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Anwohner der Straße Am Klinikum in Markendorf erwarten Mitglieder des Fachausschusses zur Diskussion des B-Planes.

Gegenargumente
Markendorfer formieren Protest gegen Baupläne

An der Kreuzung der Straße Am Klinikum zur B87 in Markendorf herrschte auch am Dienstag reger Verkehr.
An der Kreuzung der Straße Am Klinikum zur B87 in Markendorf herrschte auch am Dienstag reger Verkehr. © Foto: Gerrit Freitag
Ines Weber-Rath / 11.09.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 08:35
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die gute Nachricht zuerst: Die Verwaltungsspitze hält Wort. Anfang März hatten OB René Wilke und Baudezernent Jörg Gleisenstein den Vertretern des Markendorfer Ortsbeirates und der Bürgerinitiative im Feldsteinhaus zugesichert, dass die Mitglieder des Bauausschusses in den Ortsteil kommen und sich informieren, bevor sie in Sachen Bebauungsplan Straße Am Klinikum entscheiden. Nach der Sommerpause soll es nun soweit sein. Am 25. September werden die neu gewählten Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz der Stadtverordnetenversammlung um 17 Uhr nach Markendorf kommen, hat Ortsvorsteher Dieter Rudolf erfahren – auch wenn im Ratsinformationssystem Allris bislang nur vom Kleist Forum als Veranstaltungsort die Rede ist.

Die Markendorfer Vertreter wollen jedenfalls dafür sorgen, dass die Besucher gebührend empfangen werden – von möglichst vielen Anwohnern mit guten Argumenten gegen den vorliegenden Entwurf des B-Planes.

Denn in dem seien – und das ist die schlechte Nachricht – die von den Markendorfern vorgebrachten Bedenken nach wie vor nicht berücksichtigt. "Alles, was wir gefordert haben, ist im überarbeiteten Entwurf ignoriert worden", resümierte Dieter Rudolf am Montagnachmittag in einer Beratung von Ortsbeirats- und Mitgliedern der Bürgerinitiative.

Ihre Forderung lautet: Erst muss die Erschließungslage im gesamten Wohngebiet "Am Waldrand" verbessert werden, bevor dort weitere Grundstücke erschlossen werden könnten. Laut dem B-Plan sollen auf der linken, bislang unbebauten Seite der Straße Am Klinikum 15 neue Einfamilienhäuser entstehen.

Anwohner wie Dietrich Koch jedoch meinen, dass die nur 4,50 Meter breite Straße schon jetzt den Anliegerverkehr von den rund 150 Grundstücken im Wohngebiet nicht verkraftet. Ein gefahrloser Begegnungsverkehr sei nicht möglich, sagt der frühere Frankfurter Stadtplaner. Immer wieder werde der Bordstein des nur 1,40 Meter breiten Gehweges überfahren, so Teilnehmer der Runde am Montag. Der Sprecher der Bürgerinitiative, Frank Jakob, erinnerte daran, dass schon ein Auto im Zaun gelandet, ein anderes eine Straßenlaterne "umgelegt" habe. Ein Junge habe sich auf dem Gehweg vor einem Auto in Sicherheit bringen wollen und beim Sprung zur Seite verletzt, so Jakob.

Die Argumentation der Stadtverwaltung, dass der geforderte Ausbau der Kreuzung zur B87 unnötig, die Ampel ausreichend sei, keiner dort länger als anderthalb Minute stehe, widerspricht den Erfahrungen der Anwohner. Sie berichten von Auto- Warteschlangen und Zuliefer-Lkw zum Autohaus Bohlig, die sogar rückwärts auf die Bundesstraße auffahren, weil das Wenden nur schwer möglich ist.

Naturschützer intervenieren

Doch es gibt noch andere Argumente der Markendorfer gegen den Bauplan. So erinnern die Mitglieder der Bürgerinitiative daran, dass die Fläche jenseits der Straße Am Klinikum im Zuge der Erweiterung des Krankenhaus-Komplexes nach der Wende als Ausgleichs- und Ersatzfläche ausgewiesen wurde. Dort stünden geschützte Bäume und gebe es geschützte Arten, weshalb die anerkannten Naturschutzverbände das Bauvorhaben auch ablehnen, wie Frank Jakob weiß.

Auch dass der Container-Stellplatz laut B-Plan an die Trafo-Station gegenüber dem Autohaus verlegt werden soll, stößt auf Kritik. Damit würden die zwei Gullys überbaut, die für die Entwässerung der Anliegerstraße sehr wichtig sind, heißt es.

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Karsten Bohlig 14.09.2019 - 09:55:05

Klarstellung bzgl.Autohaus Bohlig

Da unser Autohaus in dem MOZ- Artikel benannt wird, möchte ich zumindest zu diesem Part Stellung beziehen: 1.) Derzeit werden wir ca. 2-3 mal im Monat durch einen Autotransporter mit Fahrzeugen beliefert, wir reden also im Höchstfall von 36 Anlieferungen im Jahr. Vor einigen Monaten haben wir durch Straßen-bauliche Veränderungen auf unserem Firmengelände die Möglichkeit geschaffen, dass diese Autotransporter dort wenden können. (Vorher fuhren die Transporter durch das angrenzende Wohngebiet "Am Waldrand" und von dort wieder zurück auf "Am Klinikum". Dies wurde jedoch von einigen dort lebenden Anwohnern nicht mehr gewünscht). Das Wenden der Autotransporter geschieht also jetzt durch Einfahren in unsere Einfahrt (vorwärts) und anschließendes Zurücksetzen auf "Am Klinikum". Während des Zurücksetzens wird der Autoverkehr in diesem Bereich für maximal 1 Minute in beide Richtungen unterbrochen (in Summe also max. 3 Minuten im Monat). JEDEM Fahrer bieten wir diese Wendemöglichkeit bei uns an. Leider nehmen jedoch ca. 10 % der Fahrer diese Möglichkeit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht wahr- das sind dann diese, die ihren LKW rückwärts bis zur Bundesstraße und auf diese zurücksetzen, mithin also 3-4 LKWs pro Jahr! Dass dies für Ärgernis sorgt, kann ich durchaus nachvollziehen, anderseits kann in den Kraftfahrern nicht vorschreiben, wie sie zu fahren haben. Den Rest regelt letztlich die STVO. 2.) Es gab und gibt keine Autoschlangen zu unserem Autohaus, weder zu unseren Geschäftszeiten im Allgemeinen, noch während Fahrzeuglieferungen im Besonderen. *** Als Fazit möchte ich festhalten, dass die speziell auf unser Autohaus bezogenen Sachverhalte überdimensional überzogen und übertrieben dargestellt worden sind. Weniger Egoismus und mehr gegenseitige Toleranz und ein respektvolles Miteinander würden unserer Gesellschaft und speziell Frankfurt (Oder) gut tun. Karsten Bohlig/Autohaus Bohlig GmbH

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