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Boxen
Goldenes Freundinnen-Trio

Verstehen sich gut und haben es in den Boxfäusten: die deutschen Meisterinnen Maxi Klötzer, Alina Popp und Elisa Rohde mit ihrem Trainer Coach René Benirschke
Verstehen sich gut und haben es in den Boxfäusten: die deutschen Meisterinnen Maxi Klötzer, Alina Popp und Elisa Rohde mit ihrem Trainer Coach René Benirschke © Foto: privat
Hans Eberhard / 07.11.2019, 06:00 Uhr
Frankfurt (Oder) Eine seit Jahren nicht mehr erlebte Erfolgsgeschichte haben drei junge Boxerinnen vom Frankfurter Bundesstützpunkt geschrieben: das Trio Maxi Klötzer, Elisa Rohde und Alina Popp gewann drei Titel bei den Deutschen Meisterschaften der U 22 in Rostock.

"Ein herausragendes Ergebnis", wertet René Benirschke. "Die Mädels zeigten sich auf den Punkt topfit, mental stark und gaben nicht eine Runde an ihre Kontrahentinnen ab", fasst der Trainer zusammen. Und das, obwohl die Drei durch die Bank erst 19 Jahre alt geworden sind.

Fliegengewichtlerin Maxi Klötzer, mit ihrem Coach vor einem Jahr aus Chemnitz gekommen, triumphierte im Finale gegen Estella Werner (Sachsen-Anhalt) deutlich mit 5:0. Ebenso Federgewichtlerin Elisa Rohde in ihrem dritten Turniergefecht gegen Henriette Stolpe (Sachsen). Die Frankfurterin wurde in Rostock zugleich als beste Boxerin geehrt. Benirschke schätzt an seinem Schützling "die flinke, kluge Beinarbeit und mentale Stärke." Sie sei wettkampfstabiler geworden. "Da muss ich mir am Ring keine sorgenvollen Gedanken machen." Alina Popp, sie kam aus Bayern, setzte sich im Endkampf des Weltergewichts souverän gegen die Westfalin Stefania Tse durch.

Schon Erfahrung bei Frauen

Im März bei den deutschen Titelkämpfen der Elite in Berlin waren Elisa und Alina Vizemeisterinnen bei ihrem Frauen-Debüt geworden, Maxi hatte Bronze gewonnen. Bei der anschließenden EM der U 22 in Vladikavkas waren sie leer ausgegangen, hatten noch Lehrgeld zahlen müssen im Vergleich mit Welt- und Europameisterinnen. Im nächsten Jahr bei der EM könnte das Trio schon ein gewichtigeres Wort mitsprechen.

Maxi ist an der Sportschule auf dem Weg zum Abitur, Elisa absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst am Olympiastützpunkt, Alina studiert an der Europa-Uni Viadrina. Was den Coach besonders freut: "Da gibt es keine Zickereien, im Gegenteil: die Mädchen haben sich auch privat zusammengefunden, unternehmen viel gemeinsam, sind richtige Freundinnen geworden."

Bei den jungen Männern musste sich der wettkampferfahrene Vezir Agirman in Rostock mit DM-Bronze begnügen. Der Mittelgewichtler zeigte sich zu reserviert im Halbfinale gegen Serhat Parlak (NRW), "er hätte mehr Hände bringen müssen" so Trainer Gunnar Berg.

Männer vor Olympia-Quali

Agirman (75 kg) gehört wie Johannes Hickmann (69) und Michel Dobler (91) dem Nationalkader 1 an. Das ist die 4. Kategorie in der DBV-Kaderpyramide. Darüber stehen die Entwicklungskader und die Perspektivkader – mit den Frankfurter Stützpunkt-Boxern Silvio Schierle (75) und dem EM-Dritten der U 22, Richard Meinecke (69). Beide stellen sich ab 18. Dezember der nationalen Olympia-Qualifikation in Kienbaum (Oder-Spree). "Wobei der 20-jährige ,Ritschi’ eher ein Kandidat für die Spiele 2024 ist", urteilt Berg. Ganz oben in der Rangliste, bei den Olympiakadern, angesiedelt sind nur drei: Salah Ibrahim (52) und Ibragim Bazuev (81/beide Köln) sowie Murat Yildirim (57/Berlin).

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