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Fußball
Aufstieg ist wieder kein Muss

FCF-Trainer Jan Mutschler verbringt den Sommerurlaub auf seinem Bauernhof im Kreise seiner Familie.
FCF-Trainer Jan Mutschler verbringt den Sommerurlaub auf seinem Bauernhof im Kreise seiner Familie. © Foto: michael benk
Hans Eberhard / 11.07.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 12.07.2019, 06:20
Frankfurt (freier Autor) Jan Mutschler hat sich zurückgezogen, macht Urlaub vom Job und als Trainer des 1. FCF. Aber nicht im Ausland sucht er Ruhe und Entspannung, sondern zu Hause auf dem Bauernhof – bei Ehefrau Rebecca, den Kindern Ella-Jasmin und Max, bei drei Pferden, zwei Hunden, drei Katzen, einem Hasen und einem Meerschwein und vielen Hühnern ... "Hier kann man richtig entschleunigen, obwohl auf dem Hof noch sehr viel zu tun ist."

Ganz loslassen von seinem ersten Jahr als Übungsleiter des Fußball-Brandenburgligisten kann Mutschler auch jetzt nicht. Will er auch nicht. Trotz einer "insgesamt geilen Saison" ärgert ihn immer noch der letzte Auftritt beim 1:5 in Sachsenhausen. "Unsere schwächste Saison-Vorstellung, enttäuschend", urteilt der Rotschopf. Statt sicher geglaubter Zweiter hinter dem in der Rückrunde stark auftrumpfenden Dauerrivalen Victoria Seelow zu werden, kamen die Frankfurter hinter dem MSV Neuruppin auf Rang 3 ein. "Eine Kopfsache, weil alles schon entschieden schien", vermutet der 36-Jährige. "Da haben sich die Jungs hängen lassen." Dennoch gehe der dritte Platz in Ordnung, "weil wir gegen Seelow und Neuruppin zweimal verloren haben". Etwas mehr war drin, weiß Mutschler. Dennoch muss auch der Vorstand ihm bescheinigen, einen guten "Zweitjob" in der Freizeit abgeliefert zu haben – auch weil er die Sprache der Spieler spricht.

Trotz des "Schönheitsfehlers" am Ende überwog das Positive, weil nicht zuletzt das gesamte Team um die Mannschaft herum funktionierte. "Und wer hätte schon vorher daran geglaubt, dass wir nach dem Oberliga-Abstieg mit einer ganz jungen Mannschaft sechzig Punkte holen?" Der Trainer bescheinigt Innenverteidiger Ruven Bertel und Tom Rasser (beide 18) als "Staubsauger zwischen den Strafräumen" sowie Torwart Damian Schobert (20) eine "überragende Entwicklung" an der Seite solcher Routiniers wie Erik Huwe und Paul Karaszewski. Die schon lange feststehenden Abgänge Bertel und Rasser (wollen wegen des Studiums bzw. der Polizeiausbildung ganz auf Fußball verzichten) sowie Schobert (zum BFC Dynamo) und Dustin Paul Gutzmann müssen ersetzt werden.

Team hat vier Neuzugänge

Die Suche nach Zugängen ist abgeschlossen. Mit Seelow-Rückkehrer Marcel Georgi (26) verstärkt der 1. FCF seine kleine Kreativabteilung neben Robin Grothe im Mittelfeld. "Einer der besten Liga-Spieler, auch torgefährlich", schätzt Mutschler ein. Mit ihm kommt Sebastian Lawrenz (27) nach Frankfurt. "Als Verteidiger überzeugt er vor allem mit körperlicher Präsenz", ist der Coach sicher und merkt an, dass die Wechselrichtung "diesmal ein bisschen andersrum verläuft". Auch die 21-jährigen Frühauf-Zwillinge Steven und Maik kehren vom Landesliga-Sechsten FSV Dynamo Eisenhüttenstadt zurück. Sie waren 2016 von den Regionalliga-Junioren gewechselt, um mit dem älteren Bruder Kevin (23) und Vater Sergej (44) gemeinsam in einer Mannschaft zu spielen.

