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Handball
Ein neuer Trainer für den Frankfurter HC

FHC-Präsident Wolfgang Pohl, Trainer Torsten Feickert und OSP-Leiter Wilfried Lausch (von links) vor der Brandenburg-Halle. Das Trio freut sich auf die zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Zusammenarbeit.
FHC-Präsident Wolfgang Pohl, Trainer Torsten Feickert und OSP-Leiter Wilfried Lausch (von links) vor der Brandenburg-Halle. Das Trio freut sich auf die zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Zusammenarbeit. © Foto: Winfried Mausolf
Matthias Braun / 04.05.2020, 20:00 Uhr - Aktualisiert 05.05.2020, 06:04
Frankfurt (MOZ) Die Drittliga-Saison der Handball-Frauen des Frankfurter HC ist durch den Verband abgebrochen worden. Wann und wie ein Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder möglich sein wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Vorgaben der zuständigen Behörden ab. Fest steht, dass dann ein neuer Übungsleiter auf der Bank der Oderstädterinnen sitzen wird.  Mit dem 39-jährigen Torsten Feickert präsentieren Wilfried Lausch, Leiter des Olympiastützpunktes Brandenburg in Frankfurt sowie FHC-Präsident Wolfgang Pohl einen neuen Trainer des Landesstützpunktes Handball weiblich am Standort. Feickert unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

Der ehemalige Handballer durchlief in seiner Zeit als Aktiver und Trainer bereits einige Stationen, war zuletzt beim SV Fortuna 50 Neubrandenburg tätig. Das Handball-ABC erlernte Torsten Feickert mit elf Jahren bei seinem Heimatverein VfL Lehre in der Nähe von Helmstedt, nachdem er zunächst wie viele andere dem runden Leder auf dem Fußballplatz hinterher gejagt war. Schon als 18-Jähriger begann er auch seine Trainerlaufbahn und beendete vor vier Jahren verletzungsbedingt seine aktive Karriere als Spieler. Die hatte ihn mit seinem Heimatclub bis in die Oberliga geführt. Zwischenzeitlich war er unter anderem für den MTV Braunschweig, VfB Fallersleben sowie den Dünnwalder TV aufgelaufen. Dank seiner Beidhändigkeit war Torsten Feickert vielseitig einsetzbar. "Ich habe in meiner aktiven Karriere eigentlich auf allen Positionen gespielt außer im Tor", erzählt der Handballer.

Zuletzt in Neubrandenburg

Durch seine damalige Lebensgefährtin, die ehemalige Bundesliga-Handballerin Kim Balthazar, kam Feickert 2016 zum VfL Oldenburg. Dort trainierte er die Oberliga-Damenmannschaft und das weibliche A-Jugend-Bundesligateam eigenverantwortlich. Gleichzeitig war er als Sportmanager bei der SG VTB/Altjührden für den Bereich Marketing aktiv. 2019 erfolgte der Wechsel nach Neubrandenburg, wo Torsten Feickert die 1. Frauenmannschaft sowie die weibliche Jugend A und B des SV Fortuna trainierte. Zudem war er als Sportlicher Leiter für den weiblichen Bereich im Verein verantwortlich. Als die Auffassungen zur "inhaltlichen Ausrichtung" zwischen Trainer und Verein immer deutlicher voneinander abwichen und es "Differenzen gab, wie der sportlich erfolgreiche Weg weitergeführt werden soll", trennten sich die Wege in beiderseitigem Einvernehmen bereits nach nur sechs Monaten wieder.

Dass es Torsten Feickert nun nach Frankfurt verschlug, hat viele Gründe. "Der FHC ist ein Traditionsverein mit einer hohen Zuschauerbasis", sagt der neue Trainer. "Wer den Frauenhandball kennt weiß, dass manche Vereine quasi permanent Geisterspiele haben. Das ist hier anders. In der abgelaufenen Saison waren um die 500 begeisterte Zuschauer in der Halle. Die enge Zusammenarbeit von Schule und Sport bietet darüber hinaus viel Potenzial für die Zukunft und die Entwicklung der Spielerinnen. Zudem wird hier im Nachwuchsbereich schon sehr lange sehr gut gearbeitet", zeigt sich der Coach gut informiert und vorbereitet auf die neue Aufgabe, die er bereits am 1. Mai übernahm.

