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Wirtschaft
In Beeskow entsteht neues Bauland

Olaf Gardt / 23.05.2020, 04:30 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 18:35
Beeskow (MOZ) Die Beeskower Stadtverordneten haben für den Mühlenberg im Osten der Kreisstadt einen Bebauungsplan gebilligt. Ziel ist es, noch in diesem Jahr mit den Erschließungsarbeiten für ein neues Wohngebiet zu beginnen. Wie viele Baugrundstücke am Ende tatsächlich entstehen, ist offen. Die Stadtverwaltung rechnet mit knapp 30, ungefähr die Hälfte befindet sich in privatem Besitz.

Allein für die rund 15 städtischen Bauparzellen, die entstehen, habe man bereits 17 Anfragen, so Kämmerer Steffen Schulze. Damit wollte er die Notwendigkeit des B-Plans unterstreichen, der umstritten ist. Das hat mehrere Gründe. Zum einen funktioniert das Vorhaben nur, weil zuvor ein Umlegungsverfahren stattfand, bei dem Grundstücksgrenzen neu gezogen wurden. Das hat die Interessen vielen Bürger berührt, die auf dem Gebiet bereits früher Eigentum erworben und gebaut haben oder Gärten nutzen. Längst nicht alle sind begeistert davon, dass dort nun eine Eigenheimsiedlung entsteht.

Einige Stadtverordnete kritisieren zudem, dass für das Wohngebiet fast 80 große Bäume, darunter auch knapp 40 über hundert Jahre alte Stieleichen, gefällt werden müssen. Karin Niederstraßer, Fraktionschefin der Linken, hatte deshalb eine Einzelabstimmung bei der Abwägung verlangt. An der Mehrheit für den Beschluss änderte das am Ende nichts. Kämmerer Schulze betonte für die Verwaltung, dass das gesamte Vorhaben keinen Sinn mache, wenn die Bäume nicht gefällt würden.

Zahlreiche Auflagen

Selbstverständlich sei, dass für die Natureingriffe Ausgleich geschaffen wird. Unter diesem Gesichtspunkt stimmen auch die Naturschutzverbände zu. "Die Verbände halten die Nachnutzung der Planfläche für eine Wohnnutzung für möglich, wenn alle mit dem Vorhaben verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft ausreichend kompensiert werden", heißt es in einer Stellungnahme.

Der Stadtverordnete Hartmut Ruolph (Bauern/FDP) wies zudem darauf hin, dass mit dem Wohngebiet auch der Landwirtschaft Fläche entzogen wird. 1,8 Hektar sind das immerhin, außerdem verschwindet knapp ein Hektar Grünfläche.

Erschwert werden die Planungen für das neue Wohngebiet zudem durch Schallschutzauflagen, schließlich liegt es direkt an der B 168, im Norden steht der Nettomarkt und auch der Lärm von der B 246 muss beachtet werden. Pflanzungen und Wälle als Lärmschutz verringern die zur Verfügung stehende Baufläche.

Dass Beeskow weiter neue Wohnbauflächen braucht, macht die Verwaltung auch mit einer Vorlage für den nächsten Bauausschuss, der am Dienstag in der Aula der Fontaneschule berät, deutlich. Beschlossen werden soll die Fortschreibung einer Studie, die potentielle Wohnbauflächen außerhalb bestehender Siedlungsgebiete aufzeigt. Erste Priorität hat dabei das Gebiet Weinberge/Vorheide, wo man auf bis zu 240 Eigenheimparzellen hofft. Später, nach dem Abriss aller Wohnblöcke im Kiefernweg, soll auch dieses Gebiet betrachtet werden. Knapp 50 Baugrundstücke werden angedacht. Aus der Verwaltungsvorlage geht hervor, dass diese Pläne nicht vor 2030 greifen werden. Außerdem soll eine Erweiterung des gerade entstehenden Wohngebiets Südwald betrachtet werden.

Im Südwald und auch am Bahrensdorfer See sind mittlerweile praktisch alle Bauparzellen vergeben, die ersten Häuser sind fertig. Auch bei den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden der Alten Feuerwehrschule in Bahrensdorf gibt es Bewegung. Den Steigerturm mit Medpunkt will die Stadt nun selbst sanieren und zu einer Art Vereinszentrum gestalten. Für Wohn- und Verwaltungsgebäude ist ein Investor gefunden, der zudem die Möglichkeit hat, auf dem an das Denkmal grenzende Grundstück Mietwohnungen zu bauen. Nur für die Fahrzeughalle mit den darüber liegenden Lehrräumen gibt es noch keine Nachnutzung.

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