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Digitalpakt Schule
Frankfurt will WLAN in allen Schulen

Offene Kabel in einem Klassenraum in der Beckmannstraße: Hier kommt bislang kein Internet an.
Offene Kabel in einem Klassenraum in der Beckmannstraße: Hier kommt bislang kein Internet an. © Foto: Thomas Gutke
Lisa Mahlke / 27.11.2019, 07:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor zehn Jahren wurden das Hauptgebäude und das Brennerhaus des Karl-Liebknecht-Gymnasiums strukturiert verkabelt. "Auf der Höhe der Zeit", sagt Schulleiter Torsten Kleefeld, ist die Internetanbindung aber nicht. Eine solche universelle Struktur für die Verkabelung von Gebäuden gibt es im Schulhaus in der Beckmannstraße gar nicht, in den Klassenräumen kommt kein Internet an. Das wäre aber Voraussetzung für digitale Infrastruktur. Eine solche an allen Schulen einzurichten, ist Ziel des Digitalpaktes Schule, einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern von 2019 bis 2024. Für Frankfurt stehen in diesem 3,2 Millionen Euro für allgemeinbildende Schulen und das Oberstufenzentrum zur Verfügung, 261 000 Euro für freie Schulen.

In jedem Klassenraum soll es leistungsfähiges Internet geben, betont Torsten Kleefeld. Das Ziel sei nicht, dass von den Steckdosen "Kabel kreuz und quer durch die Klassenräume gehen". Vielmehr soll es in jedem Raum Access Points, also drahtlose Zugangspunkte geben, sodass überall WLAN verfügbar ist. Eine Herausforderung für alle drei Schulhäuser. "Ich bin optimistisch, dass wir das mithilfe des Digitalpaktes hinbekommen."

Zunächst stehen allerdings die Medienentwicklungspläne an. Es solle nicht nur Technik verbaut werden, "die dann verkümmert", beschreibt Kleefeld. Er, seine Kollegen und die anderen Schulen müssen sich überlegen, wo sie inhaltliche Schwerpunkte setzen, in welchen Fächern etwa Tablets zum Einsatz kommen könnten. "Das ist noch viel Arbeit", sagt Schulamtsleiterin Ellen Otto. Einige Schulen, die im Medienfit-Projekt des Landes sind, haben diese Pläne bereits fertig. Bis spätestens 30. September 2020 müssen alle Schulen dann ihre Anträge gestellt haben.

"Zeitgemäße Bildung ist nicht zum Nulltarif zu haben", betont Torsten Kleefeld. Er lobt, dass mit dem Digitalpakt deutschlandweit die Digitalisierung an den Schulen angegangen wird. Zumal es für die Förderung keine Rolle spielt, ob die Schule einen finanzstarken oder -schwachen Träger hat. Normalerweise werden zehn Prozent der Fördersumme durch den Schulträger übernommen. Kommunen in Haushaltssicherungskonzepten, wie Frankfurt, sind von dieser Regelung jedoch ausgenommen. "Die Stadt muss aber die Folgekosten im Blick haben", so Ellen Otto.

Breitband fehlt überall

Die meisten Schulen werden mit WLAN ausgestattet, eine strukturierte Verkabelung ist dort schon vorhanden – in Haus 1 der Hutten-Oberschule, der Beckmannstraße und Haus D des OSZ allerdings nicht einmal das. "Und Breitband fehlt überall", sagt Ellen Otto. Dieses sei nötig, weil einerseits die Schul-Cloud, die das Hasso-Platter-Institut aktuell entwickelt, Schulbücher ersetzen und Unterrichtsmaterialien online abrufbar machen soll.

Wenn die Schüler perspektivisch in mehreren Klassen gleichzeitig mit Laptops arbeiten, fließen außerdem hohe Datenmenge – ohne Breitband unmöglich. Für die Anschaffung mobiler Arbeitsgeräte sind im Digitalpakt jedoch nur 25 000 Euro pro Schule vorgesehen.

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