In Qualität und Breite zugelegt

Neben den vier Zugängen werden auch Viadrina-Student Leopold Bußmann sowie vier A-Junioren die Vorbereitung auf die neue Saison mitmachen. Mit den ehemals Langzeitverletzten Niclas Weddemar und Lukas Guttke ist bald zu rechnen. Sebastian Zajka wird nach zweimaligem Innenbandriss im August ins Mannschaftstraining einsteigen. Mit Justin Winkel plant Mutschler zur Rückrunde. "In der Qualität und Breite werden wir zulegen", ist der Trainer überzeugt von seinem vorläufigen 27-Mann-Kader. Nach Schoberts Wechsel sieht er keine Probleme auf der Schlüsselposition hinten: Der 19-jährige Marvin Benno Lähne "stand lange in Damians Schatten, er ist jetzt die Nummer eins, da mache ich mir keine Sorgen". Zur Absicherung steht der gleichaltrige Lorias Thurm bereit.

Aus der ehemaligen "Markendorfer Dreier-Connection" neben Mutschler und Assistent Björn Keller ist Axel Geisler ausgeschieden. Das bedauert auch Vorstandsmitglied Andre Wolff. "Axel schafft es leider nicht mehr, Fußball und Löwenkinder unter einen Hut zu bringen. Er braucht als Vereinskoordinator selbst die Zeit an den Wochenenden. Dafür haben wir absolutes Verständnis." Deshalb sei die Funktion "Sportlicher Leiter" derzeit vakant.

Bei den Zielen 2019/20 hält man sich vornehm zurück, gibt sich bescheiden. "Das Team stabiler machen und das jüngste Saison-Ergebnis mindestens bestätigen", ist aus der Führungsetage um Vize-Präsident Thomas Bleck zu hören. Im Pokal wollen die Frankfurter überwintern. Wieder also kein Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen. "Den Oberliga-Aufstieg kann man nicht planen", sagt der gebürtige Frankfurter und einstige Regionalliga-Spieler Mutschler aus Erfahrung.

Artur Aniol mit 38 weiter dabei

Im Sturm kann er weiter auf das Jung-Alt-Duo Sandro Henning (19) und Artur Aniol (38) bauen. Der torgefährliche Pole stellt schon so etwas wie ein Frankfurter Phänomen dar. Wie Huwe wird er bereits seine achte Saison bei der "Ersten" in Angriff nehmen. "Er kann wegen Familie und Beruf nur noch zweimal die Woche hier trainieren, hat keine Luft mehr für 90 Minuten, aber er ist immer noch und immer wieder unser Torjäger", lobt der Coach.

Der offizielle Trainingsauftakt erfolgt am Dienstag um 18.30 Uhr. Das geplante Testspiel gegen den Regionalligisten FSV Union Fürstenwalde wurde abgesagt, da derzeit alle Plätze in der Stadt gesperrt sind. Der Stadionrasen steht ebenfalls nicht zur Verfügung, da die Beregnungsanlage defekt ist und aufwendig repariert werden muss. Auf Kunstrasen wollten die Unioner nicht spielen und in Fürstenwalde steht ebenfalls kein Platz zur Verfügung. So findet das erste Vorbereitungsspiel am 20. Juli bei Stilon Gorzow statt.

Der 1. FCF in der Brandenburgliga 2018/19

Platz 3 mit 60 Punkten (18 Siege, 6 Unentschieden, 6 Niederlagen) und 68:37 Toren, Hinrunde 31 Punkte/36:16 Tore, Rückrunde 29/32:21, höchste Siege: 6:0 gegen Grün-Weiss Brieselang, 5:0 in Falkensee, höchste Niederlage: 1:5 beim TuS Sachsenhausen, längste Ungeschlagenserie: 13 (5. bis 17. Spieltag), längste Siegserie: 7 (23. bis 29.), schwächste Serie: je zwei Niederlagen (3./4., 18./19.)Heim-Zuschauer: 2329 (Durchschnitt 155) = Platz 6 hinter Sachsenhausen (265), Oranienburger FC (219),Union Klosterfelde (194), Seelow (172) und Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf (163)Eingesetzte Spieler: 23John Lukas Sauer30 Spiele/9 Tore, Paul Karaszewski 29/5, Artur Aniol 29/17, Damian Schobert 27, Erik Huwe 27/3, Ruven Bertel 27/1, Paul Peschke 27, Robin Grothe 27/8, TobiasFiebig 27/6, SandroHenning 26/11, TomRasser 25, Lars Wiedenhöft 24/2, MathiasReischert 15/2, Leon Herzberg 15, Erik Piotr Kryjak 15/3, Dustin Paul Gutzmann 15. Angelo Marcel Müller 12, BillSeiring 5, Marvin Benno Lähne 4, SebastianZiajka 4/1, NiclasWeddemar 2, Florian Schrape, Michel Bohne je 1

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Regionalsport Artur Aniol Tom Rasser Fußball Fußball Regional

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