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Inklusion im Sport

Stefan Köber engagiert sich als Geschäftsführer des Stadtsportbundes für Inklusion.
Stefan Köber engagiert sich als Geschäftsführer des Stadtsportbundes für Inklusion. © Foto: Michael Benk
Hubertus Rößler / 13.02.2020, 02:15 Uhr
Frankfurt (MOZ) Menschen mit Behinderung durch Sport in die Gesellschaft zu integrieren, ist eines der Anliegen von Stefan Köber. Der Geschäftsführer des Stadtsportbundes Frankfurt berichtet, was bereits für die Inklusion getan wird und was die Teilnehmer beim Talent-Tag erwartet, der am 29. Februar von 10 bis 14 Uhr in der Oderlandhalle stattfindet.

Herr Köber, was hat es mit dem Talent-Tag auf sich?

Wir möchten uns verstärkt dem Behindertensport öffnen. Immerhin gibt es in Frankfurt 13 000 Menschen mit Behinderung.  Nachdem sich Cottbus seit vielen Jahren als Bundesstützpunkt im Para-Sport etabliert hat, werden am 29. Februar auch bei uns erstmals Talente gesichtet. Wir möchten am Talent-Tag Menschen mit körperlicher Behinderung die Möglichkeit bieten, sich in den Sportarten Leichtathletik, Radsport und Bogensport auszuprobieren. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung wird gebeten.

Wie soll die Veranstaltung ablaufen?

Die Vereine SC Frankfurt, Frankfurter Radsportclub 90 und der Universitätssportclub Viadrina werden mit ihren Trainern die Teilnehmer in der Oderlandhalle betreuen. Außerdem bringt auch der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Brandenburg als Ausrichter der Veranstaltung mehrere Trainer mit. Sie sollen dann die Trainer vor Ort unterstützen, da diese im Bereich Behindertensport noch am Anfang stehen.

An wen richtet sich der Talent-Tag?

Es können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre mit körperlichen Einschränkungen mitmachen und im besten Fall ihre Sportart finden. Im Vordergrund sollen Spaß und Freude an der Bewegung stehen. In den Vereinen soll im Anschluss eine regelmäßige sportartspezifische Betätigung ermöglicht werden. Auch eine Teilnahme an Wettkämpfen ist denkbar.

Welche Angebote gibt es bislang im Behindertensport?

Wir sind seit 2018 eine von bundesweit zehn Modellregionen des Projektes MIA – Mehr Inklusion für alle. Es ist ein Projekt des Deutschen Behindertensportverbandes zum Thema Inklusion im und durch Sport, das durch die Stiftung Aktion Mensch gefördert wird. Uns geht es vor allem darum, dass Menschen mit Behinderung Teilhabe und Vielfalt durch den Sport erfahren.

Wie kann das realisiert werden?

Es soll den Menschen ermöglicht werden, sich in festen Strukturen sportlich zu betätigen. Bislang gab es diese Angebote nur vereinzelt wie das Sportfest der Lebenshilfe. Wir möchten aber erreichen, dass ein regelmäßiges und organisiertes Sporttreiben möglich ist. Es gibt in diesem Bereich bislang nur Reha-Sport, aber keine inklusive Sportlandschaft. Wir sehen uns dabei als Bindeglied zwischen den Sportvereinen und dem Behindertensportverband.

Was sind dafür die konkreten Vorhaben?

Wir haben mit vielen der knapp 80 Frankfurter Sportvereine gesprochen, die natürlich auch ihre eigenen Bedürfnisse haben. Aber es gibt einige gute Ansätze wie mit dem Bahnradsport beim FRC 90. Auch im Sportunterricht kann man mit Inklusion arbeiten, muss dann aber einen gutes Mittelweg finden, damit man die Schüler nicht über- oder unterfordert. Ein weiteres Thema ist die Barrierefreiheit der Sportstätten, auch da gibt es noch viel Nachholbedarf.

Welche Pläne gibt es außerdem?

Mit der Lebenshilfe wollen wir die Sportgruppe Aktiv Fit gründen. Dafür soll Uwe Köppen im Rahmen einer halben Stelle angestellt werden. Er hat sich bereits mit seiner inklusiven Sportgruppe bei den Boxern des ESV engagiert und gezeigt, dass er für diese Arbeit prädestiniert ist. Derzeit wird eine Bedarfsanalyse erstellt.

Um Anmeldung zum Talent-Tag wird im Internet unter www.ssb-ffo.de gebeten. Vor Ort kann ab 9 Uhr ebenfalls eine Anmeldung erfolgen.

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