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Medienbildung
Sprechen, cutten, interviewen

Das Team Schulrradio der meko-Grundschule: v.l. Lenny, Laura und Marie aus der Klasse 5G interviewen Elias (Klasse 3G). Sie üben zu programmieren und den kleinen Roboter zu steuern.
Das Team Schulrradio der meko-Grundschule: v.l. Lenny, Laura und Marie aus der Klasse 5G interviewen Elias (Klasse 3G). Sie üben zu programmieren und den kleinen Roboter zu steuern. © Foto: Gerrit Freitag
Lisa Mahlke / 11.08.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 11.08.2019, 13:44
Frankfurt (Oder) (MOZ) Paula aus der 6g bezeichnet sich als "Quatschliese" und könnte sich gut vorstellen, später mal Moderatorin zu werden. Sie und ihre Mitschüler scharen sich um den Laptop, an dem gerade das Programm Audacity geöffnet ist, mit dem sie Audiodateien schneiden und die Stimme verändern können. Stolz spielen sie ihre aktuelle Anmoderation ab. "Hallo, hier ist das Schulradio. Wir interviewen heute zwei Kinder", ist aus den Laptop-Lautsprechern zu hören. Im vergangenen Schuljahr sammelte Paula für ihren Berufswunsch bereits Erfahrungen, denn an der meko-Grundschule gibt es ein Schülerradio und in der Medien-AG lernen die Schüler, wie sie Interviews führen, einen Bericht anmoderieren und ihre Beiträge zusammenschneiden, um am Ende eine kleine Radiosendung zu haben. "Das Gebäude bietet dafür die perfekte Möglichkeit. In jedem Raum gibt es einen Lautsprecher", erklärt Schulleiter Sebastian Obeth. Über diese sind dann im ganzen Schulhaus in der Frühstückspause minutenlange Spots zu hören. Langsam und deutlich sprechen sei wichtig, erzählen die Schüler, an der piepsigen Stimme arbeiten und keine Schimpfwörter benutzen. Außerdem haben sie im vergangenen Jahr gelernt, dass Pausen, die länger als ein paar Sekunden gehen, rausgeschnitten werden müssen. Gerade das Cutten, so der englische Begriff für diese Arbeit, macht den Jungs in der AG am meisten Spaß. "Ich mag das nicht so gerne, ins Mikro zu sprechen", erzählt zum Beispiel Bent. Auch Lea arbeitet lieber am Computer als vor dem Mikrofon. Dass die Schüler bereits sehr technikbegeistert sind, beobachtet auch Englischlehrerin Swantje Roßbach. Das Projekt gehört zum bundesweiten Programm Openion – Bildung für eine starke Demokratie, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Partner in Frankfurt sind die Stiftung SPI und das Jugendinformations- und Medienzentrum. Katja Hampel vom Bereich Mobilitätserziehung der Stiftung SPI betreut die Medien-AG. Digitale Medien, das betont auch Heike Papendick, Jugendschutzbeauftragte beim Jugendamt der Stadt, böten viele Möglichkeiten für Kreativität.

Wunschmusik wird gespielt

Allerdings bestünden auch Gefahren, wie etwa Cybermobbing. "In der 4. oder 5. Klasse kann man sich aber schon damit auseinandersetzen", sagt sie. Dadurch, dass die Schüler Regeln aushandeln und sich Fragen überlegen, die sie den Interviewpartnern stellen, könne man außerdem von einem Akt der Demokratie sprechen. "So werden Medienbildung und Demokratie miteinander verbunden", fasst es Sebastian Obeth zusammen.

Die jungen Schüler bereits mit neuen Medien in Kontakt zu bringen, sei auch wichtig, weil "80 Prozent der Kinder später in Jobs arbeiten werden, die es jetzt noch gar nicht gibt." Daran wollen Paula und ihre Freunde aber noch gar nicht denken. Sie laufen mit Aufnahmegeräten durchs Gebäude und fragen ihre Mitschüler, wie sie heißen, wie alt sie sind und wie ihnen die Schule gefällt. "Außerdem durften wir unsere Wunschmusik auf einen Zettel schreiben", erzählt Marie. "Die wird in unseren Beiträgen dann auch immer abgespielt." Und wie kommt es an? "Die anderen Kinder finden das cool", berichten die Teilnehmer an der AG.

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