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Bürgerprotest
Güldendorfer wollen keinen weiteren Sendemast

Ines Weber-Rath / 24.09.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 24.09.2019, 08:20
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Güldendorfer wollen keinen weiteren Mobilfunkmast in ihrem Dorf. Die etwa 40 Bewohner des Frankfurter Ortsteils, die der Einladung zur Informationsveranstaltung in die "Seeterrassen" gefolgt waren, stellten sich einmütig hinter ihren Ortsbeirat. Denn auch dessen Mitglieder hatten zum Vorhaben der Deutschen Telekom, das an dem Abend vorgestellt wurde, "Nein" gesagt, wie Ortsvorsteherin Brunhild Greiser nach der Begrüßung sagte.

Frankfurts Baudezernent Jörg Gleisenstein (Grüne), der mit Vertretern des Wirtschaftsamtes in die "Seeterrassen" gekommen war, dankte dem Ortsbeirat für die Initiative zur Information der Güldendorfer über das Vorhaben. Und rüffelte die Telekom für den von ihrem Pressesprecher aufgebauten Druck. Auf MOZ-Nachfrage  hatte der Telekom-Sprecher erklärt, dass die Entscheidung gegen den neuen Mast "fatal" wäre, in dem Bereich ein Funkloch bliebe, man die digitale Zukunft verspiele.

Telekom-Vertreter Matthias Werner erläuterte mit einer Powerpoint-Präsentation, warum der Sendemast für die Funkversorgung in Güldendorf und Umgebung so wichtig sei. Mit ihm soll eine Versorgungslücke zwischen Frankfurts Mitte und dem Mast am Lossower Friedhof geschlossen werden. Wobei es nicht nur um die Versorgung der Güldendorfer mit zukunfssichernden LTE-Anschlüssen gehe, sondern auch um die Abdeckung der nahen Bahnlinie und der Autobahn, räumte Werner ein.

Die Standortsuche laufe seit zwei Jahren, bestätigte Jörg Gleisenstein. Die Stadt habe der Telekom ein kommunales Grundstück für den Mast angeboten – nachdem diese die vorgeschlagene Mitnutzung des Mastes von Mitbewerber Vodafone abgelehnt hatte, wie ein Vertreter des Wirtschaftsamtes auf Nachfrage von Bürgern erklärte.

Genau das aber ist der Knackpunkt: Die Güldendorfer möchten, dass die Deutsche Telekom den vorhandenen Sendemast an der A12 mit nutzt und nicht "rund 500 Meter weiter den nächsten baut", wie Thomas Walter, Mitglied des Ortsbeirates, in der Runde unter Beifall erklärte. Der Vodafone-Mast war vor etwa zehn Jahren in der Nähe des Friedhofs errichtet worden, ohne die Dorfbewohner zu fragen.

Diesem Argument des Telekom-Vertreters, die Topografie des vorhandenen Mastes sei "nicht optimal", hielt Martin Göldner aus dem Ortsbeirat entgegen: "Aber Sie wollen in einer Senke, am tiefsten Punkt Güldendorfs bauen!"

Andere Dorfbewohner verwiesen auf den problemlosen Handyempfang und gute Internetverbindungen. Der einzige schlecht versorgte Bereich sei der am Weg Weinberge, der in einer Senke liege. "Aber den erreichen Sie mit dem neuen Mast auch nicht, weil der Bahndamm dazwischen liegt", meinte ein älterer Herr. Ihm und seinen Nachbarn würde der Mast nur einen enormen Wertverlust der Grundstücke bringen, erklärte ein junger Güldendorfer.

Angesichts der Front der Ablehnung ging es letztlich nur noch um eine Frage: Welche Handhabe gibt es, den Mast-Bau zu verhindern? Das Vorhaben sei, ähnlich dem Windradbau, ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich, erklärte Jörg Gleisenstein. Wenn die Stadt das Grundstück nicht zur Verfügung stelle, könnte es auch ein Privater tun.

Brunhild Greiser verabschiedete die Gäste mit der Bitte, die Mitnutzung des vorhandenen Funkmastes noch einmal zu prüfen.

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