihm übrigens keine Probleme mehr, wenngleich es auch mittlerweile aus Metall ist. Sein Erfolgswille und die Liebe zum weißen Sport sind aber ungebrochen und so will "Manni" auch in der kommenden Saison wieder auf der roten Asche angreifen. Da der TC Frankfurt keine komplette Ü-70-Mannschaft mehr melden konnte, wundert es nicht, wenn Manfred Aust nun als Ersatzspieler bei den Herren U 60 seinen Platz auf der Meldeliste gefunden hat.

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