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Das ehemalige Gästehaus in der Karl-Marx-Straße kommt unter den Hammer. Bisher wurde es nur im Paket mit dem Lunik offeriert.

Versteigerung
Schandfleck wird versteigert

Neuer Eigentümer gesucht: Vor knapp 16 Jahren wurde das ehemalige Gästehaus in der Karl-Marx-Straße bei einer Immobilienauktion versteigert. Seitdem wird es nicht mehr genutzt.
Neuer Eigentümer gesucht: Vor knapp 16 Jahren wurde das ehemalige Gästehaus in der Karl-Marx-Straße bei einer Immobilienauktion versteigert. Seitdem wird es nicht mehr genutzt. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 25.04.2019, 06:45 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wer in der Vergangenheit Interesse am Lunik gezeigt hatte, der sollte nicht nur für das völlig heruntergewirtschaftete ehemalige Hotel bezahlen, sondern im Paket auch das ehemalige Gästehaus in der Karl-Marx-Straße mit kaufen, das von der Straße der Republik aus zu sehen ist. Vor vier Jahren hatte der Eigentümer das Immobilienpaket auf einer Internetseite angeboten. Die Preisvorstellungen damals: 392 000 Euro.

Inzwischen ist die Homepage, wo die beiden Gebäude angeboten wurden, außer Betrieb. Es wurde aber immer wieder gesagt, wenn man sich mit dem Lunik und einem möglichen Kauf beschäftigt hat, dass der Zusammenhang mit dem Gästehaus weiter besteht.

Doch nun gibt es Bewegung. Bei der nächsten Immobilienauktion der Plettner&Brecht Immobilien GmbH am 29. Mai in Berlin kommt auch unter der Nummer 39 das Gästehaus in Eisenhüttenstadt zum Aufruf. Das Mindestgebot liegt bei 35 000 Euro. Wobei in der kurzen Beschreibung des Objektes im Auktionskatalog steht: "Insgesamt sanierungs- und modernisierungsbedürftiger Zustand." Falls sich ein Interessent findet, der tatsächlich den Plattenbau saniert und nicht, wie der bisherige Eigentümer, ihn weiter verfallen lässt, würde einer von nicht wenigen Schandflecken in Eisenhüttenstadt verschwinden. Wobei dem Eigentümer auch noch die Bettenhäuser am Oder-Spree-Kanal sowie in der Cottbuser Straße gehören.

Allerdings bleibt die spannende Frage, ob sich für die rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche des Mehrgeschossers Interessenten finden. Denn davon gibt es in Eisenhüttenstadt ein Überangebot. In direkter Nachbarschaft steht das ehemalige Awo-Wohnheim, in dem zuletzt Flüchtlinge untergebracht waren, größtenteils leer. Auf einer Immobilienplattform wird das Objekt angeboten, eine Preisvorstellung aber nicht genant. Auch dort stehen 4000  Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Anders sieht es beim Haus II der Stadtverwaltung am Trockendock aus, wo lange das Job-Center Räume angemietet hatte. Inzwischen sind rund zwei Drittel der insgesamt 5000 Quadratmeter wieder belegt.

Das ehemaligeGästehaus

Das sechsgeschossige, unterkellerte ehemalige Gästehaus ist, wie das benachbarte baugleiche Objekt, 1982 errichtet worden.  2002 hat die Treuhand-Liegengesellschaft (TLG) das Gästehaus geschlossen. Schon damals gab es Überlegungen, das Gebäude abzureißen. Doch die TLG entschied sich für den Verkauf. 2003 wurde es bei einer Auktion für 20 000 Euro angeboten.⇥lö

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Einar Wiewir 26.04.2019 - 12:02:38

Och, Herr Tänzel, der Zustand von Eihü ist kein Ost-West-Problem

Für die Leute aus Bottrup, Wanne-Eickel, Dortmund, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Essen sind die Schandflecke in Eihü kein Thema. Genausowenig, wie sich Herr Tänzel für die dortigen Schandflecke und Ruinen interessiert. Oder machen Sie sich Sorgen, dass es dem Westen schlechter geht wegen Euro und "Soli" und Negativzinsen? Trifft alle genauso. Gerechte wie Ungerechte. /// Das entscheidende für Eihü, FFO und umzu ist doch einfach der Einwohnerschwund und die damit verbundene reduzierte Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Wenn der Gemeinde Eihü Kosten für 45.000 Einwohner aufgelastet sind und nur noch 28.000 da sind, dann ist das ein fettes Strukturproblem, das nicht in erster Linie mit dem "bösen Westen" zu tun hat. Arcelor Mittal saß doch ursprünglich im Saarland und in Luxemburg. Jetzt gehört es einem Inder. Und nu ? Was würde denn ohne eine Großkonzern im Hintergrund hier produziert ? Das gemeine an der Sache ist doch, das ohne einen Großkonzern im Hintergrund hier längst nicht mehr produziert würde. Alle die "Investitionen" in die Zukunftstechnologie sind doch ganz einfach am Markt gescheitert. Kein Oder Sun mehr, kein Halbleiterwerk mehr kein gar nichts. Während Sachsen VW und BMW hat und Chipfabriken. Da hat Sachsen doch wohl einfach viel mehr richtig gemacht ! Und die hatten genau dieselben Startbedingungen wie Brandenburg 1990 ! Und sind nicht mal berlinnah. Natürlich haben die auch Regionen, wie Bautzen, Görlitz, Erzgebirge, wo wenig läuft. Aber in den Zentren haben die was geschafft. Viel mehr als Brandenburg. Es braucht hier Unternehmer und Politiker, die wirklich zupacken und nicht nur heiße Netzluft produzieren.

Martin Tänzel 25.04.2019 - 23:33:35

Gewolte Schandflecke zum Schaden von Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt, erste sozialistische Stadt mit neu aufgebauter Industrie ist dem Westen als eingebildeter Sieger natürlich ein Dorn im Auge, also muss man etwas tun, dazu ist natürlich jedes Mittel recht, Schandflecke mitten in einer ordentlichen Stadt kommen da gerade Recht. Eigenartig dabei ist nur das diese Schandflecke nicht mehr der Stadt gehören sondern irgendwelchen dubiosen Maklern. Eine ehrliche Stadtregierung würde diese Leute enteignen, das kriminelle Handwerk legen und etwas für das Aussehen der Stadt tun.

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