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Überzogen
Angler weisen Vorwurf zurück

Bodo Taubitz, der Präsident des Anglerverbandes Frankfurt (Oder), sieht die Arbeit des Verbandes in Misskredit gebracht, der im Vereinsheim an der Kliestower Straße seinen Sitz hat.
Bodo Taubitz, der Präsident des Anglerverbandes Frankfurt (Oder), sieht die Arbeit des Verbandes in Misskredit gebracht, der im Vereinsheim an der Kliestower Straße seinen Sitz hat. © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 14.08.2019, 06:15 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Kaum war der Beitrag "Parker stören Anwohner" in der vorigen Woche erschienen, da klingelte bei Bodo Taubitz das Telefon heiß. Er ist der Präsident des Anglerverbandes Frankfurt (Oder). Viele seiner Anglerfreunde meinten, die von einem Anwohner der Kliestower Straße erhobenen Vorwürfe könne man nicht unwidersprochen lassen.

Der Anwohner hatte sich beklagt, dass Angler, Kleingärtner aus der Gartenanlage "Lebuser Vorstadt" hinter seinem Haus und andere "scharenweise" über die schmale Straße fahren und daran parken würden. – Obwohl an der Zufahrt ein Parkverbot und die Straße als Sackgasse ausgewiesen ist.

Bodo Taubitz und seine Anglerfreunde finden diese Darstellung völlig "überzogen". Sie verweisen darauf, dass Frankfurter Angler den im hinteren Bereich der Kliestower Straße liegenden Küstersee seit den 50er Jahren zum Angeln nutzen. In den 60-er Jahren war das Vereinsheim errichtet worden,  das der Anglerverband Frankfurt (Oder) 2003 von der Stadt samt Grundstück erworben hat. Darin hat die Geschäftsstelle des Verbandes ihren Sitz, dem derzeit 17 Anglervereine der Stadt mit mehr als 1000 Mitgliedern angehören.

Dennoch halte sich der Fahrzeugverkehr zum Vereinsheim sehr in Grenzen, sagt Bodo Taubitz. Sprechtage und Vorstandssitzungen seien zweimal im Monat, jeweils von 17 bis etwa 21 Uhr, Mitgliederversammlungen finden zweimal, Arbeitseinsätze dreimal im Jahr statt. Andere, auch private Veranstaltungen der Angler gebe es nur noch vereinzelt, so der Anglerverbands-Präsident.

Dem stehe gegenüber, dass der Küstersee seit Jahren nur noch sehr selten durch einzelne Angler zum Angeln genutzt werde, weil der See sehr flach und stark durch Schlamm belastet sei.

Taubitz ist es leid, seine und die ehrenamtliche Arbeit seiner Anglerfreunde immer wieder durch den Anwohner in Misskredit gebracht zu sehen. Denn jener habe schon mehrfach Beschwerden an die Stadtverwaltung geschickt, zu denen die Angler Stellung nehmen mussten und die sich dann als unbegründet erwiesen hätten, so der Vertreter der Frankfurter Angler. Taubitz verweist auf das Wegerecht, das diese mit dem Grundstück erworben haben. Und auf die mit der Baugenehmigung verbundenen Parkplätze auf selbigem.

Von der Stadtverwaltung, die der Anwohner mit seinen Beschwerden förmlich bombardiert hat, ist wohl keine weitere Hilfe zu erwarten. Sie hat reagiert und im Juli an 12 Tagen Verkehrsmessungen durchgeführt. Es habe sich gezeigt, dass "hier ein eher geringes Verkehrsaufkommen mit angepassten Geschwindigkeiten zu verzeichnen ist. Die maximale Geschwindigkeit betrug 20km/h. Es konnte auch nicht festgestellt werden, dass die Nachtruhe gestört wurde. Gegen 22 Uhr wurden die letzten Fahrzeuge gemessen. Dabei handelte es sich zum größten Teil um Radfahrer", heißt es aus der Rathaus-Pressestelle. "An dem Haus fahren alle im Schritt-Tempo vorbei", hat auch Hans-Rainer Ulbrich beobachtet, der gegenüber seine Garage hat. Andere Zufahrtsmöglichkeiten gebe es für die Angler und Kleingärtner nicht, haben Untersuchungen der Stadtverwaltung zudem ergeben.

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