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Brandschutz
Bau-Stau bei Frankfurts Feuerwehr

Ines Weber-Rath / 30.07.2020, 17:00 Uhr - Aktualisiert 31.07.2020, 07:04
Frankfurt (Oder) (MOZ) Er wolle Frankfurts "vernachlässigte Ortsfeuerwehren" in Augenschein nehmen, hatte Wilko Möller in der Ankündigung seiner Vor-Ort-Termine an den Gerätehäusern von freiwilligen Feuerwehren geschrieben. Der zuständige Beigeordnete Jens-Marcel Ullrich (SPD), der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz Helmut Otto sowie Vertreter der Stadtfeuerwehr standen dem AfD-Landtagsabgeordneten dabei in dieser Woche Rede und Antwort.

"Das war hier zu DDR-Zeiten ein Vorzeigeobjekt", begrüßt Wolfgang Welenga die Besucher am Gerätehaus der Rosengartener Feuerwehr mit Schulungsraum. Den gab es damals nur selten, erklärt Welenga, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, dem gebürtigen Hannoveraner Möller. Heute ist das Domizil der Rosengartener Freiwilligen mehr als ein Sanierungsfall: Ein abgesackter Teil des Fundaments macht den Wehrführerraum  unbenutzbar, Fenster drohen heraus zu fallen und die Fahrzeughalle ist zu klein für den Tanker, den die Ortswehr braucht.

Der Stadtverwaltung sei klar, dass ein Neubau die einzige Lösung ist, sagt Jens-Marcel Ullrich. Und gebe es da nicht den "internen Streit" zwischen Feuerwehr und Ortsbeirat, hätte der Bau schon bald beginnen können. Denn das Projekt steht auf der Investitionsliste für die Stadtfeuerwehr ganz oben. Nun hat es der Oberbürgermeister "mangels Akzeptanz im Ortsteil" verschoben.

Weil die Stadt einen Doppelhaushalt für 2021/22 beschließt, werde das neue Rosengartener Gerätehaus nicht vor 2023 kommen, macht Helmut Otto deutlich. Damit verzögert sich auch die Anschaffung des neuen Fahrzeugs, das darin stehen soll: Anstelle ihres fast 25 Jahre alten TSFW-Kleintransporters sollen die Rosengartener ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 bekommen.

Nun drohe sich aber die Finanzierungslage für beide Investitionen dramatisch zu verschlechtern: Der Entwurf eines neuen Förderprogramms des Landes für Investitionen in Feuerwehren sieht Fördersätze von 20 bis 30 statt bislang bis zu 80 Prozent vor. Im konkreten Fall könnte die Stadt sogar nur mit einer 10-prozentigen Förderung rechnen und müsste rund eine Million Euro allein für das neue Gerätehaus selbst aufbringen. Den Beschluss einer solchen Richtlinie zu stoppen, legt der Chef des Fachamtes Otto dem Abgeordneten Möller, der Mitglied des Innenausschusses des Landtags ist, ans Herz.

Wo soll der Neubau stehen?

In Booßen begrüßt Ortswehrführer Hardy Güttler die Gäste am Gerätehaus, bei dem es sich um einen ausgebauten Stall aus den 30er Jahren handelt. Sanitäranlagen und Versammlungsraum befinden sich im DDR-Putz-grauen einstigen Bauernhaus daneben. Der Neubau für die Booßener Kameraden steht auf Platz 2 der städtischen Feuerwehr-Investitionsliste. Doch noch sei die Frage, wo er stehen soll, sagt Helmut Otto. Hardy Güttler und seine Mitstreiter möchten im Ortskern bleiben. Der seit Jahren leer stehende ehemalige Bauhof der Stadt am Lebuser Weg soll zum neuen Hauptlager für den Katastrophenschutz umfunktioniert werden, informiert Otto.

Das Gerätehaus der Kliestower Feuerwehr, deren Chef Wolfgang Welenga ist, ist eine Baustelle. Was als "Riss-Sanierung" firmiert, ist eine 400 000 Euro teure Teilinstandsetzung, die Corona-bedingt ins Stocken gekommen ist. Die zwei Tanker, der Mannschaftswagen und Radlader müssten ausziehen, wenn die Doppelgarage des 1994 fehlerhaft errichteten Gerätehauses saniert werde, kündigt Welenga an.

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