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Der verlorene Sohn ist zurück

Schnell, wendig und trickreich: Marcel Georgi versucht den Oranienburger Torwart Sven Roggentin zu überwinden.
Schnell, wendig und trickreich: Marcel Georgi versucht den Oranienburger Torwart Sven Roggentin zu überwinden. © Foto: michael benk
Eberhard Fehland / 14.02.2020, 06:00 Uhr - Aktualisiert 14.02.2020, 07:51
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der verloren geglaubte Sohn ist zurück. Marcel Georgi hat sich nach drei Serien bei Victoria Seelow im Sommer wieder seinem alten Klub 1. FC Frankfurt angeschlossen. Von alter Stärke hat der exzellente Mittelfeldspieler nichts eingebüßt. Mit sieben Treffern in 14 Vergleichen ist der Mann mit der Nummer 10 sogar der beste Frankfurter bei Halbzeit in der Brandenburgliga. "Ein Knipser aber war und bin ich nicht."

Wendig und trickreich ist er, schlägt präzise Pässe, leitet aus der Tiefe hinter den Spitzen so manchen Doppelpass ein. "Aber ganz so schnell wie vor zehn oder fünf Jahren bin ich nicht mehr", gibt der 27-Jährige zu. Einige Muskelfaserrisse und schließlich ein Bündelriss im Oberschenkel hatten ihn vor einem Jahr rund vier Monate außer Gefecht gesetzt.

Körperlich hat der 1,80 Meter große und immer noch schlanke Athlet auf 77 Kilo zugelegt. So ist er von robusten Gegenspielern nicht mehr so einfach auf dem Rasen beiseite zu stellen. Und er ist sich auch nicht zu schade, defensive "Drecksarbeit" zu verrichten. "In Seelow habe ich richtig kämpfen gelernt, Victoria lebt von Einsatz und Leidenschaft." Das vermisse er ab und zu noch bei seiner alten, neuen Liebe, vor allem das selbstbewusstere Auftreten in der Fremde. Aber ein dynamischer Läufer Maik Frühauf und dessen Zwillingsbruder Steven als kommender Mittelstürmer würden Hoffnungen auf eine bessere Rückrunde machen. Dazu jedoch müssten Offensivkräfte wie Artur Aniol und Sandro Henning ihre Ladehemmungen ablegen.

Manch Fan nörgelte öfter, er solle doch die Schnörkel am Ball weglassen. Aber all seine letzten Trainer ließen ihm wegen seiner Qualitäten alle Freiheiten. "Da bin ich richtig aufgeblüht, weil man mir freie Hand ließ." Dennoch räumt er ein: "Es mag sein, manchmal verkompliziere ich eine Situation am Ball, aber ich habe eben meinen eigenen Kopf. Fußball muss Spaß machen."

FCF-Coach Jan Mutschler: "Matze ist ein herausragender Instinkt-Fußballer, er ist intelligent und kann in einem Spiel den Unterschied ausmachen. Und er hat sich mit seinem Anschluss an seinen alten Verein bewusst für sein altes Umfeld entschieden."

Seelower immer interessiert

Den Wechsel im Sommer 2016 in die Kreisstadt begründet Georgi so: "Frankfurt erlebte schwierige Zeiten in der Oberliga. Seelow war immer an mir interessiert, zeigte sich auch beständiger. Und ich hatte da viele Freunde, gute Bekannte." Und die Rückkehr? "Ich bin waschechter Oderstädter, wohne nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt im Buschmühlenweg. Auf Dauer war die Fahrerei zu stressig. Jetzt habe ich mehr Zeit, auch für private Dinge. Ich komme schließlich in ein Alter, wo anderes wichtiger wird." Und meint damit die konkreter werdende Familienplanung mit Freundin Marie-Luis, eine Altenpflegerin. Deswegen plant er nur noch von Jahr zu Jahr. "Frankfurt wird wohl meine letzte Fußball-Station sein." Angefangen hatte er als Fünfjähriger beim SV Eintracht – da, wo auch sein Vater Falko kickte. Als Sportschüler bis zum Abi durchlief er alle Jugendstationen beim FFC Viktoria. Sein erstes Männerspiel erlebte er mit 18 Jahren am 29. Januar 2011. "Wir verloren das Nachholspiel gegen Strausberg 0:3."

Marcel Georgi ist mit sich und der Welt im Reinen. Wie der Fußball macht ihm auch der Job im normalen Tagesdienst (ohne Schicht) Spaß. Nach dreijäh-riger Ausbildung ist er seit vier Jahren als Energiebeschaffer Angestellter der Frankfurter Stadtwerke.

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