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Aus den mehr als 17 000 Werken lagern im Depot des Kunstarchivs.

DDR-Kunst
Laien präsentieren Kunst aus der DDR

Martin Maleschka, Stefanie Lubasch und Gertrud Zucker (v. l.) im Beeskower Kunstdepot: Sie haben die Kuratoren der Bürgerausstellungen ausgewählt.
Martin Maleschka, Stefanie Lubasch und Gertrud Zucker (v. l.) im Beeskower Kunstdepot: Sie haben die Kuratoren der Bürgerausstellungen ausgewählt. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 18.10.2019, 15:22 Uhr
Beeskow (MOZ) Auf die Ausschreibung zur Gestaltung einer Bürgerausstellung auf der Burg Beeskow mit Werken aus dem Kunstarchiv haben sich 24 Frauen und Männer aus der gesamten Bundesrepublik beworben. Eine Jury unter Leitung des Cottbuser Architekten Martin Maleschka, zu der die Illustratorin Gertrud Zucker und Stephanie Lubasch vom Kulturamt des Kreises gehörten, lädt nun zwölf von ihnen zu einem Workshop ein. Anfang Februar werden Teilnehmer aus Hamburg, Leipzig und Jena, aber auch aus der Region, aus Beeskow, Frankfurt und Werneuchen auf der Burg erwartet. "Wir haben zwei Gruppen mit je sechs Leuten gebildet, die die Möglichkeit erhalten, je eine Ausstellung zu gestalten", so Maleschka.

Ideen werden erklärt

Die eine Gruppe besteht aus Mitgliedern zwischen 20 und 60, die andere aus älteren Bewerbern. Frauen sind immer deutlich in der Überzahl. Die Idee zu dieser Aufteilung sei während der Jurysitzung entstanden, so Maleschka. Beim Februarworkshop werden sich die Laien-Kuratoren kennenlernen, außerdem werden sie sich mit dem Depot und den Ausstellungsräumen auf der Burg vertraut machen. Vielleicht einigen sie sich auch schon auf eine Arbeitsweise, schließlich sind jeweils vier Ausstellungsräume zu gestalten. Vorgaben zu Form und Inhalt gibt es nicht. In der Ausstellung selbst werden nicht nur die Kunstwerke gezeigt, sondern auch die Kuratoren vorgestellt. Außerdem werden sie ihre Kunstauswahl erklären. "Es ist ein Experiment", bekennt Stephanie Lubasch. Eines, für das die Idee von Landrat Rolf Lindemann stammt. Beim Ausräumen des Alten Speichers an der Spree, beim Depot-umzug, habe er den Gedanken geäußert, dass man doch mal die Leute auf der Straße fragen müsste, was sie von den alten DDR-Kunstwerken ausstellen würden. Mehr als 17 000 verschiedene Werke gibt es, viele Grafiken, Gemälde in vielen Formaten, Plastiken, Wandteppiche und auch Kunstgewerbe.

Bilder für das Gymnasium Erkner

Was davon im kommenden Jahr den Weg auf die Burg nehmen wird, ist nun die spannende Frage. Klar ist hingegen, dass die erste Bürger-ausstellung am 14. März, die zweite Schau am 27. Juni eröffnet werden. Beide werden jeweils drei Monate gezeigt. Danach wird in den Räumen das neue Regionalmuseum entstehen. Deshalb ist auch offen, ob die nun geplante Ausstellungsform ein Experiment bleibt oder an einem anderen Ort fortgesetzt wird. Auf alle Fälle, so Stephanie Lubasch, habe schon die Ausschreibung auch für neue Ideen beim Umgang mit der DDR-Kunst gesorgt. So hätten sich auch Schüler des Bechstein-Gymnasiums für das Projekt beworben. Mit der Schule überlege man nun, ob nicht einige Bilder von Künstlern aus der DDR für eine gewisse Zeit an der Schule in Erkner gezeigt werden können.

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