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Kinder und Jugendliche
Frankfurter Theatertage: "Was normal ist, bestimmen wir"

Proben für den "Sommernachtstraum": Aufführung ist am 15. Mai um 18 Uhr im Karl-Liebknecht-Gymnasium.
Proben für den "Sommernachtstraum": Aufführung ist am 15. Mai um 18 Uhr im Karl-Liebknecht-Gymnasium. © Foto: Theater Frankfurt
MOZ / 03.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 03.05.2019, 07:32
Frankfurt (Oder) (Lisa Mahlke) Aus indischem Tanz, Theater und italienischer traditioneller Commedia dell’arte wird ein Ganzes. Vom 15. bis 19. Mai lernen Kinder und Jugendliche bei den 29. Theatertagen in Werkstätten etwas über Odissi Dance, Improvisation, Körper und Raum. Über allem steht Dostojewskis "Das Krokodil". Jeder Werkstattleiter bringt am Ende einen Teil dieser Geschichte auf die Bühne. Und Frankfurt kann zusehen. Die Stücke, die in dieser Woche gezeigt werden, sind offen für alle. Es gibt Bands und Ballett im Theater Frankfurt, Theater im Kleist Forum sowie eine Lesung in der Hutten-Buchhandlung.

Das Motto in diesem Jahr lautet "Was normal ist, bestimmen wir". Der Inklusionsgedanke umfasse auch das Generationenübergreifende, erklärt der Leiter des Theaters Frank Radüg: Die jüngsten Teilnehmer sind im Vorschulalter, die ältesten über 80. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, psychisch Kranke, Amateure und Profis kommen bei den Theatertagen zusammen – und das multinational.

Jeder spielt in seiner Sprache

Eröffnet werden die Theatertage am 15. Mai um 18 Uhr im Karl-Liebknecht-Gymnasium, danach spielen Schüler den "Sommernachtstraum". "Das sind hochmotivierte Jugendliche", schwärmt Schauspielerin Christina Hohmuth. Die Schüler seien voller "Spielfreude und körperlicher Präsenz". Es sei nicht mehr üblich, dass der Nachwuchs gewillt ist, choreografisch so genau zu arbeiten.

Dass aus den Mosaiksteinen dieser Woche am Ende ein Stück zusammengesetzt wird, sieht Frank Radüg nicht als Problem. Er spricht von einem kurzweiligen, körperbetonten Spiel mit einfacher Struktur. Der Clou: Die Schauspieler spielen in ihrer jeweiligen Muttersprache. "Die Story erklärt sich aber ganz klar durch die Aktion", sagt er. Körperliche Arbeit sei wichtig, genau daran arbeite das Theater Frankfurt seit Jahren.

Klare Gesten und übertragbare Bewegungsstrukturen sind auch bei den Gästen aus Indien wichtig. Die "Botschafter der Kultur", wie Radüg es ausdrückt, geben einen 3000 Jahre alten Tanz an die nächsten Generationen weiter. Sie bleiben auch über die Theatertage hinaus in Frankfurt, insgesamt für vier Wochen. Nach den Theatertagen bilden sie zwei Gruppen: Die Jugendlichen üben weiter ein Theaterstück ein, für Erwachsene stehen Tanzseminare auf dem Programm. Im Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, mythischen Geschichten und persönlichen Bezügen, Kraft und Flow können Konzentration, Kondition, Körperbeherrschung, Eleganz und Ausdruckskraft entwickelt werden. "Das ist für die Augen etwas sehr Schönes", beschreibt Christina Hohmuth. "Cool, bunt, ästhetisch."

Finanziert werden die Theatertage durch private Sponsoren, die Stadt unterstützt das Programm mit 5000 Euro. "Ich denke, für die 30. Theatertage wird das eine echte Herausforderung", so Radüg. Man werde die Stadt wieder um Unterstützung bitten, aber der große Eigenanteil werde in Zukunft nicht mehr zu leisten sein. "Die Theatertage haben Tradition seit 1995 und wir wollen sie weiterführen", sagt Hohmuth.

Am 19. Mai, 11 Uhr, werden die Ergebnisse des Theaterfestivals im Theater Frankfurt gezeigt. Die Odissi-Tanzwerkstatt findet am 20., 22., 23. Mai, 19 bis 21 Uhr, 25., 26. Mai, 11 bis 13 Uhr, 27., 29. Mai, 3., 5. Juni, 19 bis 21 Uhr und am 10. Juni, 15 bis 17 Uhr, statt. Anmeldung unter christina-org@theater-ff.de oder Tel. 0335 64957. Preise auf Verhandlungsbasis. Man kann alle zehn Seminare besuchen (250 Euro, Schüler, Studierende 160 Euro) oder einzeln zu je 60 Euro. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Am 7. Juni, 19 Uhr, werden die Ergebnisse der Werkstatt im Theater Frankfurt gezeigt. Im Anschluss, 19.30 Uhr, präsentieren die indischen Jugendlichen ihre Arbeit.

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