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Waldorfschule
Frankfurter Schüler säen Bienen-Oase

Viktoria Waldvogel / 21.05.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 21.05.2019, 07:56
Frankfurt (Oder) ( ) Am Montagmorgen herrschte wildes Treiben auf der großen Wiese der Waldorfschule – denn pünktlich zum Weltbienentag war die Ackerfläche vor der Turnhalle zum Besamen bereit. Die Schüler der fünften Klasse streuten akribisch, mit Eimern bewaffnet, eine bienenfreundliche Samenmischung auf die Erde. Mit strengster Genauigkeit waren sie darauf bedacht, auch keinen Fleck auszulassen, damit die Weide bald in voller Pracht gleichmäßig blüht. Im Rahmen des schulübergreifenden weltweiten Projektes "Bees and Trees" (Deutsch "Bienen und Bäume") lernen die Schüler über die Bedeutung der Bienen innerhalb des Ökosystems und tragen mit verschiedenen Aktionen einen Teil zu ihrer Erhaltung bei.

Ziel ist, Schutzräume für Insekten zu schaffen und die Kinder zum nachhaltigen und bewussten Umgang mit ihrer Umwelt zu sensibilisieren. "Es gibt leider nicht mehr so viele Bienen, deshalb pflanzen wir heute etwas an, damit sie später Nektar haben und es hoffentlich wieder mehr von ihnen gibt", erklärte Rosa Bartel. Die Zehnjährige erzählte, dass es ohne Bienen auch die Menschen nicht geben könne und deshalb die Aktion sehr wichtig sei. Vor kurzem pflanzte die Klasse Wildkirschenbäume und Linden, welche als besonders bienenfreundlich gelten, an.

Warum Bienen wichtig sind

"Bienen sichern unsere Lebensgrundlage", erklärte Anne Rudolph, Assistentin der Geschäftsführung an der Waldorfschule. Vor allem Wildbienen gelten als eine vom Aussterben bedrohte Tierart, wie auch auf der Internetseite der Schule nachzulesen ist. Große Felder und Monokulturen in der Landwirtschaft sowie die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern seien für das aktuelle Bienensterben mitverantwortlich. Zudem sorgt die Ausbreitung der Städte für schwindenden Lebensraum der Insekten. Oft werde dabei vergessen, dass die Bienen eine zentrale Bedeutung für Natur und Mensch haben. Sie bestäuben einen Großteil der wichtigen Nahrungspflanzen und sorgen dafür, dass diese auch Früchte tragen. Kurz: Ohne Bienen gehen die Nahrungsmittel für Tier und Mensch aus. Auch privat kann man den Bienen das Leben erleichtern. Eine bunte Blumenmischung sorgt für ausreichend Pollen von Frühjahr bis Herbst.

Bald summt es im Pausenhof

Montagnachmittag bestand die Möglichkeit, in der wöchentlichen Bienen-AG noch mehr über die Tiere zu lernen. Das nächste Ziel ist nun, eigene Bienenvölker anzusiedeln und spielerisch mit einer Bienenpädagogin das Leben der Insekten zu erkunden. Dafür wurden Bienenbeuten, also Bienenhäuser, vorbereitet und bemalt, damit sie von den Tieren wiedererkannt werden und vor allem vor der Witterung geschützt sind. Anne Rudolph betonte jedoch, dass nicht nur die Thematik der Bienen sondern auch Insekten im Allgemeinen wichtig seien und behandelt werden.

Sichtlich zufrieden gaben sich die Schüler nach der Aktion, für die extra eine Stunde Mathe ausfiel. "Das macht natürlich mehr Spaß. Es ist schön, dass wir draußen etwas mit der Klasse gemeinsam unternehmen können", sagt die elfjährige Nina Jenning.

Parallel zum Aussäen der Weide waren am Montag die Schüler der zehnten Klasse mit der Gestaltung des Hanges an der Waldorfschule zugange. Blumen im Schriftzug "W 100" sollen dort eingepflanzt werden. Damit wird die Waldorfpädagogik gewürdigt, die dieses Jahr 100. Geburtstag feiert. Im September 1919 wurde in Stuttgart die erste Waldorfschule eröffnet und eine alternative Bildungsstätte geschaffen. Mit vielen Jubiläumsprojekten fiebern die Schulen auf diesen Feiertag hin.

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Anne Rudolph Nina Jenning Besamen Samenmischung Weltbienentag

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