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Verkauf
Sorge um Real-Markt am Messering in Frankfurt (Oder)

Stürmische Zeiten für die Real-Märkte wie hier in Frankfurt: die Handelskette steht kurz vor dem Verkauf.
Stürmische Zeiten für die Real-Märkte wie hier in Frankfurt: die Handelskette steht kurz vor dem Verkauf. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 13.02.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 13.02.2020, 07:40
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist eine Schicksalswoche für die Beschäftigten des Real-Supermarktes am Frankfurter Messering und der Real-Märkte in ganz Deutschland. In der Nacht zum Dienstag verkündete der Eigentümer der Real-Märkte, die Metro AG, sich mit dem Konsortium um den deutsch-russischen Immobilieninvestor x-bricks über den Verkauf der Märkte einig zu sein. Für die Mitarbeiter kann nun zur Gewissheit werden, was viele schon lange befürchten. Im günstigen Fall ist das ein neuer Arbeitgeber, der den Markt übernimmt. Im Gespräch mit den Investoren sind Edeka und Kaufland – von denen es in Frankfurt bereits mehrere Filialen gibt. Im ungünstigsten Fall droht die Schließung des Standortes.

Belastende Situation

Ein düsteres Bild malt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Real Werner Klockhaus in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Fast jede dritte Stelle ist bei Real in akuter Gefahr. Es wird ein Drama” erklärte er darin. Ob und wie es Frankfurt trifft, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Für die Beschäftigten eine belastende Situation, denn seit Ankündigung der Verkaufsabsichten durch die Metro AG sind bereits zwei Jahre vergangen. Von all dem erfuhren die mehr als 80 Angestellten in Frankfurt nur aus Medienberichten. "Wir haben hier vor Ort auch keinerlei Informationen", erklärt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. "Nur die aus der Presse – Zerschlagung von Real. Was mit Frankfurt passiert weiß noch keiner", sagt er. "Die Karre in den Dreck fahren die Großen, sie wieder rausziehen sollen die Kleinen", so sein frustrierter Kommentar. Viele seiner Kollegen sind seit Jahren im Unternehmen beschäftigt. Anfang der 1990er-Jahre eröffnete der Allkauf-Markt in Seefichten – damals der größte Supermarkt der Stadt. 1998 wurde Allkauf an Metro verkauft und die Märkte wurden zu Real. Viele Angestellte gingen mit. Jetzt droht das Ende der Marke und des Marktes in Frankfurt.

"Für die Beschäftigten bei Real ein unerträglicher Zustand, zumal er ja auch schon sehr lange anhält", sagt Erika Ritter, Landesfachbereichsleitung Handel von Verdi Berlin-Brandenburg. "Aus den Verkaufsverhandlungen dringt nichts an die Öffentlichkeit, wir werden uns also weiter gedulden müssen, bis es zum Abschluss der Verkaufsverhandlungen kommt".

Zähe Verhandlungen

Erst sollten die Märkte an ein Konsortium um den Immobilien-Investor Redos verkauft werden. Das Kartellamt hatte diese Pläne bereits genehmigt. Redos wollte mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke sollte erhalten bleiben, Edeka viele Märkte übernehmen. Die übrigen Standorte sollten an Konkurrenten gehen. Die Verhandlungen scheiterten schlussendlich. Mit dem Immobilieninvestor x+bricks will das russische Unternehmen SCP nun Real komplett übernehmen, jedoch auch nur sehr wenige Märkte weiter als Real betreiben. Die Verhandlungen sollten eigentlich schon im Januar beendet sein. Mittlerweile soll das russisch-deutsche Konsortium die Übernahmepläne der EU-Wettbewerbskommission vorgelegt haben. Die Märkte sollen dann laut Medienberichten auch weiterverkauft, umgebaut oder geschlossen werden.

Von der Pressestelle der Metro AG war am Mittwoch noch nicht zu erfahren, was aus dem Standort in Frankfurt wird. "Ein verbindlicher Vertragsschluss (Signing) ist noch nicht erfolgt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht zu weiteren Details äußern können", erklärte eine Sprecherin.

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Burkhard Fettke 13.02.2020 - 19:05:09

Real

Warum bekommen wir in Frankfurt/oder nicht mal einen echten Konkurrenten für TOOM oder MEDI MAX das were doch mal was.

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