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Schule
Rouanet-Gymnasium in Beeskow erhält Neubau

Auf dem Schulhof wird es enger. Der Kreis plant einen Ergänzungsbau für das Rouanet-Gymnasium in Beeskow. Dort sollen moderne Fachkabinette eingerichtet werden.
Auf dem Schulhof wird es enger. Der Kreis plant einen Ergänzungsbau für das Rouanet-Gymnasium in Beeskow. Dort sollen moderne Fachkabinette eingerichtet werden. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 06.06.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 08.06.2020, 11:35
Beeskow (MOZ) Es kam für viele Kreistagsmitglieder überraschend. Im Entwurf der Prioritätenliste für Hochbauinvestitionen steht auf Platz 4 ein Erweiterungsbau für das Beeskower Rouanet-Gymnasium. Für rund 2,6 Millionen Euro soll ein Gebäude mit großen Fachkabinetten und entsprechenden Vorbereitungsräumen entstehen. 2024 könnte das Projekt fertig sein. Die Schule hatte erst 2016 einen Zusatzbau mit drei Fachräumen erhalten. Damit galten die Platzprobleme am Rouanet als gelöst.

Doch das ist offenbar nicht so. Die Schule ist als vierzügiges Haus genehmigt. Das heißt, dass jährlich vier Klassen mit bis zu je 28 Schülern gebildet werden können. Doch die Anmeldezahlen sind höher. 123 Schüler wurden im Jahr 2018 aufgenommen, 124 ein Jahr später. Für die zusätzlichen Klassen gab es Ausnahmegenehmigungen. Nun zeigt sich, dass die Anmeldezahlen weiter steigen. Das Schulverwaltungsamt rechnet mit bis zu 138 Anmeldungen pro Schuljahr. Deshalb soll schnell gehandelt werden.

Ausschüsse haben Projekt zugestimmt

Bildungs- und Bauausschuss haben dem Projekt mit der Billigung der Prioritätenliste schon zugestimmt. Aber es gab mahnende Worte. Bernd Stiller (Linke.Piraten) erinnerte daran, dass es in Beeskow einst mehr Plätze für eine Abiturausbildung gab, man aber die Gesamtschule zur Oberschule abgestuft habe. Ralf Umbreit (SPD) forderte, den Bedarf genau zu planen. "Wenn, dann muss das jetzt richtig gemacht werden, damit nicht in ein paar Jahren wieder Räume fehlen."

Denn ganz einfach ist die Sache nicht. So schön das alte Garnisonsgebäude, in dem die Schule untergebracht ist, sein mag, bei einem Altbau stößt man an Grenzen. Die möglichen Raumgrößen genügen den Anforderungen einer modernen Schule oft nicht. Zudem erinnert die Kreisverwaltung daran, dass die jetzigen Fachkabinette 1992 eingerichtet und seit damals nicht mehr erneuert worden seien.

Schneller Baustart möglich

Einen Vorteil hat das Beeskower Vorhaben aber auch. Der Ergänzungsbau soll auf dem bestehenden Schulgelände entstehen. Das gehört dem Kreis und es besteht Baurecht. Man kann also schnell anfangen. In Erkner, Schöneiche und Fürstenwalde muss der Kreis erst Grundstücksfragen klären, gibt es aktuell noch Wald- und Parkanlagen, wo später einmal gelernt werden soll.

Neben dem Rouanet-Gymnasum steht ein weiteres Investitionsvorhaben neu in der Prioritätenliste: Auch die Eisenhüttenstädter Gesamtschule hat Kapazitätsprobleme. Näh- und Holzbearbeitungskabinett im Keller dürfen nicht mehr genutzt werden. Für Experimente in den naturwissenschaftlichen Fächern fehlen ebenfalls Räume. Den Bedarf habe die Schule bereits 2015 erstmals angemeldet. Nun habe man eine Idee, wie man Abhilfe schaffen könne, erklärte Liegenschaftsamtsleiter Stanley Fuls. Man werde das Dachgeschoss ausbauen und dort auf 460 Quadratmetern Fläche allgemeine Unterrichtsräume schaffen. Die Fachkabinette werden in dadurch frei werdenden Räumen im Haus untergebracht. 665 000 Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. Im nächsten Jahr könnten die Planungen laufen, ein Jahr später die Arbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist für 2023 vorgesehen. Der Kreis will das Vorhaben aus eigenen Mitteln finanzieren.

Insgesamt plant der Kreis Investitionen an zehn Schulstandorten. Andere Hochbauprojekte gibt es kaum. Zu erwähnen wären das modulare Praxisgebäude in Friedland, das in zwei Jahren fertig sein soll und ein Übungsgelände für die Feuerwehren auf dem FKTZ-Gelände in Fürstenwalde.

Kommentar: Infrastruktur nicht aufgeben

Mit dem Bau moderner Fachkabinette für das Gymnasium sorgt der Kreis für gewichtige Argumente, die Fünfzügigkeit der Schule nicht als Ausnahme, sondern als Standard zuzulassen. Das ist eine gute Nachricht für Beeskow und natürlich vor allem für die Familien, deren Kinder in der Kreisstadt lernen. Das Einzugsgebiet der Schule reicht ja bis in den Dahme-Spreewald-Kreis. Verwunderlich ist es dennoch, dass der Bedarf offenbar erst jetzt erkannt wird. Die Schüler, die in diesem Jahr an der Schule aufgenommen werden, haben schließlich schon die Grundschule besucht, als der jüngste Neubau am Rouanet in Betrieb ging. Auch die Erinnerung daran, dass es in der Stadt mit der Gesamtschule einst eine weitere Möglichkeit gab, den Weg zum Abitur zu gehen, ist wichtig. Diese Erinnerung hilft vielleicht, künftig Infrastruktur nicht leichtfertig aufzugeben, nur weil man im Moment keine Verwendung dafür hat. Das gilt natürlich nicht nur für Schulen, es gilt für Bahnstrecken und Bahnhöfe, für Wohn- und für Verwaltungsgebäude. Was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Und die Bevölkerungszahl im ländlichen Brandenburg entwickeln sich doch nicht so schlecht, wie pessimistische Prognosen vorhersagen.⇥Olaf Gardt

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