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Bestattungsalternative
Im Achteck um den Baum

Ines Weber-Rath / 12.07.2019, 06:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Mitarbeiter der Frankfurter Firma Gala-Flair Roland Schulz waren schneller als gedacht. Statt bis September haben sie die neue Baumbestattungsanlage auf dem Lossower Friedhof schon jetzt fertig gestellt. Am Donnerstag hat der Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, Jens Dörschmann, die Anlage abgenommen. "Es fehlt nur noch die hölzerne Sitzraufe auf der Ruhe-Insel. Deren Herstellung hat sich durch den Brand in den Gronenfelder Werkstätten verzögert", erklärt Dörschmann.

Seit Anfang Mai haben die Schulz-Gala-Bauer eine rund 2000 Quadratmeter große Fläche auf dem bislang ungenutzten rechten Teil des Ortsteil-Friedhofs vom Wildwuchs befreit und als naturnahe Anlage für Baumbestattungen hergerichtet. Zuvor war das Areal nach Munition abgesucht worden. Die Munitionsberger fanden unter anderem mehrere Granaten. Nach einer Baumschau wurden mehrere Bäume gefällt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Platz für die Bestattungs-Bäume zu schaffen.

Um sechs junge Bäume – Platanen, Kiefern, Lärche und Buche – herum haben die Gala-Bauer mit Holz eingefasste Achtecke angelegt. "In jeder Ecke ist Platz für eine Urne oder einen Sarg", erklärt Firmenchef Roland Schulz. Die Ruhe-Baum-Inseln sind über einen neuen Hauptweg und seine Abzweige zu erreichen. Die rund 40 Meter langen Natursteinwege sind mit Holzhäcksel bedeckt, um den Waldcharakter der Anlage zu unterstreichen. Es ist die zweite dieser alternativen Bestattungsform in der Stadt. Als erste Baumbestattungsanlage war Mitte Juni die Anlage "Im Wäldchen" auf dem Hauptfriedhof in Betrieb gegangen.

Einschließlich der noch aufzustellenden Sitzraufe habe die Friedhofsverwaltung rund 19 000 Euro aus Gebühren in die Schaffung der Lossower Anlage investiert, sagt Jens Dörschmann. Wie auf dem Hauptfriedhof handelt es sich auch hier um eine Gemeinschaftsanlage für Urnen- und Erdbestattungen. Es gelten die dafür in der Friedhofsgebührensatzung festgelegten Kosten.

Kleine Biotope entstehen

Um das Waldgefühl zu verstärken, haben die Gala-Bauer auf der Lossower Anlage darauf verzichtet, die Stümpfe der gefällten Bäume zu roden. Sie wurden stattdessen umpflanzt, zum Beispiel mit Kleinem Immergrün. Unter Verwendung von Feldsteinen sind kleine Biotope entstanden.

In der jüngsten extremen Hitzeperiode hatten die Mitarbeiter der Firma Schulz alle Hände voll zu tun, die Neuanpflanzungen auf der Baumbestattungsanlage täglich mit ausreichend Wasser zu versorgen. Um angesichts der zunehmenden Trockenperioden die Wasserversorgung auf den städtischen Friedhöfen zu verbessern, lässt die Friedhofsverwaltung zusätzliche, jeweils einen mal einen Meter große Wasserschöpfbecken auf den städtischen Friedhöfen aufbauen. Ein Becken kommt auf den Lossower Friedhof.

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Bestattung Jens Dörschmann Baum Roland Schulz Wald

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