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Handball
Neustart der Müllroserinnen endet auf Platz 3

Wilfried Hohmann / 06.06.2020, 05:30 Uhr
Müllrose (MOZ) Vier Spieltage vor dem regulären Finale beendete die Corona-Krise für die HSG-Frauen die Handball-Saison 2019/20 – zum Zeitpunkt des Abbruchs Mitte März waren sie als Tabellendritte der Verbandsliga Süd zur erfolgreichsten Mannschaft des Müllroser Vereins avanciert. Eine Platzierung, die so niemand erwartet hatte, schließlich war die Truppe zuletzt mit 11:21 Punkten lediglich Vorletzte des Neunerfeldes geworden, hatte sich danach von Trainerin Ute Wagner getrennt.

Unter diesen Umständen war sogar lange Zeit über eine Abmeldung der Mannschaft nachgedacht worden. Dann aber präsentierte die HSG mit Cheftrainer Tobias Hallert und Assistent Ralf Hale eine für alle überraschende Lösung auf der Bank. Es sollte sich dies als Glücksgriff erweisen, denn nach 14 Saisonspielen standen acht Siege sowie 18:10 Zähler zu Buche.

Dabei galten die Damen nach zahlreichen Abgängen und dem "Verschleiß" von drei Übungsleitern in den vergangenen Jahren allgemein als "schwer trainierbar". Von daher musste das neue Duo schnell ein realisierbares, aber auch zukunftsfähiges Konzept erstellen. Dabei erwies sich natürlich als hilfreich, dass Hallert gerade erst seine aktive Zeit als Spieler beendet hatte und auch Hale ehemals als Spieler der zweiten Männermannschaft aktiv war. Beide hatten unter mehreren Trainern gespielt und waren mit verschiedenen Philosophien vertraut. Zudem kannten sie durch Ehefrau – Carolin Hallert – und Tochter – Jenny Hale – die Stärken und Schwächen der Mannschaft sehr genau.

Erstes Ziel war es, klare Team-Strukturen zu schaffen und vor allem eine kontinuierlich hohe Trainingsbeteiligung zu erreichen. Dazu wurde ein Mannschaftsrat gewählt, mit dem vor allem Werte wie Disziplin, Wille und Ehrgeiz definiert wurden, um die Geschlossenheit neu zu stärken. Dazu wurden neue Trainingsinhalte erarbeitet, die vor allem auf die Verbesserung des Deckungsverhaltens und eine variablere Angriffsgestaltung ausgerichtet waren.

Die Verantwortlichen an der Seitenlinie konnten auf Führungsspielerinnen wie Nora Reinhardt und Luisa Lehmann setzen, sich auf die Erfahrung der Etablierten wie Lysianne Kersten und Sarah Regen stützen. Zudem trugen die Neuverpflichtungen von Sina-Sophie Schübler und Marie-Luise Otto dazu bei, dass die Mannschaft mit einem 14-köpfigen Kader und damit einer nahezu gleichwertigen doppelten Besetzung auf allen Positionen in die Saison starten konnte.

Schwächen schnell abgestellt

Schon die ersten Spiele machten deutlich, dass tatsächlich ein neuer Teamgeist eingezogen war. Die Schwächen aus der Vorsaison wie häufige Fehlabspiele, mangelndes Rücklaufverhalten und nachlassender Kampfgeist bei Rückständen waren immer seltener zu sehen. Dem ausgeglichenen Start mit zwei Siegen und zwei Niederlagen folgte mit dem klaren 29:24 daheim über den Elsterwerdaer SV ein erster Achtungserfolg, dem sich ein 24:24 im Derby beim bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer Rot-Weiß Friedland anschloss. Mit den Niederlagen beim LHC Cottbus II und beim HV Calau gab es kleinere Rückschläge – mit 11:9 Punkten hatte die HSG zum Abschluss der Hinrunde aber bereits genauso viele Zähler auf dem Konto wie in der gesamten Vorsaison.

Und es sollte noch besser kommen: Im neuen Jahr blieben die Müllroserinnen in fünf Spielen ungeschlagen, gaben lediglich beim 28:28 bei Spitzenreiter und BB-Liga-Aufsteiger TSG Lübbenau einen Punkt ab. Ob da noch eine weitere Steigerung möglich gewesen wäre, gehört in die Kategorie der Spekulation, der Saisonabbruch jedenfalls beendete die Erfolgsserie.

Das Fazit von Tobias Hallert nach einem erfolgreichen ersten Trainerjahr fällt durchaus euphorisch aus: "Mein Dank gebührt den Spielerinnen, meinem Co-Trainer – und der Leitung der HSG für das in uns gesetzte Vertrauen. Es war nach der schlechten Vorsaison und unter den schwierigen Voraussetzungen kein leichtes Unterfangen, aber wir haben alle Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Darin sehe ich auch den Schlüssel unseres Erfolgs. Wir haben diese Saison als einen völligen Neubeginn betrachtet und es geschafft, das Negative aus der Vergangenheit hinter uns zu lassen und positiv nach vorn zu schauen. Diesen Weg möchte ich zusammen mit der gesamten Mannschaft, unseren Sponsoren und vor allem auch unseren Fans nach Möglichkeit weiter gehen. Dass dies in Anbetracht der derzeitigen Umstände nicht leicht wird, ist uns allen bewusst. Dennoch wollen wir alles dafür tun, um auch künftig attraktiven Frauenhandball in Müllrose zu spielen."

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