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Ministerpräsident war mit Prinzen-Sänger in Frankfurter Disko zu Besuch. Beide redeten über Politik, ihren Musikgeschmack und die Oderstadt.

SPD-Talkrunde
Woidke plaudert im Frosch

Ministerpräsident Dietmar Woidke unterhielt sich am Montag mit dem sächsischen "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel im Frosch-Club. Die aus Elsterwerda stammende ehemalige Bundesgeschäftsführerin der SPD,  Nancy Böhning moderierte das Gespräch. Woidke betonte darin, dass die "führenden Köpfe" der AfD aus dem Westen kämen.
Ministerpräsident Dietmar Woidke unterhielt sich am Montag mit dem sächsischen "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel im Frosch-Club. Die aus Elsterwerda stammende ehemalige Bundesgeschäftsführerin der SPD,  Nancy Böhning moderierte das Gespräch. Woidke betonte darin, dass die "führenden Köpfe" der AfD aus dem Westen kämen. © Foto: michael benk
Jan-Henrik Hnida / 15.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 15.05.2019, 07:47
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ich habe mich bewusst für diese Disko entschieden", antwortet Dietmar Woidke auf die Frage aus dem Publikum, warum er gerade den Frosch-Club für die SPD-Veranstaltung "Dietmar Woidke, sag doch mal!" ausgewählt habe.

"Es ist ein sehr schöner, gemütlicher Club", meint der Ministerpräsident. Er kenne die beiden Betreiber und sei beeindruckt davon, wie besonnen sie auf die Gewalt-Taten im vorigen August reagiert hätten. Ja, es gebe auch bei den Geflüchteten Kriminelle. Aber man müsse danach "diese Orte" trotzdem wieder aufsuchen. Daher wolle er Flagge zeigen, so Woidke.

Vor den zirka 40 Zuhörern versucht der Brandenburger Landesvater auch auf die letzte Frage – zur Situation der Frankfurter SPD – souverän zu antworten.  Die Sozialdemokraten hätten schon bessere Zeiten in der Oderstadt erlebt. Aber mit dem Landtagsmitglied Wolfgang Pohl und den vielen engagierten jungen Leuten sei er zuversichtlich. Überhaupt ist der Ministerpräsident in Plauderstimmung. Das mag auch an seinem Gegenüber, dem Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel liegen. Mit gesellschaftskritischen Liedern wie "Demokratie" oder "Mein rechter, rechter Platz ist schon lange nicht mehr leer" sorgt der Musiker für aufrüttelnde Momente.

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Video

Dietmar Woidke im Frosch-Club

Videothek öffnen

Zwischendurch sitzen Woidke und Krumbiegel lässig am Stehtisch und reden über Woidkes Jugend bei der NVA oder  über den grassierenden Rechtspopulismus in Europa. Dabei betont der Prinzen-Frontmann als "Kind der Leipziger Montagsdemos" das hohe Gut der Demokratie. Beim "Ja/Nein"-Spiel zeigt sich der Ministerpräsident kritisch mit dem bisher erreichten: Ja, es gebe zu wenige Tarifverträge in Brandenburg (50 Prozent der Jobs). Auch Kitas müssten kostenfrei sein. Und  als "junger Querulant" in der DDR finde er die Klima-Demos der Schüler richtig.

Außerdem bekennt sich Woidke als Wein-Fan und Liebhaber von Spartenmusik, wie der Rockband "Swans". Ein wenig ernster wird es bei den Zuschauerfragen, die vorher auf Karten aufgeschrieben worden sind. "Ich rechne nicht mit einer Verschlechterung der Wasserqualität", sagt der Ministerpräsident zur Flutung des Cottbuser Ostsees – und der Befürchtung, dass sich dies auf die Frankfurter Wasserqualität auswirke. Andernfalls werde es Maßnahmen dagegen geben. Auf die Frage nach einem künftigen ICE-Halt in Frankfurt gab sich Woidke diplomatisch: Der Intercity nach Breslau werde ab Herbst 2020 auch in Frankfurt und Zielona Góra halten.

Zum Abschluss konnten die Zuhörer mit Woidke an der Bar weiterreden.

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