Das freut auch FHC-Präsident Wolfgang Pohl. "Wir sind sehr froh, mit Torsten Feickert einen jungen, motivierten und engagierten Trainer gefunden zu haben, der sich der Aufgabe stellt und mit uns perspektivisch nach vorn blickt", erläutert der Club-Chef. "Gemeinsam wollen wir den Aufbau und die Weiterentwicklung der Mannschaft vorantreiben und einen erneuten Angriff auf unser Ziel 2. Bundesliga starten."

Da dürfte es von Vorteil sein, dass nahezu alle Spielerinnen signalisiert haben, auch in der kommenden Saison das Trikot des FHC tragen zu wollen. Darüber ist auch der neue Trainer froh. "Die Mannschaft hat für die 3. Liga eine hohe individuelle Qualität.  Ich freue mich auf eine eingespielte Truppe", frohlockt Feickert. Dass es ein erneuter Start in der 3. Liga werden wird, steht inzwischen fest. Der Deutsche Handballbund erklärte, dass entsprechend der Durchführungsbestimmungen nur die jeweils ersten beiden Mannschaften der vier Drittliga-Staffeln aufstiegsberechtigt gewesen wären. Nach dem Saisonabbruch wurde der Stand nach dem 17. Spieltag entsprechend einer Quotientenregelung zur Abschlusstabelle erklärt. Nach dieser Tabelle belegte der FHC nur Rang 3. "Dass der Aufstieg in dieser Saison durch den Abbruch leider nicht realisiert werden konnte, ist für alle nur schwer zu verkraften", bedauert auch Feickert die Wertung. "Wenn man als Team noch aus eigener Kraft Platz eins oder zwei hätte erreichen können, ist das umso ärgerlicher."

Etwas Positives kann der Trainer dem Neustart in Liga drei dann aber dennoch abgewinnen. "Ohne eine sportliche Bewertung der 3. Liga abzugeben, lassen sich meine Ideen sicher erst einmal einfacher umsetzen. Das Spiel soll schneller und variabler im Angriff werden, aber auch in der Deckung, um den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Hierbei handelt es sich aber um Prozesse und Automatismen, die erstmal wie Zahnräder greifen müssen", erklärt der 39-Jährige.

"Das Ziel muss es nun sein, mit den gegebenen Strukturen schnellstmöglich in die 2. Liga zu kommen. Aber da werden wir sicher nicht das einzige ambitionierte Team sein. Aufsteigen ist immer schwerer als die Klasse zu halten", weiß der neue FHC-Coach. "Zudem liegt mir auch die Weiterentwicklung und Integration der vielen jungen Talente sehr am Herzen. Das gibt den noch jüngeren Handballerinnen ein gutes Gefühl, dass sich der Aufwand, den sie bereits ab der 7. Klasse betreiben auch lohnt."

Acht-Stufen-Plan des Verbandes

Wie es trotz der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Krise weitergehen kann, davon haben sowohl Torsten Feickert als auch der Deutsche Handballbund konkrete Vorstellungen. "Die Mädchen haben nach dem offiziellen Saisonende erst einmal bis zum 12. Mai frei. Dann starten wir, unter welchen Rahmenbedingungen auch immer, mit dem ersten persönlichen Kennenlernen", plant der Trainer.

Der DHB hatte am Donnerstag ein Positionspapier und einen "Acht-Stufen-Plan zur verantwortungsvollen Wiederaufnahme des Handball-Sports im Amateursport" veröffentlicht. Dieser zeigt – beginnend mit autonomem Training bis hin zu Wettkampfspielbetrieb mit Publikum – Schritt für Schritt den Übergang von einer Stufe zur nächsten, selbstverständlich und ausdrücklich "nur nach einer vollständigen, regionalen und/oder kommunalen (Re-)Evaluation der Vorgaben seitens der zuständigen Behörden und nach Neubewertung der gesetzlichen Restriktionen und Auflagen".

Das findet auch bei Torsten Feickert Zustimmung. "Der Plan ist meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und in den acht Stufen so auch umsetzbar. Vieles hängt aber von der Politik und der Entwicklung der Pandemie ab. Ob die Saison Mitte September unter ‚normalen‘ Bedingungen startet, kann momentan niemand sagen. Ein wenig Normalität unter gewissen Voraussetzungen wäre uns aber allen zu wünschen. Je nachdem was umsetzbar ist, werden wir mit viel Begeisterung am Start sein."

Die FHC-Trainer der vergangenen 20 Jahre

Dietmar Schmidt (seit 2019)Wolfgang Pötzsch (2018–2019)Daniela Filip (2017–2018)Dietmar Schmidt (2006–2017)Thomas Hørlyk (2004–2006)Dietmar Rösicke (2001–2004)

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